Zwischenbilanz am Flughafen Münster/Osnabrück
FMO-Chef warnt vor zu hohen Erwartungen

Greven -

Höhenflug am FMO: plus 13 Prozent bei den Passagieren im ersten Halbjahr, ein guter Sommer mit einem August-Zuwachs von 40 Prozent und dann ein September mit rund 20 Prozent über Vorjahresniveau. In Greven ging es jahrelang steil bergab, jetzt geht es mit schwindlig machenden Zuwachsraten wieder bergauf. Stimmt das Angebot, wird der Flughafen Münster/Osnabrück auch wahr- und angenommen.

Samstag, 30.09.2017, 09:09 Uhr

 
  Foto: Gunnar A. Pier

Klar ist, sagt der Chef Prof. Rainer Schwarz erdend, ein derartiger Höhenflug lässt sich nicht mir nichts, dir nichts verstetigen. Heißt: Im kommenden Jahr wäre es schon ein Erfolg, die Zuwächse aus 2017 zu halten. „Wir wollen wachsen, aber langsam“, sagt Schwarz, der in diesem Februar die Geschäftsführung übernahm.

Sein Ziel: perspektivisch wieder auf eine Million Passagiere kommen. Als er das im Frühjahr ankündigte, sahen viele darin nicht viel mehr als einen frommen Wunsch. Kein Wunder: Der FMO hatte 2016 mit 785 000 Fluggästen wieder einmal ein neues Tief erreicht. Inzwischen ist die Stimmung vorsichtig optimistisch, die Million scheint erreichbar, auch wenn der Weg dorthin noch lang ist.

Flugg__ste_am_FMO
Foto: WN

 Der frühe Herbst ist die Zeit, in der auch Flughäfen Pflöcke fürs nächste Jahr einschlagen. Drei sind es bisher in Greven. Lufthansa wird seine Kapazitäten auf der München-Strecke um 25 Prozent erhöhen, Germania, die Berliner Fluggesellschaft, die sich in den vergangenen zwei Jahren zur Haus-Airline des FMO gemausert hat, belässt auch im kommenden Jahr zwei Maschinen in Greven. „Anstelle des einen Airbus A 321 stationiert Germania jedoch wie ursprünglich geplant ei­nen A 319“, sagt Schwarz. Bedeutet: Die Maschine ist eine Nummer kleiner. Die Auslastung des dickeren Brummers war dann doch zu gering.

FMO-Chef_Prof_ Rainer Schwarz_PIER

FMO-Chef Prof. Rainer Schwarz Foto: Gunnar A. Pier

Die Berliner Airline investiert aber – Pflock zwei – in die Frequenz, steuert 32 anstatt 30 Mal pro Woche 17 anstatt 16 Ziele an. „Neu im Programm wird Thessaloniki sein“, ergänzt FMO-Sprecher Andrés Heinemann. Wird all das angenommen, entspräche das Passagieraufkommen der Auslastung von 2,5 kleineren Airbus-Maschinen. Von da aus ist es nur noch ein kleiner Schritt, über die Stationierung eines dritten Flugzeugs nachzudenken...

Inzwischen enger zusammen mit dem Germania-Engagement hängt das Angebot der Sun-Express. Die Airline baut am FMO ihr traditionelles Türkeigeschäft weiter aus, fliegt im kommenden Jahr Izmir, Kay­seri, Adana sowie zweimal täglich und damit doppelt so oft wie bisher Antalya an. Germania wird dafür seine Kayseri- und Adana-Verbindung kappen. Nebenbei: Das Sorgenkind Türkei sei in diesem Jahr der Quotenbringer gewesen, erklärt Schwarz.

Die Türkei war in diesem Jahr unser Quotenbringer.

Prof. Rainer Schwarz, FMO-Chef

Ob das so bleibt, ist angesichts der politischen Entwicklung im Land fraglich. Weitere Unwägbarkeit für den FMO: das Geschachere um die insolvente Air Berlin. Deren Touristik-Tochter Niki fliegt derzeit zehnmal pro Woche nach Mallorca. Wird Air Berlin von der Lufthansa übernommen, bedeutet das nicht, dass der Konzern oder seine Tochter Eurowings das Angebot automatisch aufrechterhält – die Airlines ma­chen sich am FMO gerade auf der Palma-Strecke kräftig Konkurrenz. Und ein Ausdünnen des Angebotes wäre die Voraussetzung, um höherer Preise durchsetzen zu können.

Erfahrungen, Wünsche: Schreiben Sie uns

Jahrelang stand der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) nicht unbedingt im Interesse der reisewilligen Münsterländer. Jedenfalls gingen die Fluggastzahlen immer weiter zurück. Neue Ziele, neues Glück. Der FMO hat in diesem Jahr in sein Angebot investiert und siehe da: Mit den Zielen und vor allem dem deutlich Ausbau der Frequenzen kehrten auch die Passagiere zurück.

Uns interessieren in diesem Zusammenhang Ihre Erfahrungen. Wenn Sie vom FMO in den Urlaub geflogen sind, waren Sie zufrieden? Gab es etwas, dass Sie gestört hat? Was würde Sie dazu bewegen, den Flughafen in Greven häufiger zu nutzen? Wenn Sie neue Ziele festlegen könnten, welche wären das? Schreiben Sie uns: regio@zgm-muensterland.de

...

