Vierschanzentournee
Verhinderter Siegspringer: Freitags Rückkehr an den Bergisel

Innsbruck ist ein besonderes Pflaster für Richard Freitag. 2015 feiert er dort seinen größten Sieg, 2018 erlebt er seinen bittersten Sturz. Nun gelingt ihm auf der schicksalhaften Schanze ein kleiner Schritt nach vorne.

Freitag, 04.01.2019, 17:37 Uhr aktualisiert: 04.01.2019, 17:40 Uhr
Zeigt derzeit nur durchschnittliche Leistungen: Richard Freitag.
Zeigt derzeit nur durchschnittliche Leistungen: Richard Freitag. Foto: Matthias Schrader

Innsbruck (dpa) - Seinen Humor scheint Richard Freitag einfach nie zu verlieren, auch nicht auf seiner Schicksalsschanze.

Genau ein Jahr nach seinem schweren Sturz kehrt der Sachse nun erstmals wieder auf Schnee an den Bergisel in Innsbruck zurück: Auf die Anlage, auf der er im Vorjahr nach einem Aufsprungfehler im Nebel alle Träume vom Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee begraben musste - und mit lädierter Hüfte aus dem Auslauf schlich, bevor er zu Untersuchungen ins Krankenhaus abtransportiert wurde.

Was sagt - oder besser - was scherzt er 365 Tage danach? «Grundsätzlich geht es voran. Es sind keine Riesenschritte, aber wo sollen die herkommen mit den Beinen? So lang sind sie ja nicht», sagte Freitag vor seinem Sprung. Und tatsächlich gelang dem 27-Jährigen in Innsbruck ein Schritt nach vorne. Nach Rang 16 in Oberstdorf und Platz 24 beim Neujahrsspringen sprang er auf Rang acht und kann sich damit über sein bislang bestes Saisonergebnis freuen.

«Doch, das war in Ordnung», kommentierte er seine Leistung im Anschluss. «Es macht Lust auf mehr». Nach Bischofshofen fahre er aber ohne Erwartungen. Der 1,73 Meter große Freitag ist in diesem Winter der verhinderte Siegspringer des deutschen Teams, und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese Entwicklung mit seinem Sturz in Innsbruck am 4. Januar 2018 zu tun hat.

Dabei tat er auch diesen schmerzhaften Moment damals schon einen Tag später mit einem Witz ab, als er aus Seefeld von der leeren Schanze per Video grüßte und sich wunderte, wo der restliche Tross sei - der war aber schon weitergezogen zum großen Tournee-Finale nach Bischofshofen.

Für Freitag hatte der Sturz aber mehr Folgen als den bitteren Ausstieg aus dem Traditionsevent. Er verletzte sich an der Hüfte und musste danach erst einmal pausieren. Noch schlimmer: Der Aufsprung bereitete ihm fortan dauerhaft Sorgen, psychisch genauso wie technisch. Er legte lange Zeit immer wieder Sicherheitslandungen hin. In Nischni Tagil stürzte er im vergangenen Dezember noch einmal, in Engelberg zwei Wochen später verriss er sich beim Aufsprung erneut die Hüfte. «Man muss halt gescheit hinspringen, sonst wird das nichts», erklärte Freitag.

Innsbruck ist emotional ein ganz besonderes Pflaster für den Skispringer. 2015 hat er dort seinen bisher größten Einzelsieg bei der Tournee geholt, 2018 stand er in seinem Gelben Trikot so sehr im Mittelpunkt wie nie zuvor und patzte. «Klar denke ich nochmal dran, das ist ganz normal. Es ist okay und richtig. Ich merke, das beschäftigt mich, aber das muss mich auch beschäftigen», erklärte Freitag. Im Sommer ist die Anlage in Tirol eine der ständigen Trainingsschanzen der DSV-Adler, aber es gab eben keinen Wettkampf mehr seit genau einem Jahr.

Bundestrainer Werner Schuster hatte sich schon vor Freitags achtem Platz in Innsbruck überzeugt von den Qualitäten des Wahl-Oberstdorfers gezeigt. «Es ist eine Prüfung, die muss man bewältigen. Es kann schnell gehen, aber es muss nicht», sagte der 49 Jahre alte Österreicher und ergänzte: «In dieser Saison ist noch etwas reserviert für ihn.»

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