Leichenfund in Buldern
Zeugen führen Polizei zur Mutter des toten Babys

Dülmen -

Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt ist erleichtert. Die junge Mutter, die ihren Sohn in Buldern zurückgelassen hatte, ist identifiziert. „Sie war offenbar in einer persönlichen Notlage und wurde mit der Situation, plötzlich ein totes Kind zur Welt zu bringen, nicht fertig“, erklärt Botzenhardt am Mittwoch.

Mittwoch, 27.09.2017, 14:09 Uhr

Leichenfund in Buldern: Zeugen führen Polizei zur Mutter des toten Babys
Foto: Markus Michalak

Mehrere Zeugenhinweise und eigene Ermittlungen hätten Polizisten zur Mutter des toten Säuglings geführt. „Wir möchten uns ganz ausdrücklich bei den Menschen bedanken, die sich bei der Polizei gemeldet haben“, ergänzt Botzenhardt . Zu Alter und Wohnort der Mutter will die Staatsanwaltschaft keine weiteren Einzelheiten bekannt geben. „Wir möchten nicht, dass die Frau identifiziert werden kann.“

Laut Staatsanwaltschaft gab die Frau aus dem Münsterland an, dass sie ungewollt schwanger wurde und sie dieses zunächst nicht bemerkt habe. Erst bei einer gynäkologischen Routineuntersuchung habe sie von der weit fortgeschrittenen Schwangerschaft erfahren.

Schwangerschaft verheimlicht

Mit ihrer Frauenärztin habe sie sich über ihre persönliche Lage und den Möglichkeiten vor und nach der Geburt ausgetauscht. Ihrem sozialen Umfeld habe sie die Schwangerschaft verheimlicht. Im Juli habe die junge Frau den Säugling dann plötzlich und unerwartet tot zur Welt gebracht. Sie erklärte, alleine zu Hause und mit der Situation überfordert gewesen zu sein. Aus der Sicht der Staatsanwaltschaft könnte sich alles tatsächlich so zugetragen haben. „Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keine Zweifel an der Darstellung der jungen Mutter, werden aber durch weitere Ermittlungen und Untersuchungen die Aussage nun überprüfen.“

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Untersuchungen dauern an

Das Kind weise nach den Obduktionsergebnissen keine Hinweise auf „erkennbare, äußere Gewalteinwirkung“ auf, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen der Leiche seien aber noch nicht abgeschlossen. Sollte die junge Frau ihr Kind nicht getötet, sondern lediglich illegal verscharrt haben, muss sie sich strafrechtlich nicht verantworten. „In diesem Fall wird sie lediglich nach dem Bestattungsgesetz belangt werden können.“ Das sehe für illegale Beerdigungen ein Bußgeld vor. Die junge Frau wurde auch nicht festgenommen, da sie durch ihre Aussagen und die Obduktion des Leichnams weitestgehend entlastet erscheint.

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