Wien und Berlin: Beide Städte haben sich als primäre Wunsch-Ziele bei einer Unternehmerbefragung der Industrie- und Handelskammern Nord Westfalen und Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim herauskristallisiert. Berlin wundert ob der Top-Bahnverbindung – aber nur auf den ersten Blick. Wer aus der Region mit der Bahn nach Berlin will und nicht in der Nacht losfährt, kommt frühestens um 9.15 Uhr am Hauptstadt-Hauptbahnhof an. Manchem Unternehmer ist das zu spät.

Sommerflugplan 2017: Alle Ziele ab FMO

1/22
  • Mit dem Flugzeug in die Sonne: Im Sommer 2017 bietet der FMO 21 Ziele an.

    Foto: dpa
  • Frankfurt: Ein Umsteige-Klassiker. Die Lufthansa fliegt täglich vier mal hin und zurück.

    Foto: dpa
  • Rhodos: Die Fluggesellschaft Germania fliegt ab 8. April 2017 samstags, ab 2. Mai 2017 zudem dienstags auf die griechische Insel.

    Foto: dpa
  • Faro: Ab 1. Mai 2017 fliegt Germania jeden Montag nach Faro, am 22. Juni 2017 kommt ein Flug am Donnerstag hinzu.

    Foto: dpa
  • Varna: Germania fliegt ab 31. Mai 2017 mittwochs nach Varna. Zwischen 5. Juni und 18. September 2017 kommt ein Flug am Montag von Bulgarian Air Charter hinzu.

    Foto: dpa
  • Teneriffa: Freitags bietet Germania einen Flug auf die Kanaren-Insel an.

    Foto: dpa
  • Antalya ist eins der am häufigsten angeflogenen Ziele. Täglich gibt es mindestens einen Flug, manchmal bis zu drei. Die Strecke bedienen Turkish Airlines. Germania und Sun Express.

    Foto: dpa
  • Izmir: Vom 20. Juni bis 29. August fliegt Sun Express dienstags in die türkische Metropole, ab 22. Juni 2017 auch donnerstags.

    Foto: dpa
  • Kayseri: Die türkische Stadt ist sonntags das Ziel eines Germania-Flugs - jedenfalls zwischen 18. Juni und 17. September 2017.

    Foto: dpa
  • Lanzarote: Dienstags steuert Germania die Kanaren-Insel an - aber nur bis zum 2. Mai 2017.

    Foto: dpa
  • Heraklion: Ab 20. April 2017 fliegt Germania donnerstags nach Heraklion, ab 1. Mai 2017 zusätzlich montags, am 28. Mai 2017 kommt ein Flug am Sonntag hinzu.

    Foto: dpa
  • Mallorca: Die Balearen-Insel wird sie häufig angeflogen wie kaum ein anderes Ziel. Täglich gibt es mindestens einen Flug, auf der Strecken sind Germania, Small Planet, Air Berlin und Eurowings unterwegs.

    Foto: dpa
  • Gran Canaria: Zweimal pro Woche fliegt Germania nach Gran Canaria: mittwochs und sonntags.

    Foto: dpa
  • Istanbul: Turkish Airlines steuert Montag, Dienstag, Donnerstag und Samstag den Atatürk-Flughafen an. Pegasus fliegt zwischen 20. Juni und 14. September 2017 dienstags und freitags zum Flughafen Sabiha Gökcen, zwischen 25. Juni und 17. September 2017 zudem am Sonntag.

    Foto: dpa
  • Adana: Am 30. Mai 2017 beginnt Germania mit einem wöchentlichen Flug nach Adana - immer dienstags geht's los.

    Foto: dpa
  • Burgas: Germania fliegt zwischen den 22. Juni und dem 14. September 2017 donnerstags nach Burgas. Vom 26. Juni bis 4. September 2017 bietet Bulgarian Air Charter einen zusätzlichen Flug am Montag an.

    Foto: dpa
  • Hurghada: Der ägyptische Badeort ist ab 26. Mai 2017 Ziel eines Fly-Egypt-Flugs am Freitag.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kos: Samstags fliegt Germania nach Kos, der erste Start ist am 29. April 2017. Am 5. Mai 2017 kommt ein Freitags-Flug dazu.

    Foto: dpa
  • Fuerteventura: Bis zum 24. April 2017 fliegt Germania montags nach Fuerteventura, am 1. Mai 2017 kommt ein Flug am Samstag hinzu.

    Foto: dpa
  • Malaga: Germania fliegt mittwochs und sonntags nach Malaga, zwischen 31. Mai und 7. Juni 2017 mittwochs zweimal.

    Foto: dpa
  • München: 30 mal pro Woche fliegt Lufthansa von Greven nach München - jeden Tag gibt es mindestens zwei Verbindungen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Stuttgart: AIS Airlines verbindet den FMO mit Stuttgart. Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag gibt es zwei Flüge, freitags einen.

    Foto: dpa
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5190035?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F87%2F3862662%2F
Poller schützen bald den Domplatz
Der städtische Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer (l.) und Norbert Vechtel (Ordnungsamt) vor der längsten Sperranlage in der City an der Loerstraße. Bis 2021 sollen alle relevanten Innenstadt-Zufahrten mit Überfahrschutzpollern ausgestattet sein.
Nachrichten-Ticker