Landwirtschaft
Wenig Vorfreude auf „Gülle-Silvester“

Ochtrup -

Der Dauerregen ist nun vorbei – aber er hat Spuren hinterlassen: Die Gräben sind voll, und auf vielen Äckern in Ochtrup steht noch immer das Wasser, das sich mitunter in Eis verwandelt hat. Die Landwirte betrachten ihre nass-gefrorenen Felder mit Sorge.

Dienstag, 09.01.2018, 06:01 Uhr

Ab dem 1. Februar dürfen die Landwirte wieder Gülle ausbringen. Doch die Böden geben das nach aktuellem Stand gar nicht her.
Ab dem 1. Februar dürfen die Landwirte wieder Gülle ausbringen. Doch die Böden geben das nach aktuellem Stand gar nicht her. Foto: dpa

„Das war natürlich viel mehr Regen, als uns lieb ist und der Boden vertragen kann“, sagt Thomas Ostendorf , Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes in der Töpferstadt. Vor allem die Wintergerste habe mit diesen Bedingungen zu kämpfen: „Sie mag keine nassen Füße“, erläutert der Ochtruper Bauer.

Aber nicht nur die Entwicklung des Getreides bereite so manchem Landwirt Kopfzerbrechen. Das nasskalte Wetter stelle die Branche noch vor ein anderes Problem, erläutert Thomas Ostendorf: Die Bauern würden ihre Gülle nicht los. Aktuell sei zwar Sperrzeit – nach dem 31. Januar dürften die Landwirte theoretisch aber wieder ihren Dünger auf die Felder fahren. Doch wegen der Wetterlage sähen die meisten Berufskollegen dem „Gülle-Silvester“ (Ostendorf) nicht gerade mit Vorfreude entgegen. Denn die Äcker seien in absehbarer Zeit gar nicht befahrbar. „Und nach der neuen Düngeverordnung darf auf gefrorene oder wassergesättigte Böden keine Gülle ausgebracht werden“, erklärt Thomas Ostendorf.

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Randvolle Gülle-Behälter

Die Behälter seien bei ihm und vielen anderen Bauern mittlerweile randvoll. „Gülle kann man ja nun mal leider nicht in der Scheune stapeln“, zieht Ostendorf ein anschauliches Bild heran. Viele Kollegen versuchten nun, einen Teil der Jauche auszulagern. Wer den Suchbegriff in ein Kleinanzeigen-Portal im Internet eingebe, finde viele entsprechende Einträge. Tatsächlich: eine Probe aufs Exempel liefert im Umkreis von Ochtrup viele Gesuche von Landwirten, die ihre Gülle woanders unterbringen wollen, aber auch Angebote von solchen, die kurzfristig Kapazitäten an andere verpachten.

Warum nicht „einfach“ einen neuen Behälter bauen, wenn das Problem doch immer wieder auftritt? „Da sind die Behörden mit Genehmigungen sehr zurückhaltend“, macht Thomas Ostendorf deutlich. Zudem gebe es viele Zeiten im Jahr, in denen es den Landwirten wiederum eher an dem Dünger mangele und die Lagerkapazitäten gar nicht ausgeschöpft würden.

Bleibt also nur, buchstäblich auf besseres Wetter zu hoffen. „Wir jammern hier allerdings auf sehr hohem Niveau“, relativiert Ostendorf die Situation. In anderen Regionen von Deutschland hätten die Landwirte viel stärker mit dem Wetter zu kämpfen. Und: „Wir arbeiten nun mal ohne Dächer über den Feldern – da müssen wir mit so etwas umgehen können“, findet der Ochtruper. Und abgerechnet werde ohnehin erst im Sommer in der Kornkammer.

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