Neues Leben im Industriedenkmal
Das Matterhorn des Alpenvereins

Münster -

Der ehemalige Gasometer am Albersloher Weg soll umgebaut werden zu einem Kletterparadies. Der Alpenverein Münster hat das Areal jetzt angepachtet und interessante Pläne für die künftige Nutzung.

Freitag, 15.07.2016, 10:07 Uhr

Hoch oben auf dem Gasometer demonstrieren Mitglieder des Alpenvereins in Münster schon einmal, was im neuen Kletterparadies alles möglich sein kann. Bis zum Herbst soll in der sogenannten Erkundungsphase ein komplettes Nutzungskonzept erstellt werden.
Hoch oben auf dem Gasometer demonstrieren Mitglieder des Alpenvereins in Münster schon einmal, was im neuen Kletterparadies alles möglich sein kann. Bis zum Herbst soll in der sogenannten Erkundungsphase ein komplettes Nutzungskonzept erstellt werden. Foto: Helmut P. Etzkorn

Es ist vielleicht der wichtigste Gipfelsturm, den der gut 4800 Mitglieder starke Alpenverein in Münster in seiner 113-jährigen Geschichte bewältigen will: Der seit 2005 nahezu ungenutzt vor sich hinrostende Gasometer am Albersloher Weg soll zu einem Kletterparadies ausgebaut werden und neben dem Westfalenhaus in Tirol zweites Domizil mit Sektionszentrum werden.

„Den Nachwuchs können wir nur für den alpinen Bergsport begeistern, wenn wir vor Ort ein professionell gestaltetes Kletterzentrum anbieten können. Das alte Industriedenkmal ist dafür ideal geeignet“, so Vorstandsmitglied Sebastian Busch .

Ursprünglich sollte eine Kletterhalle in Kinderhaus angemietet werden, diese Pläne zerschlugen sich jedoch. Schließlich kam der Gasometer ins Gespräch, und die Idee der Neunutzung stieß sowohl bei der Stadt wie auch beim Eigentümer Stadtwerke auf eine sehr positive Resonanz. Im Frühjahr stimmte die Mitgliederversammlung dem Vorhaben zu, gewährte 12.000 Euro als Anschubfinanzierung. Ein erster Nutzungsvertrag bis Oktober wurde mit den Stadtwerken abgeschlossen.

Sebastian Busch in der Gasometer-Maschinenhalle. Hier soll das Sektionszentrum des Alpenvereins einziehen.

Sebastian Busch in der Gasometer-Maschinenhalle. Hier soll das Sektionszentrum des Alpenvereins einziehen. Foto: hpe

In der sogenannten Erkundungsphase will der Verein nun klären, ob die Kletterideen am und im Objekt realisierbar sind und wie das Technikgebäude auf dem Areal zur neuen Geschäftsstelle umgebaut werden kann. „Wir müssen nun die Grenzen ausloten und schauen, was machbar ist“, so Busch.

Alpines Sommerfest am Gasometer

Kletterspaß, Mitmachaktionen für große und kleine Bergfreunde, Live-Musik auf der Bühne und Grill-Verpflegung: Am 3. September (Samstag) startet ab 15 Uhr das erste Sommerfest der Sektion Münster im Deutschen Alpenverein am Gasometer. Neben den Mitgliedern sind alle Interessenten herzlich willkommen.

Der Verein hat auch schon einen Wettbewerb für den Projektnamen gestartet, denkbar ist von „DAV-Gasometer“ bis „Gasometrix“ so einiges. Auch ein Spendenkonto für das ehrgeizige Projekt ist eingerichtet und aktuelle Infos zum Stand der Erkundung gibt es auf der Homepage. Läuft alles nach Plan, wird der Gasometer ab Herbst vom Alpenverein bei den Stadtwerken langfristig angemietet.

...

Am 52 Meter hohen Gasspeicher wird eine wettergeschützte Kletterwand realisiert. Das Gebäude soll als Büro, Versammlungsraum sowie Seminar- und Ausbildungszentrum genutzt werden. Die grünen Außenanlagen könnten später einmal ein Baumhüttendorf mit Slackline-Park beherbergen. Statikgutachten, die Trockenlegung des Innenbereichs sowie Bodenprüfungen sind nun erste Etappen auf dem steilen Weg hoch zum Matterhorn des Alpenvereins. 

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