Finanz-Staatssekretär
Jens Spahn beteiligt sich an Steuerfirma

Berlin/Ahaus - Die Beteiligung an einer Steuer-Start-Up-Firma bringt den Ahauser Bundestagsabgeordneten Jens Spahn in Erklärungsnot. Rechtlich ist alles einwandfrei - aber war das klug?

Freitag, 25.08.2017, 11:08 Uhr

Jens Spahn dpa
Der Ahauser Bundestagsabgeordnete Jens Spahn Foto: dpa (Archiv-Foto)

In Berlin-Mitte ist es noch nicht das beherrschende Thema, auch nicht bei den englisch-sprechenden Hipstern, an deren Gebaren Jens Spahn zuletzt Anstoß nahm. Doch getuschelt wird schon über die Geschäftsbeteiligung des Finanz-Staatssekretär an einer Firma, die eine neue Software für vereinfachte Steuererklärungen  entwickelt und erklärt. Dabei geht es nicht um riesige Summen, sondern um Beteiligung in der Form des so genannten Crowdfunding. Damit finanzieren sich viele Start-Up-Unternehmen. Das Besondere beim Crowdfunding ist, dass eine Vielzahl an Menschen ein Projekt finanziell unterstützen – die Geschäfte werden zumeist über das Internet abgewickelt.

Der zweite Mann hinter Wolfgang Schäuble

Spahn, gebürtiger Ahauser und einer der Hoffnungsträger der jüngeren CDU-Generation, hält 1,25 Prozent an der schwäbischen Firma „Pareton GmbH“. Ein Start-Up, in dem wahrscheinlich nicht nur deutsch gesprochen wird, sondern auch Hipster an ihren Rechnern sitzen. Doch das ist nicht das Problem: Die kleine Firma entwickelt und verkauft Software für Prozesse, die Steuererklärungen einfacher und wohl auch effektiver machen sollen. Eigentlich auch noch kein Problem – doch Spahn ist seit zwei Jahren Staatssekretär im Bundesfinanzministerium . Der zweite Mann hinter Wolfgang Schäuble, immerhin dem obersten Steueraufseher Deutschlands.

So erklärt Jens Spahn seine Entscheidung

Spahn hat am Freitag seine Finanzbeteiligung verteidigt. „Als Politiker, der viel mit Start-Up-Unternehmen zu tun hat, kann es ja nicht schaden, auch mal in Wagniskapital zu investieren – mit allen Risiken“, sagt der Ahauser unserer Zeitung. Der Kontakt sei über eine Freundin zustande gekommen, die seinen Anteil auch managt. Das Bundesfinanzministerium erklärte am Freitag, rechtliche Bedenken bestünden nicht gegen diese Finanz-Beteiligung. Das Gesetz sagt über diese Form des Kaufs von Unternehmensanteilen nichts.

Englischsprechende Hipster in Berlin-Mitte

Der CDU-Politiker, der im Berliner CDU-Machtzirkel durchaus Einfluss hat und eher dem konservativen Flügel der Partei zuzurechnen ist, hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt als er sich über englischsprechende Hipster in Berlin-Mitte ärgerte. Auch Kellner, die Touristen und Besucher nicht mehr auf Deutsch begrüßen oder bedienen, erregten zuletzt seinen Zorn. Politisch hatte er sich zuletzt sogar gegen die Kanzlerin gestellt, als er auf dem Parteitag die Debatte um die doppelte Staatsbürgerschaft wieder neu belebte. Damals setzte er sich mit seinem Kurs durch.

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