Drei Stadtbezirke haben die meisten Betten
Flüchtlingsplätze in Münster ungleich verteilt

Münster -

Wo sind die meisten Plätze für Flüchtlinge in Münster? Eine Übersicht des städtischen Sozialamtes gibt die Antwort.

Mittwoch, 23.03.2016, 07:03 Uhr

250 kommunale Betten hat die Stadt inzwischen in der York-Kaserne aufgegeben. Dennoch gibt es in Gremmendorf die meisten kommunalen Plätze für Flüchtlinge.
250 kommunale Betten hat die Stadt inzwischen in der York-Kaserne aufgegeben. Dennoch gibt es in Gremmendorf die meisten kommunalen Plätze für Flüchtlinge. Foto: hpe

Die aktuell 4591 Plätze in städtischen Flüchtlingsunterkünften sind nach Angaben des Sozialamtes zu rund 90 Prozent belegt. Wie aus einer Übersicht hervorgeht, verteilen sich die Einrichtungsplätze weiterhin nicht gleichmäßig über das Stadtgebiet. Die meisten Plätze hält die St­adt in Gremmendorf vor.

Zum Stichtag am 1­. März gab es dort 860 Plätze für Flüchtlinge – vor allem in den ehemaligen Briten-Häusern. Danach befindet sich in Gremmendorf-West mit 18,1 Prozent fast ein Fünftel aller städtischen Unterbringungsmöglichkeiten. Allerdings hat die Stadt inzwischen 250 kommunale Betten in der York-Kaserne aufgegeben, wie Verena Schulte-Sienbeck vom Sozialamt erklärt. Damit stehen in besagtem Bereich nur noch 610 Betten zur Verfügung.

490 Plätze werden in Gievenbeck gezählt – da­runter fallen auch die der kommunalen Erstaufnahmeeinrichtung in der Oxford-Kaserne. Weitere Schwerpunkte der Flüchtlingsunterbringung: Sentrup (344 Plätze), Rumphorst (339), Amelsbüren (290), Handorf (280) und Angelmodde (197).

Einige Viertel komplett ohne Flüchtlingsplätze

Im Südosten Münsters befindet sich der Aufstellung vom 1. März zufolge mit 1121 Plätzen ein Viertel der städtischen Unterbringungsmöglichkeiten; aktuell dürften es aber nur noch knapp 900 Betten sein. Die meisten Plätze – 22,8 Prozent an der Gesamtsumme – finden sich mit 1080 im Westen Münsters, wo einzig für den Stadtteil Mecklenbeck derzeit noch keine Flüchtlingsunterkunft ausgewiesen ist. Das wird sich aber ändern. Auch der Bereich Hiltrup/Amelsbüren/Berg Fidel weist mit 608 Plätzen die drittmeisten Betten aus. Das sind 12,8 Prozent.

Flüchtlings-Debatte

„Ja, wir schaffen das! Doch wo steht Deutschland in zehn Jahren?“ In der Aula am Aasee diskutierten am Montag namhafte Soziologen über Rassismus und die Flüchtlingsfrage .

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Die wenigsten Plätze finden sich nach dem Stadtbezirk Nord (281 Betten/5,9 Prozent), der aber ohnehin schon einen überdurchschnittlichen Migranten-Anteil aufweist, im Bereich Mitte-Süd (238/5,0 Prozent). Dazu zählen die Viertel Aaseestadt und Düesberg, wo es laut Aufstellung überhaupt keine Plätze für Flüchtlinge gibt. Allerdings gilt dies aus unterschiedlichen Gründen auch für andere Viertel der Stadt, insbesondere im Innenstadtring.

Nur 14 Flüchtlingszuweisungen im März

Unterdessen bekommt Münster aktuell praktisch keine weiteren Flüchtlinge zugewiesen. Im Monat März waren es gerade 14. Das liegt daran, dass in der Vergangenheit vor allem Kommunen im Rheinland ihrer Aufnahmeverpflichtung nicht ausreichend nachgekommen sind, wie Verena Schulte-Sienbeck erklärt. Diese würden nun zunächst bei den Zuweisungen berücksichtigt. Außerdem sei die Balkanroute faktisch geschlossen. Im Februar kamen 87 Asylsuchende nach Münster, im Januar waren es noch 419 Menschen.

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