Vennheideweg
Geplantes Flüchtlingsheim sorgt für Diskussionen

Münster -

Die Stadt stellte Montagabend die Pläne für das am Vennheideweg geplante Flüchtlingsheim vor. Aus Reihen der Zuhörer kamen kritische Nachfragen.

Dienstag, 30.08.2016, 01:08 Uhr

Rund 100 Interessierte kamen zur Info-Veranstaltung, in der es um den Vennheideweg ging.
Rund 100 Interessierte kamen zur Info-Veranstaltung, in der es um den Vennheideweg ging. Foto: Oliver Werner

Teilweise sehr harsche Kritik an den Planungen der Stadt Münster , aber auch anerkennendes Nicken, als sich Vertreter des Flüchtlingsnetzwerkes Hiltrup vorstellten – zwischen diesen Polen bewegte sich am Montagabend eine Bürgerversammlung, an der rund 100 Münsteraner teilnahmen, überwiegend aus der Siedlung Vennheide.

Der Grund: Am Vennheideweg 25 soll bis Ende des Jahres eine Flüchtlingsunterkunft mit 100 Plätzen errichtet werden.

Trotz der sinkenden Flüchtlingszahlen, stellte Verena Schulte-Sienbeck vom Sozialamt fest, sei die Unterkunft erforderlich, weil viele Unterkünfte nur zeitlich befristet zur Verfügung stünden oder nicht angemessen ausgestattet seien. „Am Vennheideweg ziehen in erster Linie Familien ein, die zuvor anderswo in Münster untergebracht waren.“

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Sehr sauer stieß den Anwohnern auf, dass eine Reihe von baurechtlichen Restriktionen für die Flüchtlingsunterkunft nicht zählen: Eine Starkstromleitung in der Nähe, Landschaftsschutzgebiet, Wasserschutzgebiet – viele Teilnehmer der Bürgerversammlung berichteten von ihren vergeblichen Versuchen, auf ihren Grundstücken für An- oder Umbauten eine Genehmigung zu erhalten. „Und jetzt geht alles“, so ein Anwohner. Auch der Umstand, dass die Unterkunft in Holzbauweise zweistöckig errichtet wird, ansonsten aber nur eingeschossige Gebäude genehmigt werden, stieß auf Kritik.

Eine Anwohnerin versuchte sogar, mit Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt , der die Sitzung leitete, einen „Deal“ auszuhandeln. Im Gegenzug zu einer guten Integration der Flüchtlinge könne sich die Stadt doch dafür einsetzen, dass der Vennheideweg endlich verkehrsberuhigt ausgebaut werde. Schmidt versprach, dies zu prüfen.

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Die Stadt Münster plant an insgesamt 30 Standorten Flüchtlingsunterkünfte. Dazu gehören auch die bereits 2014 beschlossenen elf festen Unterkünfte, unter anderm an der Bahlmannwiese im Wienburgviertel.

An folgenden Standorten entstehen Unterkünfte in Holzrahmenbauweise für jeweils 100 Personen:

Hafkorst, Wienburgstraße (beide fast bezugsfertig);

Dahlweg, Nieberdingstraße, Landsberger Straße (nur 50 Personen), Hiltrup Süd (alle im Bau);

Mauritzheide, Vennheide, Havixbecker Straße (Fertigstellung bis Ende des Jahres).

Beschlossen, aber noch nicht in konkreter Planung sind auch Holzfertigbauten auf dem Areal des früheren Lindenhofs an der Promenade, Amelunxenstraße in Wolbeck, am Schifffahrter Damm und an der Meesenstiege (Hiltrup).

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