Brandschutz in Hochhäusern
Verwaltung prüft hohe Wohngebäude

Münster -

Das verheerende Feuer in London und die Evakuierung eines brandgefährdeten Hochhauses in Wuppertal alarmiert auch die münsterische Bauveraltung. Das Bauordnungsamt will nun alle mehr als 22 Meter hohen , nachträglich wärmegedämmten Wohngebäude überprüfen.

Donnerstag, 29.06.2017, 12:06 Uhr

Das geräumte Wohnhaus in Wuppertal.
Das geräumte Wohnhaus in Wuppertal. Foto: dpa

Brandgefährdete Hochhäuser wie das jetzt in Wuppertal evakuierte Wohngebäude sind in Münster nicht bekannt. Das sagt Dirk Lohaus , der Leiter des städtischen Bauordnungsamtes. Lohaus hat bereits nach dem verheerenden Brand im Londoner Grenfell-Tower sein Augenmerk auf eine eventuelle Gefährdung von Wohnbauten in Münster gerichtet.

„Wir werden nun alle mehr als 22 Meter hohen Wohngebäude, bei denen nachträglich ein Wärmeverbundsystem angebracht wurde, sukzessive untersuchen und prüfen, ob mit Blick auf den Bandschutz die Sorgfaltspflicht erfüllt wurde“, so Lohaus.

In Münster gibt es nicht viele Hochhäuser

Nicht immer sind Sanierungsmaßnahmen mit einer Wärmedämmung der Fassade genehmigungspflichtig. „Bei Neubauten schauen wir uns vorab auch die Planung der Fassade an“, so Lohaus. Besonders hohe Anforderungen an den Brandschutz gebe es in Hochhäusern, die mehr als 60 Meter hoch seien. In Münster gebe es allerdings nicht viele so hoher Wohnbauten. Die höchsten sind der sogenannte „Weiße Riese“ in Berg Fidel und ein Hochhaus an der Philippi­straße, beide sind bisher nicht nachträglich mit einem Wärmeverbundsystem gedämmt worden.

Bei der Zulassung der Dämm-Materialien werde auch deren Entflammbarkeit geprüft, sagt Lohaus. „Es kommt aber auch darauf an, wie das Material verbaut wurde“, ergänzt er. So sei es vorgeschrieben, in einzelnen Stockwerken Sperrschichten als Brandschutzriegel einzuziehen.

Nachhaltigkeit bleibt fragwürdig

Den Nachteil vieler schwer entflammbarer Dämmstoffe sieht Lohaus in deren möglicherweise gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen. Er ist ohnehin kein uneingeschränkter Freund der Wärmedämmplatten, mit denen nun mehr und mehr Gebäude verpackt werden.

Die Dämmplatten sorgten zwar für Ersparnis von Heizenergie, sagt Lohaus. Deren Energiebilanz inklusive der Herstellung des Materials und dessen späterer Entsorgung sei aber mit Blick auf die Nachhaltigkeit fragwürdig.

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