Bau- und Liegenschaftsbetrieb
Bauen und warten

Münster -

Deutlich verspätete Fertigstellung beim Philosophikum, verzögerter Baubeginn beim Forschungsgebäude des Exzellenzclusters „Cells in Motion“ , jahrelange Verspätung für das Laborgebäude der Chemiker: Die Universität stellt das „Modell BLB“ in Frage.

Samstag, 21.10.2017, 15:10 Uhr

Das neue Gebäude der organischen Chemie und der Biochemie ist äußerlich längst fertig. Die Universität kann es aber viel später in Betrieb nehmen als geplant.
Das neue Gebäude der organischen Chemie und der Biochemie ist äußerlich längst fertig. Die Universität kann es aber viel später in Betrieb nehmen als geplant. Foto: Oliver Werner

Uni-Kanzler Matthias Schwarte war hörbar ungehalten: Das neue Gebäude für die organische Chemie und Biochemie an der Corrensstraße, errichtet vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW Münster, sei immer noch nicht fertig. Die Abläufe in den betroffenen Instituten kämen „massiv ins Wanken“, klagte Schwarte kürzlich im Senat, als er über den Fortgang der universitären Bauvorhaben berichtete.

Deutlich verspätete Fertigstellung beim Philosophikum am Domplatz, stark verzögerter Baubeginn beim Forschungsgebäude des Exzellenzclusters „Cells in Motion“ und die jahrelange Verspätung für das Laborgebäude der Chemiker – alles Vorkommnisse, die Schwarte im Senat die Frage aufwerfen ließ: „Ist das Modell BLB noch das Richtige?“

Erklärungen vom BLB 

Der BLB ist Partner der Hochschulen und anderer Landesbehörden – die Immobilien sind in seinem Eigentum, er betreut in der Regel die Bauvorhaben und vermietet die Gebäude dann an die Nutzer. Rebecca Keller , eine der Sprecherinnen des BLB Münster, liefert Erklärungen für die Verzögerungen, speziell bei dem bereits 2014 begonnenen Gebäude für die Chemiker. Hier gab es ein Problem mit der beauftragten Trockenbaufirma. „Sie hat mangelhaft gearbeitet, wir mussten den Auftrag neu vergeben und zuvor die Mängel des zuerst beauftragten Unternehmens beseitigen“, skizziert Keller ein Problemfeld, mit dem Bauherren speziell in Zeiten des Booms nicht selten konfrontiert werden. Es ist gar nicht leicht, Fachfirmen zu verpflichten. So erging es dem BLB auch, als der Bau des Exzellenzclusters (Mulitscale-Imaging-Center, kurz MIC) an der Röntgenstraße begonnen werden sollte. „Wir mussten die Erdarbeiten drei Mal ausschreiben, bis sich ein Unternehmen gefunden hat“, so die Sprecherin. Und dann habe der BLB noch monatelang auf die notwendige Untersuchung des Geländes des Kampfmittelräumdienstes gewartet.

Das neue Chemiegebäude

Im Fall des Gebäudes für die Chemiker seien mittlerweile rund 85 Prozent der Labors eingebaut. „Das Gebäude wird Anfang 2018 an die Universität übergeben“, sagt Keller, das ist mehr als ein Jahr später als geplant. Ob das Gebäude zum Wintersemester 2018/19 in Betrieb genommen werden kann, ist noch fraglich. „Die Einrichtung ist hochkomplex“, so Kanzler Schwarte.

Das bestätigt Prof. Dr. Armido Studer vom Institut für Organische Chemie. Die Zusagen an eine neu berufene Professorin könnten nun nicht mehr eingehalten, die Arbeit der Forschergruppen mit vielen Doktorandenstellen kann nicht geplant werden weil unklar ist, wer wo arbeiten kann. Studer seufzt: „Es hilft nichts, wir müssen abwarten.“

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