Cristopher Street Day
Andenken an historische Schwulendemo

Münster -

„Genau um diese Zeit, genau an diesem Ort, heute vor 45 Jahren“, erinnerte Andreas Sahner vom CSD Münster an Deutschlands erste Schwulendemo am Samstag vor dem Schloss – und um die 150 Personen zogen die historische Route über die Überwasserstraße, vorbei am Domplatz, über Prinzipalmarkt, Salzstraße und Promenade bis zum Stubengassenplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

Samstag, 29.04.2017, 17:04 Uhr

SPD Vertreter Svenja Schulze und Thomas Marquardt sind am Samstag bei der historischen Schwulendemo mit dabei.
SPD Vertreter Svenja Schulze und Thomas Marquardt sind am Samstag bei der historischen Schwulendemo mit dabei. Foto: Maria Conlan

„Die Ziele gelten immer noch,“ erinnerte Sahner . Und hatte Banner mit den alten Parolen verteilt, die vereinzelt mit Edding-Stiften um die Gender-Problematik aktualisiert wurden. Es waren tatsächlich Teilnehmer der ersten Demo dabei, wie Werner Janik-Mehlem aus Bonn .

Freundliches und offenes Münster

Er erinnerte sich, dass auch damals die Münsteraner freundlich zu den Demonstranten waren, die sich zum ersten Mal auf der Straße offen zur Homosexualität bekannten. Philipp Kannemann vom ASTA-Schwulenreferat moderierte die Abschlusskundgebung.

Sängerin Linda Lulka sorgte für gute Stimmung. 1972 bedauerte Sigmar Fischer nicht mitziehen zu können, weil er in Bielefeld bei seinen Eltern sein Coming-out vollzog, doch jetzt war er dabei und erinnerte an die Demonstranten von damals als „verdammt mutig“.

Es gibt noch genügend zu erledigen, das können wir gemeinsam tun.

Sigmar Fischer

Um den Paragraphen 175 gehe es auch heute noch, nämlich um Entschädigung und Wiederherstellung der Würde aller, die darunter gelitten haben. Er betonte: „Es gibt noch genügend zu erledigen, das können wir gemeinsam tun“. Er sprach sich aus für an Gleichberechtigung, Demokratie und Menschrechte gegen rechte Tendenzen aus.

Immer noch große Dunkelziffern

Stefan Schmidt vom KCM Schwulenzentrum erinnerte daran, was die letzten 45 Jahre prägte, so z.B. die Aids und HSV-Tragödie. Für Sahner gäbe es juristisch Verbesserungen, doch gesellschaftlich bestehe weiterhin Diskriminierung Homosexueller, Trans- und Intersexueller Menschen statt, meist subtiler als früher.

Historische Schwulendemo in Münster

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Drum gelte es weiterhin, für Bürgerrechte zu kämpfen. Felix Adrian Schäper vom KCM erinnerte an die große Dunkelziffer von Trans- und Intermenschen und viele persönliche Tragödien, die mit der Diskrepanz von Kopf- und Körpergeschlecht zusammen hingen, schon für Kinder.

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Er forderte die Politiker auf, das veraltete Transsexuellengesetz zu reformieren. Das Saisonmotto der CSD wurde bekannt gegeben: „Mensch_enskinder bleibt bunt“. Dr. Birgit Bosold vom Schwulen Museum Berlin freute sich, als diesjährige CSD-Botschafterin zu fungieren. Sie mahnte, dass gesellschaftlicher Wertewandel nicht so profund verankert sei wie gewünscht.

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