Viele Kunden verunsichert
DVB-T2 HD und mehr: Am 30. Juni knallt’s!

Ahlen -

Beratungsbedarf ohne Ende um DVB-T2 HD in Ahlens Fachhandel. Viele, die sich erkundigen, sind gar nicht betroffen. Erfahren aber, dass es bei ihnen als Kabelkunde in Kürze schwarz auf der Mattscheibe werden kann, ja wenn...

Samstag, 11.03.2017, 06:03 Uhr

Neuer Receiver oder neuer Fernseher? Das nächste Beratungsgespräch mit einem Antennenkunden. Er hat die Antenne wirklich auf dem Dach.
Neuer Receiver oder neuer Fernseher? Das nächste Beratungsgespräch mit einem Antennenkunden. Er hat die Antenne wirklich auf dem Dach. Foto: Ulrich Gösmann

Antenne? „Schauen Sie wirklich mit Antenne?“ Dreimal nachgefragt, dreimal „Ja“ gehört. Und dann ist es doch die Schüssel. Umstellungen hat Christian Börner schon viele erlebt. Und Nerven gelassen. Die jetzige stelle aber alles in den Schatten. Weil – wer jetzt betroffen ist und nicht handelt – im Sommer ins Schwarze schaut. Heißt: Blackout auf dem Bildschirm! DVB-T2 HD ist nur die halbe Geschichte. Digitales Kabelfernsehen die andere. Der Fachberater bei „Expert Promedia“ prognostiziert: „Zum 30. Juni gibt‘s den großen Knall.“ An den 1. Juli mag er gar nicht denken.

Stichwort DVB-T2 HD: Für viele ein Reizwort, weil sie nichts damit anfangen können. Das Ergebnis endloser Werbung: Verwirrung. Bei denen, die über Antenne schauen, über Kabel und auch Satellit. Berater Börner kann ein Lied davon singen.

Da ist jetzt nichts mehr mit Weitergucken.

Christian Börner

Wichtige Stichtage: 29. März & 30. Juni

„Was haben Sie?“ Immer wieder die gleiche Frage, um auf eine Gesprächsebene zu kommen und Aufklärung in einfacher Sprache systematisch aufzubauen. Die meisten, die wegen DVB-T2 HD vor seiner Theke stehen, hätten sich den Weg schenken können. Sie nutzen gar kein DVB-T . „70 Prozent gucken Kabel, 30 Prozent mit Schüssel“, stellt der Fernsehmann fest.

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Am Ende einer Beratungswoche bleibe eine Handvoll, die wirklich eine Antenne auf dem Dach(boden) habe. In der Nacht zum 29. März beginnt auch für sie das Full-HD-Zeitalter. Entweder sie machen mit oder sie sind raus. Mit einem aktuellen 50-Euro-Receiver sind die Öffentlich-Rechtlichen dann weiter zu empfangen; für die Privaten – nach einer dreimonatigen Schnupperphase – ab dem 1. Juli 69 Euro Jahresbeitrag über Freenet TV fällig.

Der 30. Juni ist auch der Stichtag für Kabelkunden , die allen Senderstreichungen zum Trotz auch mit schmaler Bandbreite dem analogen Fernsehen treu geblieben sind. „Da ist jetzt nichts mehr mit Weitergucken“, stellt Börner klar. Entweder Receiver – oder neuer Fernseher. „Das wird die Älteren hart treffen“, weiß er. Die, die sich bisher damit begnügten, mit einem vom Fachmann durchgeführten Senderdurchlauf an ihrem alten Gerät alles beim Alten zu belassen. Mit der nur einen lieb gewonnenen Fernbedienung.

Das Chaos werden wir dann am 1. Juli haben.

Christian Börner

Technische Aufrüstung oder Anbieterwechsel

In der Fernsehabteilung von „Promedia“ scheint jeder Fall ein anderer. Die einen rüsten auf ihrer vertrauten Empfangsschiene über Receiver-Investition oder Fernsehkauf auf. Andere wechseln. Von Kabel zu Antenne. Von Antenne zu Schüssel. Von – ja alles wird in dieser Phase der Verwirrung durchdacht, verworfen und dann doch gemacht.

Manche kommen zwei-, drei- ja viermal wieder, weil sie es sich noch einmal haben durch den Kopf gehen lassen. So mancher Kunde setze auf die Schüssel, weil sie die letzte Empfangsmöglichkeit sei, für die sie nichts bezahlen müssen, so Börner. Vorausgesetzt, der Vermieter spielt mit, duldet das sperrige Teil auf Balkon oder Dach. Und die Jüngeren: Sie gucken über Internet-TV.

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Als wenn es nicht jetzt schon fünf vor zwölf ist: Nicht wenige analoge Kabelkunden verlassen unverrichteter Dinge den Fachmarkt. Warum jetzt schon wild machen lassen? Bis Ende Juni ist ja noch Zeit. Börner: „Das Chaos werden wir dann am 1. Juli haben.“

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