Fahrradfahren auf der Promenade
Kleine Änderung große Symbolwirkung

Münster -

An der Kreuzung der Promenade mit der verlängerten Überwasserstraße sollen Radfahrer Vorfahrt haben. Was sind die Konsequenzen aus dieser Entscheidung und ist sie gut oder schlecht? Diesen Fragen stellen sich unsere Redakteure.

Samstag, 28.01.2017, 15:01 Uhr

Fahrradfahren auf der Promenade : Kleine Änderung große Symbolwirkung
Foto: Helmut P. Etzkorn

Pro: Klare Kante

Von Günter Benning

Hoppla, wir sprechen nicht über die Promenadenkreuzungen mit der Windthorststraße oder der Ludgeristraße. Dort ist es hakelig im Miteinander von Radlern, Fußgängern und Autos . Dort macht es Sinn, dass die beweglicheren Radler den schwerfälligen Autos die Vorfahrt lassen, weil sonst der Verkehr ganz zusammenbrechen würde. Und an beiden Kreuzungen kann man erleben, dass das Chaosprinzip im Alltag eigentlich ganz gut funktioniert.

Wir reden hier von der Kreuzung der Haupt-Radfahrroute Promenade mit einer untergeordneten Auto-Zufahrt zu einem Uni-Gebäude. Durch einen Denkfehler in der Verkehrsordnung war bisher grundsätzlich dem Auto Vorfahrt gegeben worden. Das hat die Radlerlobby ADFC völlig zu Recht beklagt. Und darum ist die neue Regelung nun auch mit Sinn für Realitäten angepasst worden. Im Grunde findet eine Verschiebung der Verantwortung statt: Jetzt müssen die Autofahrer mehr auf den Querverkehr achten. Das ist gut so.  Günter Benning

Contra: Noch mehr Unklarheit

Von Gabriele Hillmoth

Die Nachricht, dass demnächst Radler  auf der Promenade am Schlossplatz Vorfahrt haben sollen, ist fatal. Was das für die vielen anderen Querungen der Promenade beispielsweise mit der Windthorststraße bedeutet, das liegt doch klar auf der Hand. In einer Stadt wie Münster, in der Radfahrer schon zu den Verkehrsteilnehmern gehören, die meinen, sich fast alles erlauben zu können, ist eine solche Vorfahrtregelung wie ein Freifahrtschein. Eine solche Entscheidung von Stadt und Leezen-Lobby öffnet den Leezenrittern nun Tür und Tor. Und nicht genug, da wird auch am Pflaster gearbeitet, zusätzlich sollen Verkehrsschilder die Autofahrer warnen, dass die Vorfahrt umgedreht wird. Das Geld kann sich die Stadt sparen. An dieser Stelle lief es doch gut. Sinnvoller wäre es, wenn dagegen alle größeren Promenadenübergänge mit einer Ampel gesichert werden. Das sorgt für klare Verhältnisse zwischen den Verkehrsteilnehmern – und Ampeln gelten gleichermaßen für Spaziergänger, Jogger und Radfahrer.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4590538?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F87%2F3862662%2F4847779%2F4847782%2F
Mehr Buchen, bitte!
Buchen unter Eichen: Förster Holger Eggert zeigt einen "zweischichtigen Bestand."
Nachrichten-Ticker