Übung im Windpark Hollich
Rettung aus 100 Metern Höhe

Steinfurt/Rheine -

Bei einem routinemäßigen Wartungseinsatz auf einer Windenergieanlage verletzt sich einer von zwei Anlagentechnikern so schwer, dass er den schweren Abstieg aus der Gondel nicht mehr aus eigener Kraft bewältigen kann. Diese lebensbedrohliche Notfallsituation war das Szenario einer Rettungsübung auf einer Windenergieanlage nahe Steinfurt.

Dienstag, 29.08.2017, 18:08 Uhr

Auf der Gondel der Windkraftanlage wurde der Verletzte für das Abseilen aus 100 Metern Höhe vorbereitet. Bei der Übung hat alles perfekt geklappt.
Auf der Gondel der Windkraftanlage wurde der Verletzte für das Abseilen aus 100 Metern Höhe vorbereitet. Bei der Übung hat alles perfekt geklappt.

Wie gut funktioniert in einem solchen Fall die gesamte Rettungskette? Wie lange dauert es, bis Rettungskräfte vor Ort sind und dem Verletzten geholfen werden kann – von der Erstversorgung am Unfallort in 100 Metern Höhe bis zur notfallmedizinischen Versorgung im Rettungswagen? Antworten auf diese wichtigen Fragen zu finden, stand im Mittelpunkt der Übung, an der unter anderem Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Steinfurt und des Rettungsdienstes des Kreises Steinfurt sowie spezialisierte Firmen teilnahmen.

Zwar müssen die während der Übung erhobenen Daten erst noch detailliert ausgewertet werden, doch zeigten sich die Beteiligten kurz nach dem Ende des Großeinsatzes mit dem Verlauf der Übung sehr zufrieden: „Im Ernstfall hätte eine schwer verletzte Person medizinisch versorgt und sicher aus der Anlage gebracht werden können“, fasst Gesamtübungsleiter Marco Dierkschneider , verantwortlicher Ausbilder der Firma RescOff, das vorläufige Ergebnis des Einsatzes laut einer Pressemitteilung zusammen.

Rettungskette in Gang gesetzt

Tatsächlich gestaltet sich die Rettung aus einer Windenergieanlage alles andere als einfach. „Die erste Herausforderung stellt sich bei der Frage nach dem schnellsten Anfahrtsweg zum Unfallort“, erklärt der Gesamt-Übungsleiter. Haben es die Rettungskräfte zu der Anlage geschafft, stellen sich die nächsten Hürden: Wie kommen die Einsatzkräfte nach oben zu dem Verletzten in der Gondel? „Viele Personen müssen die richtigen Entscheidungen treffen. Das hat heute sehr gut funktioniert“, erläutert Yassine Mokdad, Projektleiter der WindRegion Münsterland.

hollichÃRbung

Die Rettungskette wurde in Gang gesetzt, als am Übungstag um 10.59 Uhr ein Notruf bei der Kreisleitstelle einging. Inhalt: Ein Kollege habe sich bei Wartungsarbeiten auf einer Windenergieanlage schwer an Kopf und Fuß verletzt.

Abseilen oder Aufzug

Die ersten Einsatzkräfte trafen rund eine Viertelstunde später am Notfallort ein. Wie es das Rettungskonzept vorsieht, war zu diesem Zeitpunkt der Verletzte bereits medizinisch erstversorgt und für das sichere Abseilen vorbereitet worden. Kurze Zeit später wurde der Verletzte im Turm der Anlage 100 Meter nach unten befördert und im Freien vom Rettungsdienst in Empfang genommen.

Die Steinfurter Feuerwehr war an der Übung beteiligt, für die Rettung von Verletzten aus solchen Höhen ist sie aber nicht eingerichtet, wie Stadtbrandinspektor Dirk Telgmann auf Anfrage erläuterte: „Bei solchen Unfällen müssen wir auf die Höhenrettungsgruppe der Dyckerhoff-Zementwerke in Lengerich zurückgreifen.“

So schickte die Feuerwehr bei dieser Übung einen Kameraden hoch in die Gondel, um die Retter bei der Erstversorgung zu unterstützen. Das Abseilen übernahmen Experten einer Fachfirma, wie Dirk Telgmann sagte. In der Praxis sieht das so aus, dass die Retter über den Personenaufzug in der Windkraftanlage zu dem Verletzten gelangen und oben entscheiden, ob er draußen abgeseilt oder im Aufzug nach unten gebracht wird. Dirk Telgmann: „Wenn es irgendwie geht, ist der Aufzug die bessere Alternative.“

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