Uraufführung in Münster
Theater Titanick führt 2017 neues Stück „Alice on the Run“ auf

Münster -

Open-Air-Spektakel und Fluchtgeschichte: Am 11. Mai 2017 feiert das neue Stück von Theater Titanick seine Uraufführung auf dem Hafenplatz in Münster. Es ist die wohl ambitionierteste Inszenierung der Straßentheater-Pioniere.

Samstag, 03.12.2016, 12:12 Uhr

Marie Nandico (M.) als Alice kam in einer Badewanne zur Projektvorstellung. Mit im Bild: Claire Howels und Uwe Köhler vom Theater Titanick
Marie Nandico (M.) als Alice kam in einer Badewanne zur Projektvorstellung. Mit im Bild: Claire Howels und Uwe Köhler vom Theater Titanick Foto: wam

In Lewis Carrolls weltberühmtem Kinderbuch folgt das Mädchen Alice neugierig einem weißen Kaninchen in ein Wunderland. Bei der neuen Produktion des Theaters Titanick ist die Heldin eine Vertriebene, auf der Flucht: „Alice on the Run“ gibt der bekannten Geschichte eine hochaktuelle, politische Note. Am 11. Mai 2017 feiert die wohl ambitionierteste Inszenierung der Straßentheater-Pioniere auf dem Hafenplatz ihre Uraufführung .

Das fängt ja gar nicht gut an: Schon der Prolog von zwei Opernsängerinnen (als weiße und rote Königin analog zu Carrolls Buch) stimmt auf dramatische Vorfälle ein. Dann geht es Schlag auf Schlag. Gabelstapler rücken an und zerlegen das Haus, in dem die junge Alice wohnt. Fortan wird sie eine unfreiwillige Reise antreten, auf der Suche nach einer neuen Heimat.

Das Modell, anhand dessen Uwe Köhler , künstlerischer Leiter des Theaters Titanick, das Aufführungskonzept erläutert, lässt mehr als gewohnt Großes erahnen. Das fantasievolle Stück spielt gleich auf mehreren im Karree verteilten Bühnen, drei beweglichen Kuben und einer Pyramide. Im Verlauf der Inszenierung werden sie zerlegt oder auseinandergefaltet zu den wechselnden Schauplätzen von Alices Abenteuern: einer Zollstation, die sich in ein Gefängnis verwandelt, einer Bürokratenhölle, einer Mucki-Bude, einem versnobten Nachtclub. Schließlich zu einem Schachbrett, auf dem das Spiel mit Theaterblut und Pyrotechnik als „mechanisierte kleine Kriegsmaschine“, so Uwe Köhler, durchaus in schockierend reale Bildwelten mündet. Mittendrin das Publikum, dem sich stets neue Perspektiven eröffnen.

Tickets

Tickets sind ab sofort online zu erwerben und in Kürze auch im WN-Ticket-Shop am Prinzipalmarkt erhältlich.

Zum Projekt gibt es eine eigene Homepage .

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„Technisch anspruchsvoll“, so Köhler, sei dieses Konzept, „das bewegt und die Zuschauer in Bewegung versetzt.“ Und die erleben zum Beispiel, wie das Mädchen über einen dampfenden „Tränensee“ quer über den Hafenplatz rudert.

An dieser Stelle von Köhlers Ausführungen öffnet sich plötzlich die Tür. Unter wortlosem Gesang schwebt – in hellblauem Kleid, die Haare von einer riesigen, leuchtend-gelben Fliege gekrönt – die Protagonistin selbst herein, getragen von einer Badewanne auf Rollen. Marie Nandico als Alice, deren Vater Gundolf die Musik für das 75-minütige Stück schrieb, hat selbst bei den Proben das Besondere dieser laut Pumpenhaus-Leiter und Kooperationspartner Ludger Schnieder „ausgefeiltesten Titanick-Produktion“ gespürt: „Du bist unterwegs, du merkst die Reise.“

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