IT-Problem sorgt für Gratis-Badevergnügen
Mit Plastikkarte kostenlos ins Bad

Münster -

Weil die Kassenautomaten im von der Stadt übernommenen Coburg-Freibad die Bonuskarten nicht auslesen können, dürfen Badegäste mit Karte wegen fehlender Überprüfungsmöglichkeiten seit 1. Mai kostenlos in die Fluten springen. Schuld ist ein Telefonanschluss, der noch nicht funktioniert.

Donnerstag, 01.06.2017, 19:06 Uhr

Da die Bonuskarten für Schwimmbadbesuche wegen eines Telefonanbieter-Wechsels in der Coburg seit dem 1. Mai nicht abgelesen werden konnten, sind zahlreiche Besucher in den vergangenen Wochen kostenlos in der Coburg schwimmen gegangen.
Da die Bonuskarten für Schwimmbadbesuche wegen eines Telefonanbieter-Wechsels in der Coburg seit dem 1. Mai nicht abgelesen werden konnten, sind zahlreiche Besucher in den vergangenen Wochen kostenlos in der Coburg schwimmen gegangen. Foto: hpe

Schon über 34 000 Besucher hüpften seit der Eröffnung am 1. Mai in die beständig 24 Grad warmen Fluten des Coburg-Freibades an der Grevener Straße. Viele davon allerdings umsonst, da die weit verbreiteten Bonuskarten wegen eines Telefonanbieter-Wechsels nicht an der Kasse eingelesen werden können.

Um Ärger mit den Badegästen zu vermeiden, dürfen Inhaber dieser Karte kostenlos rein, und dieser Besuch kann auch nicht von der Rabattkarte abgebucht werden.

„Eine unschöne Geschichte“, meint der städtische Bäderamtschef Winfried Reher .

Im Herbst 2016 hatte man das Coburg-Freibad von der DJK übernommen, die DJK kündigte daraufhin den Telefonanschluss. Erst im November waren die neuen Eigentumsverhältnisse rechtlich abgesichert, und die Stadt konnte bei der Telekom einen neuen Hausanschluss beantragen. Am 28. März hatte die Telekom dann den Hausanschluss und damit die erforderliche Internet-Anbindung fertiggestellt, so Reher.

Das System der Bonuskarten

Die Stadt Münster bietet für den Frei- und Hallenbadbesuch insgesamt drei Arten von unbegrenzt gültigen und nicht personalisierten Bonuskarten an. Sie kosten 21, 36 oder 165 Euro und haben bei kompletter Nutzung für Erwachsene einen Wert von 28,52 oder 304 Euro. Beim Eintritt mit der Bonuskarte wird vom Kassenautomat der jeweils gewählte Einzeltarif abgebucht.

...

Anfang April beauftragte dann der städtische IT-Dienstleister Citeq die Firma Versatel , die Netzfreigabe mit der Telekom zu regeln. Denn alle Bäder Münsters sind mit Citeq-Unterstützung über Versatel mit einem zentralen Server im Bäderamt vernetzt. Deshalb die Umstellung auf Versatel. Die rund 100 000 im Umlauf befindlichen Jahres- und Bonuskärtchen mit Magnetstreifen werden im Bäderamt einheitlich erfasst, verwaltet und abgerechnet.

Mitte nächster Woche sollen endlich alle Technikfragen gelöst und die Coburg ganz normal ins Netz eingebunden sein.

Die „Gratislücke im System“ hat sich bei Badegästen offenbar längst rumgesprochen. Gleich in Gruppen erscheinen die Schwimmer am Kassenhäuschen und zeigen eine Bonuskarte vor. Wohlwissend, dass kein Datenabgleich möglich und deshalb von der nicht personalisierten Karte auch kein Geld abgebucht werden kann. Karteninhaber werden wegen fehlender Kontrollmöglichkeiten einfach durchgewunken, mehr passiert nicht.

Wie viele Gratisgäste die Coburg verkraften musste, wurde laut Reher nicht ermittelt.

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