Münster nicht auf Stuttgarts Spuren
Stadt sieht positive Entwicklung bei der Luftqualität

Münster -

Zu viel Feinstaub und Stickoxide in der Luft können die Gesundheit schwer schädigen – und als wesentliche Verursacher für beide Schadstoffe gelten ältere Dieselfahrzeuge. In Stuttgart ist die Lage so dramatisch, dass dort ab Beginn kommenden Jahres alle älteren Dieselfahrzeuge nicht mehr in die Innenstadt fahren dürfen. Auch Münster gehört zu Städten in Deutschland, wo zu viele Stickoxide in der Luft gemessen werden.

Freitag, 24.02.2017, 19:02 Uhr

In Stuttgart sollen ältere Diesel-Fahrzeuge im kommenden Jahr nicht mehr durch die Stadt fahren. In Münster ist ein solches Verbot aktuell jedoch nicht in Sicht.
In Stuttgart sollen ältere Diesel-Fahrzeuge im kommenden Jahr nicht mehr durch die Stadt fahren. In Münster ist ein solches Verbot aktuell jedoch nicht in Sicht. Foto: dpa

Hier sind an der Messstation am Bült immer noch mehr Stickoxide in der Luft, als der von der EU gesetzte Grenzwert vorsieht. Ein Anlass, hier über Fahrverbote nachzudenken, sei das aber nicht, sagt Ralf Besler vom städtischen Umweltamt. Die Luftqualität an dem im vergangenen Jahr traditionell hochbelasteten Bereich am Bült habe sich deutlich verbessert, ergänzt Besler.

Traditionell hochbelasteten Bereich: Bült

Der Jahresmittelwert für Stickoxide am Bült habe 2016 noch bei 42 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gelegen, zwei Mikrogramm mehr als der Grenzwert. Besler: „Ich bin optimistisch, dass wir in absehbarer Zeit Werte unterhalb von 40 erreichen.“ Und das ohne weitere Restriktionen im Verkehr.

Am Bült lag der Stickoxid-Mittelwert Wert vor fünf bis sechs Jahren noch bei etwa 50 Mikrogramm. 2014 wurden die Bedingungen in der Umweltzone verschärft, seither dürfen nur noch Autos mit grüner Abgasplakette hier fahren. Außerdem wurden die Busse mehrerer Buslinien, die hier verkehren, auf Elektroantrieb umgerüstet. „Das hat offenbar gewirkt“, so Besler, der aber auch günstige Wetterbedingungen als Ursache für die bessere Luft ausmacht.

Messstation Weseler Straße

Die waren – jedenfalls mit Blick auf die Entwicklung der Luftschadstoffe – im Januar dieses Jahres weniger positiv. „Wir hatten eine längere Phase mit sehr geringem Luftaustausch, verschmutze Luft steigt nur langsam in obere Schichten auf“, erklärt Besler. Das Resultat: An der Messstation Weseler Straße gab es in diesem Jahr bereits neun Tage, an den der Grenzwert für Feinstaub überschritten wurde. Im ganzen Jahr 2016 waren es lediglich fünf an dieser Stelle. 35 Überschreitungstage sind pro Jahr nach den EU-Normen erlaubt, in Münster gab es seit 2008 keine Überschreitung dieser Grenze mehr.

Mögliche Auswirkungen des VW-Abgasskandals

Am kommenden Dienstag wird die Verwaltung eine Anfrage der SPD-Fraktion in der Sitzung des Umweltausschusses beantworten. Das Thema sind die möglichen Auswirkungen des VW-Abgasskandals auf die Luftqualität in Münster. Besler will die Antwort nicht vorwegnehmen. Aber anhand der Luftwerte des vergangenen Jahres sehe die Stadt in Münster vorläufig keine Dringlichkeit, ältere Dieselautos auszusperren.

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