Glosse
Plakate vom Wahlkampf: Piraten beherrschen den Straßenwahlkampf

Münster -

Allmählich verschwinden die Wahlplakate aus dem Straßenbild. An den wichtigsten Verkehrsachsen hängen sie noch. Manche Partei hat sich schon komplett zurückgezogen – andere noch gar nicht.

Donnerstag, 25.05.2017, 12:05 Uhr

Die Piraten haben den Nach-Wahlkampf noch nicht aufgegeben.
Die Piraten haben den Nach-Wahlkampf noch nicht aufgegeben. Foto: Lisa Uekötter

Die Landtagswahl ist längst entschieden, die Machtverhältnisse in Düsseldorf sind geklärt. Aber auf Münsters Straßen sind die Parteien immer noch im Wahlkampf-Modus. Eineinhalb Wochen nach der Abstimmung hängen in der Stadt noch viele Plakate an den Laternen. Sie zeigen Sieger wie Verlierer. Auf den Plakaten ist noch keinem Politiker das Lachen vergangen.

Stichprobe Warendorfer Straße: Auf der zwei Kilometer langen Strecke vom Landeshaus bis zur Kanalbrücke werden am Mittwochnachmittag noch 77 Plakate angetroffen. Am auffälligsten: Die glücklose SPD hat die Bühne konsequent verlassen. Nichts erinnert im Straßenbild mehr an Hannelore Kraft oder Thomas Marquardt. Auch die Grünen (fünf Plakate) haben sich weitgehend zurückgezogen.

Wahlplakate zur Landtagswahl NRW: Kennen Sie die Slogans der Parteien?

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  • Keine Frage: Die Plakate zur Landtagswahl in NRW am 14. Mai 2017 bringen Farbe in die Städte. Doch sind sie wirklich Hingucker, deren Aussagen in den Köpfen hängen bleiben? Oder sieht man angesichts der geradezu inflationären Masse von Plakaten möglicherweise den Wa(h)ld vor lauter Bäumen nicht? Wir haben uns in Telgte auf die Suche gemacht. Testen Sie sich selbst und raten Sie, welcher Slogan zu welcher Partei gehört.

    Foto: Kristian van Bentem
  • Wer stellt diese simple Gleichung auf?

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  • Ist Ihnen ein Blaulicht aufgegangen? Es kann so einfach sein, meint die CDU.

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  • Wer, wenn nicht diese Partei, schafft das nach eigener Einschätzung?

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  • Wow, wer hätte das gedacht: Die SPD setzt hier auf eines ihrer zentralen Themen.

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  • Wer setzt darauf, dass einem ganz warm ums Herz wird?

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  • Heimat-Film ab! Die Grünen sind’s.

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  • Wem geht’s hier um die Kohle?

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  • Darf’s ein bisschen mehr sein? Unbedingt, meint Die Linke.

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  • Wer macht den Wählern mit dieser Forderung den Hof?

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  • Beim Barte des Lindner – es ist die FDP!

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  • Wer steckt so viel Energie in seine Forderungen?

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  • Die AfD versteht es, mit ihren Forderungen einen Sturm der Entrüstung zu entfachen - wie hier zu sehen.

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  • Das liegt wohl in der Natur der Dingen: Wer versteht die Kunst, die Menschen mit diesem Thema zu packen?

    Foto: Kristian van Bentemit diesem Versprechen zu werben.
  • So kann man sich täuschen, auch wenn es gute GRÜNde gäbe, diese Plattitüde für einen Wahlslogan zu halten.

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  • Sie dürfen ruhig zweimal lesen. Was will uns der Autor hier sagen? Und für welche Partei spricht er?

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  • Einzigartig unter den aktuellen Wahlslogans ist zumindest die Wortwahl der SPD auf diesem Plakat.

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  • Schaffen Sie es, bei Ihrem Tipp nicht die Parteien zu verwechseln?

