„Freunde und Förderer des Sinfonieorchesters“ für zentrale Lage
Musikcampus: Kritik am Standort Hittorfstraße

Münster -

Scharfe Kritik übt die Spitze der „Freunde und Förderer des Sinfonieorchesters“ am Standort des geplantes Musikcampus an der Hittorfstraße. „Zu abgelegen, keine fußläufige Verbindung zur Innenstadt und nur ein unbelebter Universitätscampus“, heißt es in einem Schreiben an die Mitglieder. Der Hörster Parkplatz sei eine Alternative.

Dienstag, 13.09.2016, 00:09 Uhr

„Freunde und Förderer des Sinfonieorchesters“ für zentrale Lage : Musikcampus: Kritik am Standort Hittorfstraße
Hier soll der Musikcampus entstehen. Foto: Oliver Werner

Einflussreiche Vorstandsmitglieder der „Freunde und Förderer des Sinfonieorchesters Münster “ begrüßen zwar grundsätzlich die „wunderbare Idee, Musikhochschule, Musikschule sowie eine Konzert- und Kongresshalle unter ein Dach zu bringen“. Den vorgeschlagenen Standort für den von Universitätsspitze und OB Lewe geplanten Musikcampus an der Hittorfstraße halten Vorsitzender Dr. Heiko Winkler und Vorstandsmitglied Prof. Dr. Klaus Anderbrügge allerdings für suboptimal.

„Münsters Musikcampus verdient eine Einbindung in das innerstädtische Leben – und gehört nicht in das Niemandsland weit hinter dem Schloss“, so Anderbrügge in einem Schreiben an die über 600 Mitglieder. Er plädiert als eine Alternative für den Hörster Parkplatz. Dort treibt der ehemalige CDU-Kreisvorsitzende Hanno Höyng das Projekt eines „Kultur- und Bildungsforums“ voran.

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Laut Winkler gebe der Standortvorschlag Hittorfstraße Anlass zu kritischen Anmerkungen. Anderbrügge wird in dem Schreiben deutlicher: „Zu abgelegen, keine fußläufige Verbindung zur Innenstadt – vor allem aber in den Abendstunden nur ein unbelebter Universitätscampus, dem jegliche Einbindung in ein urbanes Umfeld abgeht.“

Städtebaulich, so Anderbrügge weiter, halte der Vorschlag keinen Vergleich aus mit den örtlichen Lösungen, die in anderen Städten für eine multifunktional zu nutzende Konzert- und Kongresshalle realisiert worden seien. Sie fänden sich ausnahmslos in zentraler innerstädtischer Lage. „Wenn das Projekt überhaupt eine Chance haben soll, dann an einem anderen Standort“, so Anderbrügge.

Da der Schlossplatz nach dem Bürgerentscheid in Sachen Musikhalle im Jahr 2008 politisch verbrannt sein dürfte, blieben nur wenige attraktive und verfügbare Alternativen. „Eine wäre zweifelsohne der Hörster Parkplatz, sofern sich die politischen Akteure im Rat zumindest auf eine Machbarkeitsstudie zur Prüfung dieses Standortes verständigen könnten und sich auch die Universität einer solchen Übereinkunft nicht grundsätzlich verschließen würde“, schreibt Anderbrügge.

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