34-Jähriger muss in Haft
Schläge nach dem Beziehungs-Aus

Lengerich/Tecklenburg -

Offenbar wollte der 34-Jährige das Beziehungs-Aus nicht akzeptieren. So kam es im Juli 2017 dazu, dass er auf seine Ex-Freundin einschlug. Dafür verurteilte das Amtsgericht Tecklenburg den Mann jetzt zu einer Haftstrafe.

Donnerstag, 25.01.2018, 17:01 Uhr

 
  Foto: dpa

Zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten hat das Amtsgericht Tecklenburg einen Mann aus Osnabrück verurteilt. Auf vorsätzliche Körperverletzung und versuchte Nötigung lautete die Anklage. Der Mann soll im Juli 2017 seine Ex-Freundin in deren Wohnung in Lengerich mehrfach ins Gesicht geschlagen haben. Er wollte sie so zu einer Antwort auf die Frage zwingen, ob sie ihn noch liebe, erklärte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft das Motiv für die Tat. Die 51-jährige Geschädigte hatte jedoch nicht nachgegeben und Prellungen und eine Gehirnerschütterung davongetragen.

Zwei Promille im Blut

Vor Gericht sagte der 34-Jährige, er wisse nicht mehr, was passiert sei, nachdem sich die beiden in der Wohnung getroffen hätten, um über ihre wenige Wochen zuvor zu Ende gegangene Beziehung zu reden. Ein Test nach der Tat ergab einen Atemalkoholgehalt von 1,1 Milligramm pro Liter. „Das entspricht zirka zwei Promille“, führte der Richter aus.

Die Lengericherin erinnerte sich hingegen noch genau, was vor einem guten halben Jahr geschehen war, nachdem die beiden gemeinsam Bier und Likör getrunken hatten. „Die Stimmung kippte, das Ganze eskalierte, er schlug plötzlich auf mich ein.“ Zuerst auf dem Sofa im Wohnzimmer, später habe er sie im Schlafzimmer aufs Bett geworfen, sich auf sie gesetzt und weiter geprügelt.

Gegenseitige Beschimpfungen auf Whatsapp

Der Angeklagte wollte das Gericht hingegen glauben machen, dass er die Beziehung eigentlich nicht mehr gewollt habe und dass das Gespräch von der 51-Jährigen ausgegangen sei. Die Whatsapp-Verläufe, die das bezeugen könnten, habe er gelöscht. „Hätte ich´s mal nicht getan“, bedauerte er.

Aushelfen konnte da seine Ex-Freundin. Der Richter las auszugsweise aus den auf ihrem Handy gespeicherten Daten vor und stellte fest, dass sich der Angeklagte nach gegenseitigen Beschimpfungen freiwillig auf den Weg von Osnabrück nach Lengerich gemacht und sein Kommen auch angekündigt hatte.

Verletzungen der Frau dokumentiert

Die Folgen des Geschehens hatte ein Bekannter der Frau dokumentiert. Der 56-Jährige ist Oberbrandmeister bei der Feuerwehr Osnabrück und war zur Tatzeit nach Lengerich gefahren, weil er während eines Telefonats mit der Frau merkte, dass die Situation dort aus dem Ruder lief. Als er eintraf, war die von ihm alarmierte Polizei bereits vor Ort. Im Rahmen seiner rettungsdienstlichen Untersuchung bemerkte er nicht nur das zerrissene T-Shirt-Kleid der Frau, sondern auch Wortfindungsstörungen, ein geschwollenes Gesicht, Rötungen an Hand- und Fußgelenken, Abdrücke an den Innenseiten der Oberschenkel sowie Würgemale.

Acht Monate Gefängnis

Einen rechtlichen Hinweis, es könne eine versuchte Vergewaltigung vorliegen, erteilte das Gericht zwar nicht, was das Strafmaß für die Körperverletzung und versuchte Nötigung anging, kannte es aber kein Pardon. Acht Monate Gefängnis, zwei mehr als von der Staatsanwaltschaft gefordert, seien für den einschlägig vorbestraften Mann angemessen. Selbst der Verteidiger des Mannes hatte deutlich gemacht, dass sein Mandant um eine Freiheitsstrafe nicht herumkomme.

Der Vater von zwei Kinder hatte eingeräumt, nach Alkoholkonsum zur Gewalt zu neigen. „Wenn ich‘s getan habe, tut es mir sehr sehr leid“, sagte der Osnabrücker vor der Urteilsverkündung, nachdem er zuvor im Gerichtssaal kein Zeichen von Reue gezeigt hatte.

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