Wohn-und-Stadtbau-Geschäftsführerin verlässt Münster
Rathaus von Sandra Wehrmann kalt erwischt

Münster -

Sie ist die Chefin über mehr als 6000 Mietwohnungen und eine Schlüsselfigur im Kampf gegen die Wohnungsnot: Nach gerade einmal drei Jahren im Amt will Sandra Wehrmann, die Geschäftsführerin der Wohn- und Stadtbau, Münster wieder verlassen. In einer Mail an den Aufsichtsrat teilte sie mit, dass sie eine neue berufliche Tätigkeit in Berlin übernehmen wolle.

Dienstag, 25.04.2017, 21:04 Uhr

Sandra Wehrmann
Sandra Wehrmann Foto: Wohn- und Stadtbau

Auf Anfrage unserer Zeitung wollte Wehrmann keine näheren Angaben machen. Ihr neuer Arbeitgeber bereite eine Erklärung vor. „Dem möchte ich nicht vorgreifen.“ Die Nachricht schlug im Rathaus hohe Wellen. „Dafür gab es keine Anzeichen“, so ein Insider.

Lewe dankte Wehrmann in einer Pressemitteilung „für die hervorragende Arbeit, die sie in den vergangenen Jahren für die Wohn- und Stadtbau geleistet“ habe.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, der SPD-Ratsherr Thomas Fastermann, sprach von einem „großen Verlust“. In Anspielung auf Wehrmanns Rolle als treibende Kraft bei der geplanten Bebauung der York-Kaserne und der Oxford-Kaserne meinte Fastermann weiter: „Für den Konversionsprozess ist das ein schwerer Schlag.“

Noch zwei Jahre Vertrag

Sowohl Lewe als auch Fastermann lobten Wehrmann für die starke Bautätigkeit der Wohn- und Stadtbau. „Die Zahl der neu gebauten Wohnungen hat sich deutlich erhöht“, so der Oberbürgermeister.

Der Arbeitsvertrag von Sandra Wehrmann geht nach vorliegenden Informationen bis April 2019. Mit der Übergabe ihres Kündigungsschreibens sprach sie zugleich auch den Wunsch aus „über eine vorzeitige Freigabe zu verhandeln“, wie es in einem Brief des städtischen Personaldezernenten Wolfgang Heuer heißt. Gleichwohl werde Wehrmann die Geschäfte der Wohn- und Stadtbau „in den kommenden Monaten weiterführen“ und auch einen Nachfolger einarbeiten.

Wachstumskurs nicht risikofrei

Die aus Dinslaken stammende Immobilien-Expertin übernahm 2014 in der Nachfolge von Klemens Nottenkemper das Unternehmen. Unter ihrer Regie stemmt die Wohn- und Stadtbau aktuell ihr größtes Investitionsvorhaben, und zwar den Bau der 45 Millionen Euro teuren York-Höfe auf dem alten TÜV-Gelände an der Steinfurter Straße. Dort entstehen 190 Wohnungen.

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Immer wieder war in den vergangenen Monaten darüber spekuliert worden, ob nicht die vielen von der Stadt Münster an die Wohn- und Stadtbau herangetragenen Wünsche – Wohnungen, Kitas, Flüchtlingsunterkünfte – das Unternehmen überfordern. Der eingeschlagene Wachstumskurs ist nicht frei von Risiken. 

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