Berufungsverhandlung
Postbote bedroht: Rheder zu 2400 Euro Geldstrafe verurteilt

Rhede -

Ein Rheder stand am Donnerstag erneut wegen Hausfriedensbruch und Bedrohung vor Gericht. In der Berufungsverhandlung wurde der Vorwurf der Bedrohung schließlich auf versuchte Nötigung herabgestuft.

Freitag, 07.07.2017, 06:07 Uhr

Berufungsverhandlung : Postbote bedroht: Rheder zu 2400 Euro Geldstrafe verurteilt
Foto: colourbox.de

Ein Mann aus Rhede wollte Post­boten im August 2015 verbieten, ihm Post zuzustellen. Dazu sei die Deutsche Post AG „nicht berechtigt“, so seine Meinung. Als der Mann den Rheder Posthof nicht verließ, wurde er mit Hilfe der Polizei hinauskomplimentiert. Ein paar Tage später war er wieder da.

Sagte, es solle kein Postbote mehr sein Grundstück betreten, „sonst knallt’s“. Das Amtsgericht Bocholt hatte ihn nun wegen Haus­friedensbruch und Bedrohung zu einer Geldstrafe von 3850 Euro verurteilt. Doch der Mann ging in Berufung: Das Gericht müsse Verständnis haben, argumentierte der Anwalt.

Das Verhalten seines Mandaten liege auch in seiner Mentalität begründet. Der Rheder sei gebürtiger Albaner, er stehe zu seinen Ansichten, sei „diskussions­freudig“. „Er hatte keine Lust mehr, die gelben Briefe in seinem Post­kasten zu finden“, so der Verteidiger. Gelbe Briefe seien schließlich Gerichtspost, und die bedeuteten ja meistens „nichts Angenehmes“.

Der Anwalt forderte im Fall der Bedrohung einen Freispruch. Das sah der Staatsanwalt anders. „Natürlich ist das eine Drohung, was soll man denn da erwarten?“, sagte er. Aber er ließ sich darauf ein, die Anklage auf „versuchte Nötigung“ zu mindern. Das Schöffengericht verhängte ei­ne Geldstrafe von 2400 Euro.

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