Stadt regt freiwilligen Verzicht an
Bei Windstille sollen keine Kaminfeuer brennen

Münster -

Die Stadt schlägt vor, bei austauscharmen Wetterlagen keine Kaminfeuer mehr anzuzünden. So sollen Kamin-Besitzer dazu beitragen, dass weniger Feinstaub in der Luft ist.

Freitag, 03.03.2017, 13:03 Uhr

Bei austauscharmen Wetterlagen sollen Kaminfeuer – wie hier im Mühlenhof – ausbleiben.
Bei austauscharmen Wetterlagen sollen Kaminfeuer – wie hier im Mühlenhof – ausbleiben. Foto: Matthias Ahlke

Wenn es im Winter knackig kalt ist und kein Lüftchen weht, dann ist es um die Luftqualität nicht gut bestellt – erst recht nicht dort, wo Kaminfeuer lodern. Bei einer Untersuchung im Mecklenbecker Wohngebiet Am Dill hat die Verwaltung festgestellt, dass Kaminfeuer bei austauscharmen Wetterlagen für 23 Prozent der Feinstaub-Belastung verantwortlich sind. In einer Vorlage regt sie daher nun einen freiwilligen Verzicht auf Kaminfeuer an. Ziel sei eine bessere Luftqualität.

Hauptheizungen nicht vom Appell betroffen

Bundesweit gibt es mehr als 14 Millionen „Holzfeuerungsanlagen“, in Münster mehr als 10 000 – vor allem Kaminöfen, aber auch offene Kamine, berichtet Ralf Besler vom Grünflächenamt. Er betont ausdrücklich, dass Hauptheizungen nicht von dem Appell betroffen seien – und dass die übrigen Kaminfeuer nur bei besonders schadstofflastigen Wetterlagen aus bleiben sollen: Wetterlagen wie zuletzt Anfang Januar, als es tagelang windstill und trüb war, es also keinen nennenswerten Luftaustausch gab und die Feinstaubwerte nach oben schnellten.

„Wenn sich alle Betroffenen an den Verzicht halten, wird das ganz klar einen Einfluss auf den Feinstaubgehalt in der Luft haben“, sagt Besler. Machen allerdings nur wenige mit, dann sei der Effekt entsprechend gering. Zumal nicht jeder Kaminnutzer permanent über die aktuellen Wetterbedingungen informiert sein dürfte – also im Zweifelsfall gar nicht weiß, dass gerade eine Wetterlage herrscht, bei der er besser auf Kaminfeuer verzichten sollte.

Umweltfreundliche Kaminöfen

Friedhelm Fabian vom Fachgeschäft „Kaminland“ sieht den Vorstoß der Verwaltung skeptisch. „Dann müsste man auch einen Verzicht auf alle anderen Heizarten und auf Autos fordern“, meint Fabian. Im Übrigen seien die Kaminöfen heutzutage dank Bundesemissionsschutzverordnung umweltfreundlich wie nie – vorausgesetzt, sie werden mit sauberem, trockenem Holz befüllt. „Die hoch entwickelten Kaminöfen von heute erzeugen kaum noch Abgase“, sagt Fabian.

Der freiwillige Verzicht auf Kaminfeuer muss noch von der Politik verabschiedet werden – im Umweltausschuss wurde das Thema in dieser Woche aber erst einmal vertagt. Die Vorlage hat man sich übrigens nicht im Stadthaus ausgedacht – ein Bürger hatte den freiwilligen Kaminfeuer-Verzicht angeregt.  

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