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  • Wechselstimmung möchte die FDP verbreiten.

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  • Wer nimmt hier Feigenblatt vor den allerwertesten Mund?

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  • Kräftig und deftig sind Optik und Wortwahl der Linken.

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  • Wem darf man das glauben?

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  • Nein, dieser richtungweisende Slogan steht über keinem Partei-Büro.

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  • Welche Partei springt auf diesen Zug auf?

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  • Ob die Grünen damit ans Ziel kommen?

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  • Und wer geht mit diesem Slogan in den Wahlkampf?

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  • Dass mit diesem Spruch bei der Wahl etwas geht, hofft die CDU.

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  • Wer hofft, dass viele für dieses Versprechen volksempfänglich sind?

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  • Ob die AfD allerdings mit dieser Forderung so hoch hinauskommt wie mit diesem Plakat? Der Kommentar am Sockel ist übrigens aus, aber nicht von Pappe.

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  • Wer will mit dieser Forderung weit kommen?

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  • Rechts vor links gilt zwar im Straßenverkehr, aber bei der Wahl wäre es dieser Partie andersrum lieber.

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  • Wer wirft hier ein Auge auf die Finanzen?

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  • Und wieder keine Partei – diesen Tipp hätten Sie sich sparen können.

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  • Wer erhebt diese alternativlose Forderung?

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  • Für viele auch in Sachen Sicherheit eine der besseren Alternativen als die für Deutschland . . .

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  • Erraten #NRWir, wer mit diesem Slogan um das Kreuzchen des Wählers wirbt?

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  • Der Slogan selbst strotzt nicht vor Originalität, aber mit dem Hashtag #NRWir schafft die SPD Wiedererkennungswert.

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  • Ist dieser Spruch klüger, als es die Polizei erlaubt? Und von wem kommt er?

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  • Nicht nur für die FDP gilt: Nicht klügere Sprüche überzeugen Wähler, sondern bessere Politik.

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  • Wer steht für die Wahrheit und nichts als die Wahrheit?

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  • Fakt ist, dieses AfD-Aussage war nicht zu halten.

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  • Wer hatte diesen cleveren Einfall?

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  • Mit diesem Plakat präsentiert sich die CDU als Streber – zumindest im Ringen um Wählerstimmen.

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  • Wer ist hier ganz ausgeschlafen am Werk gewesen?

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  • Egal, zwischen welchen Parteien Sie bei ihrem Tipp gependelt sind: Es ist die FDP.

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  • Wer war bei diesem Slogan ideenreich?

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  • Diese Linken-Forderung hat System.

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  • Ein Geistesblitz – aber vom wem?

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  • Das schützt nur eines: Am 14. Mai wählen gehen!

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Triumphieren also die Wahlsieger? Die CDU hält sich jedenfalls auffällig zurück: nur acht ihrer Plakate zieren noch die Warendorfer Straße. Die Liberalen hingegen wollen ihren Wahlsieg offenbar auskosten: Mit 21 Werbeträgern ist die FDP im Straßenbild außerordentlich präsent.

Spitzenreiter des verspäteten Rückzugsgefechts sind unbestritten die Piraten. Mit 32 Plakaten beherrschen sie den Nachwahlkampf auf der Warendorfer Straße unangefochten. Das mag auch eine Trotz-Reaktion auf das Wahlergebnis sein: Schließlich sind die vor fünf Jahren noch so stolzen Freibeuter diesmal an den Klippen der Fünf-Prozent-Hürde zerschellt.

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Sonst gibt es noch ein paar Linke (neun Plakate) und sogar die vegan-vegetarische V-Partei (zwei Plakate). Die übrigen 24 Parteien haben offenbar abgemustert.

Die Schonfrist für die letzten Kämpfer gilt übrigens bis Sonntag. Danach werden Wahlplakate kostenpflichtig entfernt, sagt Norbert Vechtel von der Straßenverkehrsbehörde.

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