Eurobahn
Rückreise mit Hindernissen: Endstation Bahnhof Mersch

Münster -

Gestrandet auf dem Bahnhof Mersch – mitten in der Nacht und kein Anschluss in Sicht. Für die bunt gemischte Reisegruppe, die zum Teil aus Madeira, aus Hongkong und anderen Teilen der Welt Richtung Münster unterwegs ist, ein strapaziöses Urlaubsende. Das schildert einer, der mittendrin war: Dr. Detlef Girke.

Mittwoch, 05.07.2017, 09:07 Uhr

Mit der Eurobahn auf der Rückreise aus dem Urlaub haben einige Mitglieder einer Reisegruppe aus Münster Erfahrungen gemacht, die ihnen nicht gefallen haben.
Mit der Eurobahn auf der Rückreise aus dem Urlaub haben einige Mitglieder einer Reisegruppe aus Münster Erfahrungen gemacht, die ihnen nicht gefallen haben. Foto: hbm

Es ist die Nacht von Donnerstag auf Freitag. Rund 40 Frauen und Männer, die am Flughafen Düsseldorf gelandet sind, möchten mit dem Zug nach Münster, lösen ihr Ticket – und lesen dann auf der Anzeigetafel: Der Zug 23.23 Uhr fällt aus. „Die erste Panne“, so Girke .

Die habe sich auffangen lassen, weil hilfsbereite Bahnbedienstete eine Alternative in petto hatten: „Sie waren sehr nett, haben sich bemüht und für uns die Verbindung mit dem Regionalexpress bis Hamm herausgesucht. Dort konnten wir in die Eurobahn nach Münster umsteigen.“ Die sollte planmäßig um 1.16 Uhr hier einlaufen.

Ratlos am Bahnhof

Prima, denken die Reisenden, auf geht’s. Und tatsächlich, alles klappt wie geschmiert. Scheinbar – doch zu früh gefreut. Als die Eurobahn schon Kurs auf Münster nimmt, kurz vor dem Bahnhof Mersch (Drensteinfurt), gibt’s einen Aufprall – und im Bahnhof bleibt der Zug stehen. 30 Minuten vergehen, so Dr. Girke, „in denen keiner weiß, was los ist.“ Dann sei eine Durchsage erfolgt, alle Fahrgäste würden gebeten, den Zug zu verlassen, eine Weiterfahrt sei nicht möglich. Man habe Taxen bestellt, um die Gäste nach Münster zu befördern.

Auch das habe man noch „geschluckt“. Doch dann die Enttäuschung – es kommen nur zwei Wagen. „Da saßen ruckzuck sieben Leute drin, die haben sich gefreut und waren weg.“ Der Rest bleibt ratlos am Bahnhof Mersch zurück. Glück haben die, deren Angehörige in Münster warten: „Die wurden nun nach Mersch bestellt“, erzählt der Münsteraner.

Hirsch in den Zug gelaufen

Doch dann kommt plötzlich und unerwartet die Ansage: „Der Zug fährt weiter.“ Dumm für die, deren bestellte Privat-Chauffeure jetzt schon auf dem Weg Richtung Mersch sind, die müssen natürlich bleiben. Die anderen steigen wieder ein und sind schließlich am frühen Freitagmorgen endlich am Ziel: Münster Hauptbahnhof. Verärgert und sauer ist Dr. Girke immer noch – und seine Mitreisenden seien es auch gewesen. „Mangels Infos und schlechter Organisation.“

Danica Dorawa kann das gut verstehen. Die Pressesprecherin der Eurobahn bemüht sich am Dienstag, Licht in diese Wirrungen zu bringen und entschuldigt sich vorab für alles, was schief gelaufen ist. „Das war offenbar ja einiges.“

Sie weiß inzwischen, dass ein Hirsch in den Zug gelaufen ist und damit zum Stopp zwang. „Die Zugführer müssen die Polizei informieren, alles muss untersucht werden.“ Dass es nur zwei Taxen gab, sei mehr als ärgerlich, ebenso die offenbar mangelhafte Information. „Vielleicht war der Zugführer in dem Moment einfach überfordert.“ Für etwaige Kosten möge man sich bei der Eurobahn melden.

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