„Clemensbögen“ komplett vermarktet
Kreuzgang wird wieder aufgebaut

Münster -

Gerade erst ist die Baugrube ausgehoben worden – doch die Wohnungen in den „Clemensbögen“ an der Klosterstraße sind bereits komplett vermarktet, berichtet Michael Lüke, Geschäftsführer von CM Immobilien, die die gehobene Wohnanlage bauen.

Freitag, 28.04.2017, 09:04 Uhr

Die Baugrube ist fast komplett ausgehoben. Der alte Kreuzgang soll im Rahmen der weiteren Arbeiten wieder komplett rekonstruiert werden – mit den Originalsteinen. Sie lagern zurzeit in den Baumbergen.
Die Baugrube ist fast komplett ausgehoben. Der alte Kreuzgang soll im Rahmen der weiteren Arbeiten wieder komplett rekonstruiert werden – mit den Originalsteinen. Sie lagern zurzeit in den Baumbergen. Foto: Matthias Ahlke

Für das Projekt hatten die Clemensschwestern einen Teil ihres Mutterhauses an den Investor verkauft. Ein Teil des Nachkriegsbaus wurde abgerissen, ein weiterer – die Fassade am Servatiiplatz – aufwendig gesichert.

Die Steine der übrigen drei Flügel lagern derzeit in den Baumbergen, für die Rekonstruktion werden sie dann wieder nach Münster gebracht.

Michael Lüke

Von der Klosterstraße aus fällt der Blick aktuell in eine gewaltige Baugrube, aber auch auf die Reste des alten Kreuzganges , der im Rahmen der Bauarbeiten wieder komplettiert wird. „Die Steine der übrigen drei Flügel lagern derzeit in den Baumbergen, für die Rekonstruktion werden sie dann wieder nach Münster gebracht“, berichtet Lüke .

Arbeiten noch bis Mitte Mai

Gerade mal 23 Wohnungen werden gebaut – sie sind zwischen 110 und 250 Quadratmeter groß, haben bis zu fünf Meter hohe Wände. Bei den Käufern handelt es sich um Unternehmer aus Münster und der Region, sagt Lüke. Für einige von ihnen seien die Wohnungen eine Kapitalanlage, andere ziehen selbst ein. Über den Preis schweigt er sich aus.

Bis Mitte Mai sollen die Arbeiten an der Baugrube abgeschlossen sein, danach wird der Kran aufgebaut. In der ersten Jahreshälfte 2018 soll der Rohbau stehen, bis Ende 2018, so hofft Michael Lüke, ist die Anlage bezugsfertig.

Mehr zum Thema:

Bauprojekt Clemensbögen: Edelwohnungen auf archäologisch wertvollem Boden

23 Wohnungen im ehemaligen Mutterhaus: Startschuss für die „Clemensbögen“

...

In den vergangenen Monaten war das Vorhaben auch von Archäologen begleitet worden – zuletzt kurz vor Ostern . Wie Lüke berichtet, fanden sie nicht nur Überreste älterer Klosterbauten an dieser Stelle, sondern legten auch Strukturen aus der vorklösterlichen Zeit im elften Jahrhundert frei.

Clemensbögen sehen ihrer Fertigstellung entgegen

Inzwischen haben die Archäologen ihre Arbeit beendet. Dort, wo sie zuletzt tätig waren, entsteht eine Tiefgarage für 50 Fahrzeuge. Diese werden künftig von der Klosterstraße aus über zwei Autofahrstühle in die zweigeschossige Anlage gelangen, berichtet Lüke.

Während die Clemensbögen allmählich ihrer Fertigstellung entgegen gehen, ist CM Immobilien bereits mit weiteren Projekten beschäftigt. So wird das Unternehmen im Zentrum Nord 500 Wohneinheiten errichten – zusammen mit dem Wohnungsbauunternehmen Sahle und der Sparda-Bank. Das Bebauungsplanverfahren läuft bereits, berichtet der Geschäftsführer.

Anders als bei den Clemensbögen kommt im Zentrum Nord die „Sozialgerechte Bodennutzung“ zum Tragen – dort entsteht also auch geförderter und förderungsfähiger Wohnungsbau.

Baulärm nervt die Anlieger

Kritik an der Baustelle Clemensbögen kommt von den Anwohnern. „Die Baumaschinen machen zu viel Lärm, die Bauunternehmen kümmern sich erst auf Drängen der Behörden um Lärm- und Staubschutz“ – so die Vorwürfe. In der Tat ergab eine Lärmmessung durch das Umweltamt am 21. März, dass der zulässige Immissionsrichtwert überschritten wird.

Daraufhin verständigten sich Stadt, Bauherr und Bauleiter darauf, Bohrgeräte ab sofort nur noch acht Stunden täglich einzusetzen, zudem soll ein „Vorhang“, der auch schon beim Abriss eingesetzt wurde, Anlieger vor Staub und Lärm schützen. Am 24. April fanden erneut Messungen statt, Ergebnisse liegen laut Stadt aber noch nicht vor.

Ein Trost für die Anlieger: Die lärmintensivsten Arbeiten werden spätestens Mitte Mai vorbei sein, verspricht der Bauherr. Die schweren Baustellenfahrzeuge werden weiterhin durch die halbseitige zugeparkte Klosterstraße fahren, die durch das Aufstellen des Baukrans noch enger werden wird.

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4794882?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F87%2F3862662%2F4847779%2F4894303%2F
Nachrichten-Ticker