Zehn Thesen für den Stadtrat
Konzerthaus-Befürworter lassen nicht locker

Münster -

Die Freunde und Förderer des Sinfonieorchesters Münster lassen nicht locker: Sie wollen ein Kultur- und Bildungsforum in der Innenstadt und haben zehn Thesen zur Konzerthaus-Debatte verfasst.

Mittwoch, 22.11.2017, 09:11 Uhr

Bislang gibt es das Konzerthaus nur auf einem Entwurf, hier dem der Architekte Kleihues + Kleihues.
Bislang gibt  es das Konzerthaus nur als Entwurf. Foto: Kleihues + Kleihues

Die Freunde und Förderer des Sinfonie­orchesters wollen die Debatte um ein Kultur- und Bildungsforum auf dem ­Hör­s­terparkplatz nicht allein der Politik überlassen: In einem Brief an den Oberbürgermeister und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen stellen sie zehn Thesen zur ­Diskussion, mit denen sie den Innenstadt-Standort leidenschaftlich verteidigen und der Idee einer Veranstaltungshalle in Universitäts­nähe eine klare Absage er­teilen. Damit untermauern sie auch ihren Anspruch, in dieser Debatte maßgeblich mitzuwirken.

Münster habe seine Stellung als Musikstadt in der Ära Ventura unter schwierigsten Bedingungen behaupten können, heißt es in dem Thesenpapier. Dem wachsenden Oberzentrum angemessen sei ein akustisch hervorragendes Konzerthaus – das auch für weitere Veranstaltungen genutzt werden könne. Umgekehrt eigne sich eine Kongress- und Mehrzweckhalle für anspruchsvolle Konzerte keineswegs; erst recht nicht am schlecht erreichbaren Rand der Innenstadt ohne urbanes Umfeld.

Ein Konzerthaus mit ähnlicher Strahlkraft wie das neue Landesmuseum müsse von der Stadt getragen werden, heißt es in These fünf. Wobei die Kooperation mit Musikschule, VHS und Musikhochschule wünschenswert sei. Ein solcher Leuchtturm würde Münsters ­Wettbewerbsfähigkeit stärken und ein Signal für die Zukunftsfähigkeit der Stadt setzen. Es müsse nicht gleich die Elbphilharmonie sein – die Konzerthäuser in Dortmund und Bochum könnten als Beispiele dienen. Die Beteiligung der Bürgerschaft – also auch der fast 800 Orchesterfreunde – sei un­umgänglich.

Vor Kurzem erst waren die Pläne für ein Kulturforum vorgestellt und diskutiert worden. CDU und Grüne zeigten sich der Kostenfrage wegen reserviert, wobei die Grünen etwas mehr Interesse signalisierten. Die Orchesterfreunde hoffen nun auf einen „transparenten Diskussionsprozess“.

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