Bundesfreiwilligendienst
Plaudernde Papageien pflegen

Metelen -

Eileen Linke und Julia Schmitz arbeiten im Artenschutzzentrum. Zu den Aufgaben der beiden jungen Frauen, die Bundesfreiwilligendienst leisten, gehört die Versorgung exotischer Tiere.

Montag, 02.01.2017, 06:01 Uhr

Zu den Aufgaben von Eileen Linke gehört unter anderem die Versorgung der Papageien in der Artenschutzstation.  
Zu den Aufgaben von Eileen Linke gehört unter anderem die Versorgung der Papageien in der Artenschutzstation.   Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Manchmal unterhalten sie sich sogar auf Deutsch.“ Stefan Beike kennt seine Pappenheimer. In ihrem leuchtenden Federkleid sitzen die dunkelroten Aras auf den Stäben in der Voliere und schauen neugierig die Besucher an.

Drei aus dem Quartett sehen sie täglich: den Tierpflegemeister, Eileen Linke (20) und Julia Schmitz (18). Die beiden jungen Frauen leisten hier in der LANUV-Artenschutzstation in der Metelener Heide ihren Bundesfreiwilligendienst ab. Mindestens ein Jahr, in dem sich die beiden Bufdis – wie sie ein wenig flapsig abgekürzt heißen – um die Exoten kümmern.

Diese werden in der Auffangstation des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen – kurz LANUV – so lange betreut, bis sei ein neues Zuhause finden. Freiwillig sind nämlich nur die beiden Bufdis hier, aber keiner der zwei oder vierbeinigen Bewohner der Gehege, Volieren und Terrarien.

Keine Angst vor Exoten

„Wie betreuen ausschließlich Tiere, die von Behörden beschlagnahmt wurden“, erläutert Beike die wesentliche Aufgabe der Anlage in der Heide, zu der auch dann und wann Führungen von Besuchergruppen gehören. Zumeist sind die drei fest angestellten Mitarbeiter und die aktuell drei Bufdis alleine in dem Areal und den Gebäuden der ehemaligen Biologischen Station gleich hinter dem alten Vogelpark.

Eileen Linke ist schon mehr als ein Jahr hier. „Ich wollte einfach nicht das machen, was alle tun“, erzählt sie von ihren Überlegungen, wie der Start nach dem Abitur ins Berufsleben erfolgen sollte. Ein Besuch der Einrichtung, gemeinsam mit ihren Eltern, war da ein Baustein für die Entscheidung, Bufdi zu werden. Der andere sicherlich, dass sie exotische Reptilien mag: „Ich habe zu Hause selber Leopard­geckos“, berichtet sie.

Angst vor Exoten sollte sicherlich nicht haben, wer sich für den freiwilligen Job in der Heide bewirbt. Grüne Leguane, die hier betreut werden, sind schon mal über einen Meter lang, Würgeschlangen messen gerne mal das Doppelte. Kröten, Unken, Frösche und auch exotische Spinnen gehören ebenfalls zu den etwa 190 Tieren, die versorgt werden wollen.

Lob für das Engagement

Für Julia Schmitz ist das kein großes Thema. „Wir haben zu Hause auch Schlangen“, beschreibt die junge Metelenerin, dass ihr der Umgang mit Tieren, die vielen Betrachtern zumindest einen wohligen Schauer über den Rücken laufen lassen, nichts ausmacht. Ihr Bruder Marlon, der in früheren Jahren seinen Bundesfreiwilligendienst in der Station ableistete, brachte sie auf die Idee, hier zu arbeiten.

Zum Thema

Wer Interesse am Bundesfreiwilligendienst hat, findet Informationen dazu unter anderem auf der Internetseite des LANUV.    

lanuv.nrw.de

bundesfreiwilligendienst.de

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Das freiwillige Jahr ist für die beiden Bufdis auch eine Zeit, sich zu orientieren. Erleichtert wird dies durch die Möglichkeit, an Bildungstagen teilzunehmen und so auch in andere Berufsfelder hineinzuschnuppern.

„Ich habe eine Woche in der Seehund-Auffangstation in Friedrichskoog gearbeitet“, berichtet Eileen Linke. Sie schließt nicht aus, dass sie im Herbst vielleicht „irgendwas mit Tieren oder im Umweltbereich“ studieren könnte. Um ein halbes Jahr hat sie den freiwilligen Dienst in der Heide verlängert. Bis zum April.

„Diese Option bietet der Freiwilligendienst“, freut sich auch Stefan Beike über das flexible Angebot. Der Tierpflegemeister lobt das Engagement der Bufdis in höchsten Tönen: „Wir sind hier sehr, sehr zufrieden. Das sind tolle Mitarbeiterinnen, allesamt hoch motiviert.“

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