„Münsteraner Bierfest“
Handgemachte Hopfenkunst

Münster -

Junge Brauer präsentieren beim „Münsteraner Bierfest“ ihre Spezialitäten. Trend sind Sorten mit außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen.

Samstag, 04.06.2016, 12:06 Uhr

„Finne“ heißt die Brauerei der Münsteraner (v.l.) Florian Bückermann, Jörn Mertins und Frank Sibbing. Das Bier in den Gläsern wurde aus neuseeländischem Hopfen gebraut.
„Finne“ heißt die Brauerei der Münsteraner (v.l.) Florian Bückermann, Jörn Mertins und Frank Sibbing. Das Bier in den Gläsern wurde aus neuseeländischem Hopfen gebraut. Foto: Oliver Werner

Damals – so vor vier, fünf Jahren – war alles ganz einfach. Es gab Pils, Weizen und Lager – und sonst eigentlich nix. Heute haben Biertrinker die Qual der Wahl: Auf immer mehr Getränkearten finden sich Sorten wie „ IPA “, „Pale Ale“ und „Stout“.

Die Übersichtlichkeit von einst – man könnte sie auch als Langeweile bezeichnen – ist passé. Immer mehr junge Brauer drängen mit handgemachten Bieren („Craft Beer“) auf den Markt – die immer mehr Anhänger finden.

Freitagnachmittag, 17 Uhr, auf dem Schlossplatz herrscht drückende Schwüle – genau das richtige Wetter für ein eiskaltes Bier. Und so ist auf dem „Münsteraner Bierfest “ bereits eine Menge los. An 26 Ständen werden mehr als 100 Biersorten angeboten – nicht das, was der Genießer aus der nächsten Eckkneipe kennt, sondern dunkle, kräftige, herbe oder fruchtige Biere aus San Diego, München, Hamburg und – Münster .

„Finne“ heißt die Bio-Brauerei von Frank Sibbing und Florian Bückermann, die kommende Woche im Kreuzviertel ihre Pforten öffnen wird. Im Angebot haben sie ein obergäriges Bier, „ein klassisches Pale Ale aus neuseeländischer Hefe“, erläutert ihr Brauer Jörn Mertins. „Fruchtig, bitter, herb, sehr erfrischend“: Wenn er sein Bier beschreibt, hört sich das an, als spreche er von einer edlen Weinsorte. Lieber ein, zwei Flaschen genießen, als sich mit einer Kiste abschießen: Auch das scheint ein neuer Bier-Trend zu sein.

Ein paar Meter weiter präsentieren sich weitere Bier-Fans aus Münster: die „ Brauerei Läuterwerk“, die „Gruthaus-Brauerei“ und der Bier-Anbieter „Braukunstwerk“, der fast 500 Sorten im Angebot hat. „Münster ist ein gutes Pflaster für ungewöhnliche Biersorten“, schwärmt Daniel Lütke Zutelgte vom „Braukunstwerk“.

Derweil zapft Marcus Vortkamp (Läuterwerk) ein „Geburtstagsbier“, weil es diese Brauerei seit rund einem Jahr gibt. Es hat üppige 6,5 Prozent – und ist mit Kaffeebohnen aus der „Roestbar“ veredelt worden.

Der Trend weg von den immer gleichen fünf, sechs Marken hin zum handgemachten Gerstensaft – er stammt aus den USA. Auf dem Bierfest präsentiert sich auch eine Brauerei aus San Diego, die inzwischen einen Ableger in Berlin eröffnet hat: die „Stone Brewing Company“.

„Der Trend hat Deutschland erreicht, die Menschen werden hier immer experimentierfreudiger“, berichtet Mitarbeiter Tim Böse. Das gelte vor allem für jüngere Bier-Fans – „der klassische Stammtisch“, sagt er, „trinkt nach wie vor lieber Pils, Weizen oder Lager.“

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Das „Münsteraner Bierfest“ am Schlossplatz läuft am Samstag von 14 Uhr bis Mitternacht.

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