Kommunalpolitik
Knappe Mehrheit für das Krematorium in Nottuln

Nottuln -

So nahe ist Ludwig Terstriep seinem Ziel noch nie gewesen: Der Gronauer möchte schon seit Jahren im Münsterland ein Krematorium errichten und ist schon in mehreren Kommunen vorstellig geworden – bislang ohne Erfolg. In der Gemeinde Nottuln könnte das Projekt aber nun im Gewerbegebiet Beisenbusch an der B525/A43 verwirklicht werden.

Freitag, 28.10.2016, 11:10 Uhr

Im Gewerbegebiet Beisenbusch soll ein Krematorium errichtet werden. Die Visualisierung zeigt den Gebäudeentwurf des Nottulner Architekturbüros "Architekten Lackmann - Hesse-Droll".
Im Gewerbegebiet Beisenbusch soll ein Krematorium errichtet werden. Die Visualisierung zeigt den Gebäudeentwurf des Nottulner Architekturbüros "Architekten Lackmann - Hesse-Droll" Foto: Visualisierung E6H

Denn mit einer knappen Ein-Stimmen-Mehrheit hat die Kommunalpolitik im zuständigen Fachausschuss die 8. Änderung des geltenden Bebauungsplanes beschlossen, damit auf dem infrage kommenden Grundstück eine „kulturelle Einrichtung“, so der planungsrechtliche Begriff, ermöglicht werden kann. Auch der Grundstücksverkauf ist im Prinzip unter Dach und Fach, wenn auch noch nicht getätigt.

Gegenwind für umstrittenes Projekt

Denn dem vor Ort umstrittenen Projekt bläst auch aus der eigenen Branche Gegenwind entgegen. Die Betreiber eines Krematoriums außerhalb des Kreises Coesfeld , die nach Bekanntwerden der Pläne ebenfalls Interesse signalisiert haben, schalteten die Kommunalaufsicht ein und lassen prüfen, ob der Grundstücksverkauf rechtlich zulässig ist. „So lange diese Prüfung läuft, werden wir das Grundstück nicht verkaufen“, sagt Bürgermeisterin Manuela Mahnke . Sie ist aber überzeugt, dass die Gemeinde auf der rechtlich sicheren Seite ist.

Ludwig Terstriep kündigte an, sobald der Bebauungsplan rechtskräftig und der Grundstückskauf vollzogen ist, den Bauantrag für das Krematorium zu stellen. Über den hat der Kreis Coesfeld zu entscheiden.

Widerstand wird es aber wohl weiterhin geben, weil ein benachbarter Gewerbetreibender eine Klage gegen das Projekt angekündigt hat. „Sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, werden wir in so einem Fall sicherlich Regressansprüche stellen“, gibt sich Terstriep kämpferisch.

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