Hunderttausende für den Libanon
Mutmaßliche Geldwäscher festgenommen

Münster -

Zollfahnder haben Anfang des Jahres in Münster, Düsseldorf und Ganderkeese bei Oldenburg drei Männer festgenommen, die eine Viertel Million Euro Bargeld sowie ein Auto und zwei Uhren im Wert von 280 000 Euro bei sich hatten. Außerdem stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher, wurde jetzt bekannt.

Montag, 02.05.2016, 17:05 Uhr

Festnahme. Foto: Colourbox.com
Foto: Colourbox.com

Die Festnahmen sind im Zusammenhang mit Ermittlungen des Essener Zollfandungsamtes zu sehen, nach denen libanesische Kriminelle in Millionenhöhe Gewinne aus dem Kokainschmuggel in Deutschland gewaschen und in den Libanon transferiert haben sollen. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Montag in Aachen mit. Der europaweit agierende Ring war durch zwei Männer aufgeflogen, die im vorigen Juli an der deutsch-belgischen Grenze mit 500 000 Euro Bargeld erwischt worden waren. An den Scheinen hätten Spuren von Drogen geklebt.

Die Täter, allesamt libanesische Staatsbürger mit Wohnsitz in Deutschland, stehen im Verdacht, vom Erlös aus eingeschmuggeltem Kokain in Deutschland Luxusautos und teure Uhren gekauft und in den Libanon ausgeführt haben. Dort sei die Ware vermutlich wieder zu Geld gemacht worden, um neue Kokainlieferungen aus Kolumbien zu finanzieren. Allein im Jahr 2015 habe die Organisation durch den Ankauf von Luxusuhren rund zehn Millionen Euro gewaschen. Sie sei auch im Visier französischer Strafverfolger.

Zunächst hatte das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ am Samstag berichtet, europäische und amerikanische Ermittler vermuteten die libanesische Hisbollah-Miliz als Auftraggeber hinter den Geschäften. Dafür hätten sich aber keine Hinweise ergeben, sagte Staatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts. Bislang gingen den Behörden zehn Beschuldigte ins Netz, fünf von ihnen in Deutschland.

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