Überfall auf Altstadt Goldschmiede
Räuber muss ins Gefängnis

Lengerich/Ibbenbüren -

Am 30. März 2016 ist das Juweliergeschäft Altstadt Goldschmiede in Lengerich überfallen worden. Der Täter, ein 18-Jähriger, erbeutete Schmuck im Wert von rund 15 000 Euro. Dafür musste er sich am Mittwoch vor dem Jugendschöffengericht in Ibbenbüren verantworten. Das verurteilte ihn wegen schweren Raubes zu einer Jugendfreiheitsstrafe von vier Jahren und einem Monat.

Donnerstag, 27.10.2016, 21:25 Uhr

Goldschmuck im Wert von 15 000 Euro erbeutete ein 18-Jähriger in der Altstadt Goldschmiede.
Goldschmuck im Wert von 15 000 Euro erbeutete ein 18-Jähriger in der Altstadt Goldschmiede. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Berücksichtigung findet dabei noch die Beleidigung eines Justizbeamten im vergangenen Sommer. Gericht, Staatsanwaltschaft , Jugendgerichtshilfe und Verteidigung verständigten sich bereits auf dieses Strafmaß, bevor die Hauptverhandlung überhaupt offiziell begonnen hatte. Die in Aussicht gestellte Strafzumessung erfolgte zudem unter Einbeziehung eines Urteils des Amtsgerichts Münster vom Februar und unter der Voraussetzung, dass der 18-Jährige die gegen ihn erhobenen Vorwürfe einräumen würde. Zudem wurde ihm nahe gelegt, nach Verbüßung der Haft eine Drogenentwöhnungstherapie anzutreten.

Sein Geständnis ließ der junge Mann, der aus der Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Herford vorgeführt wurde, dann über seinen Verteidiger ausrichten. „Es tut ihm leid“, sagte dieser zu dem Überfall , bei dem sein Mandant zur Finanzierung seines Drogenkonsums hochwertigen Goldschmuck erbeutet hatte.

Maskiert und mit Hammer in der Hand

Der 18-jährige war mit einer sogenannten Vendetta-Maske vor dem Gesicht und einem Pflasterhammer in der Hand in das Geschäft gegangen und hatte Teile der Vitrinen leer geräumt. Die anwesende Angestellte will er erst bemerkt haben, als sie aus einem Nebenzimmer kam. „Er hat sie nicht bedroht oder festgehalten“, fuhr der Verteidiger fort. Den Staatsanwalt und den Vorsitzenden Richter beeindruckte diese Deutung des Geschehens anscheinend wenig. Natürlich habe sich die Frau bedroht gefühlt, als sie an der maskierten Person mit dem Gegenstand in der erhobenen Hand vorbei nach draußen gelaufen sei.

Viele Vorstrafen

„Was soll man nach all dem sagen“, fragte der Richter den Angeklagten im Hinblick auf dessen viele Vor- und Haftstrafen, Disziplinarverfahren in der JVA und erzieherische Maßnahmen seit frühester Jugend. Der 18-Jährige schob alles auf seinen Drogenkonsum und schien den Ernst seiner Lage nicht recht verstanden zu haben. Immer wieder nahm er grinsend Kontakt zu Bekannten auf, die die Verhandlung verfolgten, und amüsierte sich offenbar auch über die lange Liste seiner Straftaten.

Rat vom Richter

„Konzentrieren sie sich auf sich selbst, nicht auf Ihre alten Kumpel, behalten sie ihre Therapie im Auge, am besten stationär“, warnte der Richter den jungem Mann, sich selbst zu belügen. „Das darf sich nicht wiederholen“, machte er deutlich, bevor Beamte den Mann in Handschellen abführten.

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