Bestand mit 30 Tieren in Epe ist betroffen
Chinaseuche rafft Kaninchen dahin

Gronau-Epe -

In Epe ist die Chinaseuche ausgebrochen. Die Kaninchenkrankheit, die bei 80 bis 100 Prozent der Tiere zum Tod führt, hat offenbar rund 30 Tiere getroffen. 

Donnerstag, 28.04.2016, 09:04 Uhr

Abends noch fit, morgens tot im Stall: Die Chinaseuche bedroht Kaninchenbestände.           
Abends noch fit, morgens tot im Stall: Die Chinaseuche bedroht Kaninchenbestände.            Foto: Wilfried Gerharz

Das hat Björn Becker , Tierarzt in Gildehaus, auf WN-Anfrage bestätigt. Wissenschaftler nennen das Virus auch „RHDV“ („Rabbit Haemorrhagic Disease Virus“). Das bedeutet so viel wie „Virus, das beim Kaninchen Blutungen verursacht“.

Gegen den Ausbruch der Krankheit gibt es zwar eine Impfung, die aber nur gegen den Typ Nummer eins hilft, nicht aber gegen den Typ zwei, von dem die Tiere in Epe offenbar betroffen sind.

„Die Tiere schwächeln, fressen nicht mehr, ihr Verdauungssystem entgleist“, beschreibt Becker die Symptome. Übertragen können die Krankheitserreger Stechmücken, Kaninchenflöhe, Milben, Läuse oder Zecken. Tiere, die sich draußen aufhalten und so Kontakt mit wilden Kaninchen haben können, sind deswegen besonders gefährdet.

Der Krankheitserreger wird außerdem durch sämtliche Ausscheidungsorgane der Kaninchen übertragen. Deswegen warnen Experten etwa vor frischem Löwenzahn vom Wegesrand. Er kann durch den Kontakt mit wilden Kaninchen Viren tragen.

Die Gefahr, dass durch die Viren auch Menschen erkranken, besteht nicht. Auch andere Tiere wie Katzen oder Hunde lässt RHDV in Ruhe.

Von einer weiteren Verbreitung der Seuche ist beim Kreis Borken nichts bekannt. Dessen Kreisveterinär Dr. Manfred Ulrich berichtet lediglich von zwei Wildkaninchen aus Velen und Bocholt, die Jäger gefunden haben. „Dort scheint RHDV wieder zu kursieren“, sagt Ulrich. Da die Krankheit aber nicht mehr anzeigepflichtig sei, hätten die Behörden keine Informationen über die genaue Ausbreitung.

Becker rät angesichts der Fälle in Epe, Hauskaninchen nicht nur alle neun bis zwölf Monate, sondern alle sechs Monate zu impfen.

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