Weltcup Skispringen
Nur Geiger stark - Skispringer haben viel Arbeit vor sich

Unter die besten Zehn springt derzeit nur Karl Geiger aus dem deutschen Team konstant. Markus Eisenbichler leidet zwei Wochen vor der Tournee unter starken Schwankungen. Vor dem heißen Auftakt in Oberstdorf gibt es nur noch einen richtigen Test.

Sonntag, 15.12.2019, 18:09 Uhr aktualisiert: 15.12.2019, 18:12 Uhr
Mit Rang fünf bester deutscher Skispringer in Klingenthal: Karl Geiger.
Mit Rang fünf bester deutscher Skispringer in Klingenthal: Karl Geiger. Foto: Robert Michael

Klingenthal (dpa) -  Karl Geiger strahlte beim Skisprung-Heimspiel selbst ohne den ersehnten Podestplatz, auch der kriselnde Markus Eisenbichler schöpfte zwei Wochen vor der Vierschanzentournee wieder etwas Hoffnung. 

Die DSV-Adler haben beim Weltcup in Klingenthal zwar einen Top-3-Platz verpasst, wähnen sich aber auf dem richtigen Weg. «Ich bin auf echt gutem Niveau, und ich bin sehr zufrieden», sagte Geiger in Klingenthal nach zwei Sprüngen auf 132 Meter, die ihm beim Sieg von Gesamtweltcup-Gewinner Ryoyu Kobayashi den fünften Rang bescherten.

Bundestrainer  Stefan Horngacher sieht bei seinem derzeit stärksten Athleten sogar noch Potenzial für mehr. «Er macht einen super Weg. Auch die sehr guten Sprünge werden wieder kommen», sagte der Coach aus Tirol. Bei Eisenbichler wechselten sich Frust und Freude einmal mehr ab. Auf einen schlechten folgte ein guter Sprung, es reichte für Rang 15.

«Ich gehe mit einem guten und stabilen Gefühl. Ich bin gar nicht so weit weg, wenn ich ganz normal skispringe», sagte «Eisei», der im Februar noch drei WM-Goldmedaillen in Seefeld geholt hatte. Auf dem Weg zu den nächsten Stationen in Engelberg und Oberstdorf hatten es die DSV-Adler am Sonntag eilig: Sie mussten mit dem Hubschrauber los, um am Abend noch rechtzeitig zur Gala Sportler des Jahres in Baden-Baden zu kommen.

Auch Stephan Leyhe (17.) und Pius Paschke (19.) waren im Einzel ordentliche Ergebnisse gelungen, Richard Freitag enttäuschte mit einem Aus im ersten Durchgang. Hinter Kobayashi schafften es der Österreicher Stefan Kraft sowie Marius Lindvik aus Norwegen auf das Podest. Den Teamwettbewerb hatte am Samstag Polen für sich entschieden.

Trotz erst einer Podest-Platzierung im Weltcup, zwei erschreckend schwachen Teamspringen und nur einem Sportler auf konstant hohem Niveau lässt sich Bundestrainer Horngacher nicht aus der Ruhe bringen. «Ich habe keinen großen Stress, es wird einfach weitergearbeitet», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Hoffnung des Österreichers: Geiger hält seine Form bis zur Tournee, wird vielleicht sogar noch etwas besser, und Eisenbichler findet rechtzeitig zurück zu alter Stärke. «Dann haben wir hoffentlich zwei Leute, die auf hohem Niveau springen können.»

Schanzen-Experte Horngacher weiß, wie schnell es beim Skispringen gehen kann. Auch im vergangenen Jahr lief es für den impulsiven Gefühlsspringer Eisenbichler bis kurz vor dem Tournee-Auftakt in Oberstdorf nicht gut. In Engelberg schied der Siegsdorfer kurz vor Weihnachten sogar einmal nach dem ersten Durchgang aus. Was folgte, ist bekannt: «Eisei» sprang bei der Tournee fulminant auf Rang zwei und räumte auch in Seefeld ab. «Bei ihm ist alles möglich», sagte Horngacher.

Einzelne Sprünge des 28-Jährigen - wie der zweite auf 131,5 Meter beim insgesamt mit Platz sechs enttäuschenden Team-Springen am Samstag - machen dem Bundestrainer Hoffnung. «Wenn Markus so weiterarbeitet, sehe ich einen großen Lichtblick, dass er bis zur Tournee wieder in Top-Form kommt», sagte Horngacher.

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