Bäderlandschaft
Sportbad, Spaßbad oder beides?

Münster -

In Münster ist eine Kontroverse über die Entwicklung der Bäderlandschaft entbrannt. Die Politik ist völlig uneins, wie es weitergehen soll. Ein Ratsherr klagt: „Wir pfuschen rum.“

Donnerstag, 16.06.2016, 07:06 Uhr

Wo und wie sollen die Münsteraner schwimmen?  Über diese Frage diskutiert aktuell die Ratspolitik
Wo und wie sollen die Münsteraner schwimmen?  Über diese Frage diskutiert aktuell die Ratspolitik. Foto: Matthias Ahlke

„Es ist ein Trugschluss, dass die Menschen in Osnabrück nicht schwimmen lernen, seit es dort das Nettebad gibt.“ Mit diesen Worten warnte SPD-Ratsfrau Hedwig Liekefedt in der Bäderdebatte davor, die Aspekte Schwimmspaß und Daseinsvorsorge gegeneinander auszuspielen. Grünen-Ratsherr Gerd Joksch indes plädierte: Der Anspruch aufs Schwimmenlernen gehe vor Spaß. Deshalb sei ein neues Südbad notwendig, folgerte er in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt-, Klimaschutz und Bauwesen. In der Region gebe es schließlich mehrere Spaßbäder , ermunterte der Bürgermeister zur Fahrt ins Umland und sprach in diesem Zusammenhang von „einer Segnung der regionalen Zusammenarbeit“.

Die erste Debatte am Dienstagabend lieferte einen Vorgeschmack auf den weiteren Verlauf des politischen Streits um die Fortentwicklung der Bäderlandschaft . Wie berichtet, hat die Stadtverwaltung im Sinne der Bündnisvereinbarung zwischen CDU und Grünen vorgeschlagen, ein bis zu 13 Millionen Euro teueres Südbad am alten Standort zu bauen. Zugleich soll in Handorf das Bürgerbad weitgehend mit städtischen Mitteln neu gebaut werden.

„So gerne ich eines hätte“, gestand ÖDP-Ratsherr Franz Pohlmann zum Schluss der Debatte, „ein neues Südbad bleibt ein Luftschloss.“ Abseits der Baukosten habe man bislang noch gar nicht über die Folgekosten des Betriebs gesprochen, begründete Pohlmann seine Haltung angesichts der Finanzlage. Zuvor hatte er ein fehlendes Konzept beklagt: „Wir pfuschen rum.“

FDP-Ratsherr Hans Varnhagen warf Schwarz-Grün mit Blick auf den geplanten Bau zweier neuer Schwimmbäder vor, in der Koalition nach dem Motto „du kriegst das, wir das“ zu verfahren. Dabei bewege sich die Stadt auf der Rasierklinge zur Haushaltssicherung. Varnhagen sprach sich für einen Ratsbürgerentscheid aus. Dann könnten die Bürger selbst über eine grundlegende Ausrichtung der Bäderlandschaft entscheiden.

Die CDU hält nach den Worten von Heinz Georg Buddenbäumer und Horst Karl Beitelhoff am dezentralen Bäderkonzept fest. Nur so könne flächendeckend Schul- und Vereinsschwimmen angeboten werden, schlossen die beiden Ratsmitglieder die Reihen zu den Grünen in Sachen Südbad.

Von einer „kleingeistigen Debatte“ für ein Oberzentrum sprach SPD-Ratsherr Thomas Fastermann. Die SPD stellte den Antrag, statt eines Südbads den Bau eines Familien- und Gesundheitsbads in Gievenbeck zu prüfen (Westbad).

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