Fördergelder
Deutsche Eislauf-Union als Gewinner der Spitzensportreform

Die Spitzensportreform wird von viel Kritik und bei manchen Verbänden von der Angst vor reduzierter Förderung begleitet. Nichts zum klagen hat die Deutsche Eislauf-Union, deren Asse im Winter 2018/19 enttäuschende Ergebnisse einfuhren. Im Gegenteil.

Dienstag, 21.01.2020, 10:33 Uhr aktualisiert: 21.01.2020, 10:36 Uhr
Udo Dönsdorf ist Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union.
Udo Dönsdorf ist Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union. Foto: Peter Kneffel

Graz (dpa) - Mehr Geld, mehr Stellen, mehr Professionalität: Während zahlreiche Verbände über die Spitzensportreform und die viel kritisierte Potenzialanalyse (PotAS) klagen, ist die Deutsche Eislauf-Union mehr als zufrieden mit dem neu berechneten Fördergeld.

«Wir haben einen kräftigen Aufwuchs bekommen. Wir sind ein Gewinner der Reform», sagte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf . Ohne eine genaue Zahl zu nennen, sprach er von einer Verdoppelung der Zuwendung.

Dabei ist es seit dem Rückzug der Paarläufer Aljona Savchenko /Bruno Massot nach den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang bei Europa- und Weltmeisterschaften eher enttäuschend für die deutschen Eiskunstläufer gelaufen. «Wir haben in der vergangenen Saison denkbare schlechte Ergebnisse erzielt und nach Olympia einen deutlichen Rückschritt gemacht», bekannte Dönsdorf ehrlich.

«Vor der Ende 2016 gestarteten Leistungssportreform wurden als Grundlage für die Verbandsförderung vorrangig die Erfolge der Vergangenheit bewertet», erklärte Dirk Schimmelpfennig, Sportchef des Deutschen Olympischen Sportbundes. Jetzt werde die Förderung der Spitzenverbände stärker perspektivisch festgelegt. Nach Potenzialen für die Zukunft und nach für den Erfolg wesentlichen, strukturellen und konzeptionellen Aspekten.

Für die DEU ist daraus eine Chance geworden. «Wir wollen einen Neustart machen, uns neu aufstellen», kündigte Dönsdorf forsch an. «Das Geld wollen wir nun gemäß der Schwachstellenanalyse über PotAS so optimal wie möglich einsetzen.»

Die ersten Weichen sind gestellt. Dank des Plus' an Fördergeld konnten fünf neue Bundestrainerstellen geschaffen werden: Im Paarlauf für Alexander König (Aktive) und Rico Rex (Nachwuchs), im Eistanz für den Italiener Stefano Caruso (Nachwuchs) sowie bei den Damen und Herren für Nicole Brünner, die sich nun neben Veronika Schindler um die Talente kümmert. Erstmals konnte die DEU eine Bundestrainerin Wissenschaft (Christine Leibinger) als Vollkraft einstellen sowie einen hauptamtlichen Bundesstützpunktleiter in Oberstdorf (Daniel Wende), eine Sportpsychologin und eine Ernährungsberaterin.

Außerdem wurden zwei weitere Ärzte hinzugenommen, um Gesundheitsmanagement und Prävention zu verbessern. «Wenn man nicht so viele Kadersportler wie bei der DEU hat, und davon noch viele verletzt sind, tut sich ein Loch auf und man blickt in den Abgrund», sagte Dönsdorf. «Bei der Vorsorge sind wir bisher schlecht gewesen. Der Verband muss professioneller werden - an allen Ecken und Kanten.»

Dies soll in Zukunft auch für die Führung der DEU gelten. Nach einer Satzungsänderung wird ein hauptamtlicher Vorstand eingeführt. Finanziert werden soll das neue Spitzenpersonal durch die eingeführte jährliche Lizenzgebühr von 50 Euro, die von jedem DEU-Läufer verlangt wird. «Im nächsten Jahr werden wir sehen, wie viel wir an Einnahmen haben. In der Prognose müsste es reichen, um zwei hauptamtliche Kräfte einzustellen», erklärte Udo Dönsdorf.

Der 67 Jahre alte frühere deutsche Eistanz-Meister will im kommenden Jahr endgültig aufhören: «Wir müssen jüngere Leute auch für den Sportdirektorposten installieren.» Das müsse in der ersten Jahreshälfte geklärt werden. Denn: «Es gibt relativ viel tun, um die Zukunft des Eiskunstlaufs abzusichern.»

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