Müll-Problem an den Give-Boxen und Tauschhütten
Die Wechselstube soll es richten

Münster -

Viele Give-Boxen sind beliebter als ihnen gut tut. Dort abgestellte Sachen werden nass und werden zum Müll. Die Abfallwirtschaftsbetriebe wollen mit ihren Wechselstuben gegensteuern.

Freitag, 17.02.2017, 08:02 Uhr

Für Bücher und Gebrauchsgegenstände ist in den Wechselstuben der AWM viel Platz.
Für Bücher und Gebrauchsgegenstände ist in den Wechselstuben der AWM viel Platz. Foto: Oliver Werner

Auch eine gute Idee kann zum Problem werden. Die Rede ist von den Give-Boxen, die an vielen Stellen im Stadtgebiet zu sehen sind und die dem Zweck dienen, nicht mehr benötigte Bücher, Spiele, DVDs oder Gebrauchsgegenstände zu deponieren – in der Hoffnung, dass andere Münsteraner sie benötigen und mitnehmen.

Spenden landen neben der Box

Doch immer häufiger sammelt sich der Müll rund um die Boxen. Und zwar genau dann, wenn in der Box kein Platz mehr ist und die Spenden neben der Box landen. „Spätestens nach dem ersten Regen werden die gebrauchten Bücher dann selbst zu Müll“, beschreib der SPD-Ratsherr Ludger Steinmann , Vorsitzender des Betriebsausschusses der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster , (AWM), das Problem.

„Es geht mehr rein als raus“, so die Anmerkung des AWM-Chefs Patrick Hasenkamp. Eine überfüllte Give-Box sei aber ein Problem für die Straßenreinigung. Wegen des zunehmenden Müllproblems stand die Give-Box vor der St-Joseph-Kirche an der Hammer Straße schon mal vor dem Aus.

Problem für Straßenreinigung

Um die Grundidee der Give-Boxen zu erhalten, zugleich aber das Müllproblem zu vermeiden, haben die AWM ein eigenes Projekt aufgelegt: die Wechselstuben .

Hierbei handelt es sich um ehemalige Telefonzellen, die von den AWM aufgearbeitet wurden. An allen elf Recyclinghöfen stehen inzwischen die umfunktionierten Telefonzellen.

Nach Auskunft der AWM-Pressesprecherin Manuela Feldkamp besteht die Möglichkeit, zusammen mit interessierten Partnern die Wechselstuben auch an anderen Stellen im Stadtgebiet aufzustellen. „20 Telefonzellen stehen bei uns auf dem Hof“, so Feldkamp.

Aufgearbeitete Telefonzellen

Als besonderen Vorteil nennt sie den umfassenden Regenschutz und überdies die Möglichkeit, die alte Telefonzelle bei Bedarf abzuschließen, um beispielsweise nächtlichen Vandalismus zu verhindern. „Eine Wechselstube ist nur dann sinnvoll, wenn sie auch Paten finden, die nach dem Rechten schauen.“ Zu Kooperation gehört aber auch, dass die AWM-Reinigungskräfte vorbeischauen, wenn sich mal wirklich der Müll stapelt.

Mit zwei Partnern verhandeln die AWM bereits über das Aufstellen einer Wechselstube.

„Dann gibt es auch einen Wiedererkennungswert“, kann auch Steinmann der Initiative Positives abgewinnen.

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