Kommentar zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein
Krachend gekentert

Dieses politische Erdbeben im hohen Norden erschüttert die gesamte Bundespolitik: Was nun, Martin Schulz? Nach der CDU im Saarland hat nun auch die CDU in Schleswig-Holstein die hochfliegenden SPD-Träume von der Machtübernahme in Berlin fast brutal geerdet.

Montag, 08.05.2017, 07:34 Uhr

Kommentar zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein : Krachend gekentert
Torsten Albig (r), Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, und Ralf Stegner, SPD-Parteichef, auf der Wahlparty der SPD in Kiel. Foto: dpa

Der in Kiel drohende Machtverlust des Ministerpräsidenten Torsten Albig ist mehr als ein Rückschlag, es ist ein Debakel für die SPD . Und ein Menetekel für Hannelore Kraft , die sich in sechs Tagen in NRW um eine Wiederwahl bewirbt: Wie in Schleswig-Holstein gibt es auch hierzulande viel Enttäuschung der Bürgerinnen und Bürger in Sachen Bildungspolitik, innere Sicherheit und Straßenbau.

Albigs Küsten-Koalition ist deshalb krachend gekentert. Ein Ministerpräsident ohne spürbaren Amtsbonus und ohne überzeugende Regierungsbilanz, dafür aber mit einer unerschütterlichen Gemächlichkeit. Albigs politische Karriere dürfte sich dem Ende zuneigen, denn auf eine solche Niederlage hat SPD-Linksausleger Ralf Stegner eigentlich nur gewartet. Albigs Scheitern ist auch deshalb dramatisch, weil er gegen einen weitgehend unbekannten CDU-Newcomer so deutlich verloren hat. Daniel Günther wird nun alles daransetzen, eine Regierung unter seiner Führung zu bilden, um eine Ampel-Koalition des Wahlverlierers SPD mit Grünen und FDP zu verhindern.

Diese beiden Mehrheitsbeschaffer fuhren tolle Wahlergebnisse ein. Die in Kiel überaus pragmatisch agierenden Grünen haben sich überzeugend vom negativen Bundestrend ihrer Partei abgesetzt.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4819275?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F87%2F3862662%2F
Dozenten fürchten Kaputt-Sanierung
Die Räume der VHS im Aegidiimarkt sollen ab Herbst saniert werden. Aber es gibt bisher keine Ausweichräume.
Nachrichten-Ticker