Als Komparse im Einsatz
Neben Thiel und Boerne

Drensteinfurt -

Wenn abends eine „Wilsberg“-Folge oder der neue Münster-„Tatort“ über die Mattscheibe flimmert, dann sitzt auch Marius Meyer gebannt vor dem Fernseher. Der 18-jährige Drensteinfurter ist Komparse. Und als solcher schon in diversen TV-Produktionen und Werbefilmen zu sehen gewesen.

Samstag, 27.01.2018, 15:18 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 27.01.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 27.01.2018, 15:18 Uhr
In der fünften Staffel der RTL-Serie „Der Lehrer“ ist Marius Meyer (re., rote Hose) als Basketballspieler zu sehen. Durch seine Filmrollen hat der 18-Jährige schon einige Stars kennenlernen dürfen, unter anderem Oliver Korittke („Wilsberg“, v.li. oben im Uhrzeigersinn), Oliver Welke („heute-show“), Tim Oliver Schultz („Club der roten Bänder“) und Michael Kessler („Switch“). Auch in der ZDF-Serie „Heldt“ an der Seite von Niklas Nißl war Marius schon zu sehen.
In der fünften Staffel der RTL-Serie „Der Lehrer“ ist Marius Meyer (re., rote Hose) als Basketballspieler zu sehen. Durch seine Filmrollen hat der 18-Jährige schon einige Stars kennenlernen dürfen, unter anderem Oliver Korittke („Wilsberg“, v.li. oben im Uhrzeigersinn), Oliver Welke („heute-show“), Tim Oliver Schultz („Club der roten Bänder“) und Michael Kessler („Switch“). Auch in der ZDF-Serie „Heldt“ an der Seite von Niklas Nißl war Marius schon zu sehen. Foto: MG RTL D/Frank Dicks

Wenn abends ein „Wilsberg“ oder der neue Münster-„Tatort“ über die Mattscheibe flimmert, sitzt auch Marius Meyer gebannt vor dem Fernseher. Aber nicht bloß, um Leonard Lansink , Jan Josef Liefers und Axel Prahl bei der „Arbeit“ zuzuschauen, sondern um den Moment nicht zu verpassen, in dem der 18-Jährige selbst kurz mal irgendwo im Hintergrund auftaucht. Marius Meyer ist Komparse.

Und als solcher schon in diversen TV-Produktionen zu sehen gewesen. In der aktuellen Staffel der RTL-Serie „Der Lehrer“ spielt der Drensteinfurter einen Basketballer. An der Seite von Niklas Nißl hat Meyer in der ZDF-Serie „Heldt“ gespielt. Und in den „Wilsberg“- und „Tatort“-Folgen tritt der 18-Jährige regelmäßig auf.

Leidenschaft für die Schauspielerei

Seine Leidenschaft für die Schauspielerei hat Marius Meyer schon früh entdeckt, als er nämlich im Kinderchor von Miriam Kaduk bei verschiedenen Musicals erst kleinere, später auch größere Rollen übernehmen durfte. Zu Film und Fernsehen kam er dann aber eher zufällig, als im Internet Komparsen für einen Münster-„Tatort“ gesucht wurden. „Da hatte ich auch Glück, dass ich das Inserat so früh entdeckt habe“, erzählt der Drensteinfurter. So war er einer der ersten Bewerber, wurde zum Casting eingeladen und hatte einen Kurzauftritt in der Folge „Feierstunde“, die 2016 ausgestrahlt wurde.

Wenn man bei einer Produktion einmal gute Arbeit geleistet hat, wird man für die Zukunft gerne wieder gebucht.

Marius Meyer

Meyer, der die Fritz-Winter-Gesamtschule in Ahlen besucht, hatte Blut geleckt. Er knüpfte Kontakte, durchstöberte einschlägige Internetseiten nach Jobs und ist heute bei einer Agentur für Statisten gelistet. „Wenn man bei einer Produktion einmal gute Arbeit geleistet hat, wird man für die Zukunft gerne wieder gebucht“, kann Meyer berichten. Für neue Formate muss der 18-Jährige sich mit einem Lebenslauf und einem Video bewerben. „Die wollen gleich sehen, wie man vor der Kamera rüberkommt.“ Meyer kam oft gut an – und so in zweieinhalb Jahren zu diversen Kurzauftritten.

Blut geleckt und Mut gefasst

Irgendwann hatte er den Mut gefasst, sich für Größeres zu bewerben. Für eine Nebenrolle in einem Kinofilm war er sogar in der Endauswahl unter den letzten Zehn. „Leider hat es dann doch nicht geklappt.“

Ein Highlight war für ihn ein Auftritt in der Online-Version der „Heute-Show“ mit Oliver Welke („der ist total locker“), wo Marius Meyer sogar mehrere Sätze sagen durfte. Da musste er nicht nur authentisch sein und optisch gut rüberkommen, sondern tatsächlich schauspielerisches Talent beweisen. Ebenso bei einem Werbedreh in Frankfurt für einen Sprachzertifizierer, wo sowohl Fotos als auch Videos mit dem Gesamtschüler produziert wurden. Auf Knopfdruck funktionieren und Emotionen zeigen, das hat er in kurzer Zeit gelernt. „Trotzdem bin ich auch jetzt noch nervös, wenn 20 Leute mit Licht und Kamera um mich herumstehen und alles beim ersten Mal klappen soll.“

Beinahe-Auftritt in „Fack ju Göthe 3“

Die meisten Drehs finden in Köln statt und dauern dann den ganzen Tag. „Meine Schule unterstützt mich bei diesem Hobby sehr und gibt mir dafür manchmal frei – solange die Noten in Ordnung sind“, erklärt Marius Meyer lachend.

Trotzdem bin ich auch jetzt noch nervös, wenn 20 Leute mit Licht und Kamera um mich herumstehen und alles beim ersten Mal klappen soll.

Marius Meyer

Fast hätte er sogar in „Fack ju Göthe 3“ mitgespielt. „Aber der Dreh hat in München stattgefunden. Und das wäre einfach zu teuer gewesen.“ Denn natürlich bekommt der Drensteinfurter Geld für seine Kurzauftritte, oft muss er die Anreise aber selbst bezahlen. Viel bleibt da am Ende nicht übrig. „Aber ich mache das auch nicht des Geldes wegen, sondern weil man tolle Leute kennenlernt und viel herumkommt.“

Die Schauspielerei soll für Marius aber ein Hobby bleiben. „Sogar für ausgebildete Schauspieler ist es nicht immer einfach, an gute Rollen zu kommen“, hat er in einigen Gesprächen erfahren. Wenn er selbst mit der Schule fertig ist, möchte Marius Meyer einen „richtigen“ Beruf erlernen. „Vielleicht studiere ich Jura, daran hätte ich auch Spaß.“

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