NRW-Landtagswahl
17,5 Prozent - Die Lust auf Briefwahl wächst weiter

Ahlen -

Gab‘s schon mal mehr Briefwähler in Ahlen? Am Freitagmittag lag die Zahl schon um 24 Prozent über der der letzten Landtagswahl.

Samstag, 13.05.2017, 11:05 Uhr

Die „Ausbeute“ des Donnerstags. Von der Wahlurne geht‘s gleich damit in den Rathauskeller, wie Silke Fischer wissen lässt. Unterdessen erreichten etliche Anforderungskarten ohne Unterschrift die Stadt (kl. Foto).
Die „Ausbeute“ des Donnerstags. Von der Wahlurne geht‘s gleich damit in den Rathauskeller, wie Silke Fischer wissen lässt. Unterdessen erreichten etliche Anforderungskarten ohne Unterschrift die Stadt (kl. Foto). Foto: Ulrich Gösmann

Die Lust an der Briefwahl hat ihren neuen Höhepunkt erreicht. 6542 Anträge sind am Freitagmittag – Punkt 12 Uhr – amtlich. Das macht einen Anteil von 17,5 Prozent aller 37 195 Ahlener Wahlberechtigten. Noch interessanter der direkte Vergleich zur letzten Landtagswahl – mit einem Vorsprung von bereits 24 Prozent. Warum? „Weil‘s so bequem ist“, mutmaßt Silke Fischer .

Nichts da mit Erklärungen, warum schon vorher und nicht am Wahltag. „Früher mussten die Leute einen Grund angeben“, erinnert die Sachbearbeiterin Wahlen im Rathaus – und kann es sich selbst kaum noch vorstellen, dass es wirklich mal so gewesen sei.

Und heute: Im einfachsten Fall ein Mausklick und die Unterlagen kommen. „Die, die es einmal gemacht haben, machen es immer wieder“, weiß Fischer. Ihnen sei ein wahlfreier Sonntag gegönnt.

Kein Unterschrift? Kein Einzelfall.

Kein Unterschrift? Kein Einzelfall. Foto: Ulrich Gösmann

Nicht weniger interessant auch der Vergleich zur letzten Kommunalwahl . Die eigentlich immer gut für größeres Interesse ist, weil‘s um die eigene Stadt geht. Briefwähler schafften es vor zwei Jahren nur auf 5857 Anforderungen. Und das, obwohl kommunal auch schon die 16-Jährigen durften. Die Quote lag seinerzeit bei „nur“ 15 Prozent: Der aktuelle Vorsprung liegt heute bei beachtlichen 1300 Briefwählern.

Wie sollen es die Unterlagen noch bis Sonntag nach Spanien schaffen und wieder zurück?

Genug der Zahlen. Eine Mail aus Spanien schickt am Donnerstag die Sonne des Südens auf den städtischen Wahlrechner. Ein Ahlener will noch schnell. Umgehende Antwort via Netz aus dem Rathaus, dass es dafür jetzt zu spät sei. Fischer: „Wie sollen es die Unterlagen noch bis Sonntag nach Spanien schaffen und wieder zurück?“ Der Absender habe wohl gedacht, dass Briefwähler länger dürften.

Briefwahl boomt. Der Nächste bitte...

Briefwahl boomt. Der Nächste bitte... Foto: Ulrich Gösmann

Andere Ahlener bekommen unterdessen zweimal Post von der Stadt, weil: Unterschrift auf der Benachrichtigungskarte vergessen, obwohl die freie Stelle doch mit einem fetten X markiert ist. Nicht wenige seien‘s gewesen, sagt Silke Fischer. Mit einem roten Ankleber in Höhe der vernachlässigten Unterschriftenzeile versehen, geht noch einmal die Post ab – mit der freundlichen Bitte, Versäumtes nachzuholen. Ob alle das Hin und Her mitmachen, weiß die Koordinatorin aus dem Wahlamt nicht. Das werde nicht gesondert festgehalten. Ein Geheimnis soll an dieser Stelle auch bleiben, wie viele Ahlener parallel zur Briefwahl noch eine Unterschrift in die Liste „G9 – jetzt!“ machten, um über das laufende Volksbegehren ihre Unterschrift gegen das Turbo-Abi zu setzen. Nur soviel: Für G9, so Fischer, sei die Briefwahl ein positiver Begleiteffekt gewesen. Etliche hätten mit einem Rathausbesuch beides erledigt.

Genug des Rückblicks. Die Wahlmannschaft steht mit 194 Aktiven und vielen Freiwilligen. Darunter auch junge Leute, die sich meldeten, um ihr Interesse an der Politik zu zeigen. Der Lohn der Arbeit zweitrangig: 28 Euro Taschengeld und eine Tafel Schokolade.

Am Wahlabend erwartet Silke Fischer die ersten Zahlen gegen 19 Uhr, das Ergebnis gegen 20.15 Uhr. Bis dahin sind auch die Stimmen aus der Briefwahl im Ahlener Gesamtergebnis eingerechnet.

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