Holzarbeiten an der Promenade
Grünschnitt soll Dealer vertreiben

Münster -

Zwischen Servatiiplatz und Ludgeriplatz werden Sträucher heruntergeschnitten und Bäume auf den Stock gesetzt. So soll verhindert werden, dass sich hier Drogenhändler und Drogenkonsumenten verstecken.

Dienstag, 30.01.2018, 07:01 Uhr

Seit Montag werden zwischen Servatiiplatz und Ludgeriplatz Sträucher heruntergeschnitten und Bäume auf den Stock gesetzt.
Seit Montag werden zwischen Servatiiplatz und Ludgeriplatz Sträucher heruntergeschnitten und Bäume auf den Stock gesetzt. Foto: Oliver Werner

Sträucher, die parallel zur Promenade zwischen Servatiiplatz und Ludgeriplatz wachsen, werden seit Montag heruntergeschnitten, Bäume auf den Stock gesetzt. Zudem werden rund 15 große Eiben an der Engelenschanze bis in eine Höhe von 2,50 Metern von Ästen befreit. Der gärtnerische Großeinsatz, der noch bis Ende der Woche laufen soll, erfolgt auf Bitten der Polizei und des Ordnungsamtes . Sie wollen mit der Maßnahme erreichen, dass sich Drogendealer und Konsumenten nicht länger im dichten Gehölzbewuchs verstecken können.

Sicherheit soll verbessert werden

„Massiv“ sei der Drogenhandel rund um die Engelenschanze im vergangenen Sommer und Herbst gewesen, so Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer . Gewerbliche Drogenhändler hätten damals den Park regelrecht in Besitz genommen. Indem nun das Grün zurückgeschnitten wird, soll die Sicherheit in diesem Bereich verbessert werden. Die Maßnahme sei zwischen Stadt und Polizei abgestimmt.

Kommentar: Der Kampf um einen Park

Seit 2016 häuften sich Meldungen der Polizei über Drogendelikte an der Engelenschanze. 2017 schließlich eskalierte die Situation, immer schamloser und für jedermann sichtbar wurden hier Drogen verkauft und konsumiert. Doch die Polizei zierte sich zunächst, den Ernst der Lage öffentlich einzuräumen, verwies darauf, dass es sich halt um ein bahnhofsnahes Areal handele, wo so etwas nun einmal vorkomme.

Doch spätestens nach mehreren – medienwirksam inszenierten – Razzien war klar, dass die Engelenschanze kein Ort ist, wo es bisweilen zu Straftaten kommt, sondern dass hier eine Behörde um einen öffentlichen Park kämpft. Dass nun auf mehreren Hundert Metern Sträucher und Bäume gekappt werden, zeigt den Ernst der Lage. Der Bereich wird in ein paar Tagen anders aussehen als bisher. Wäre der Baumschnitt auch erforderlich gewesen, wenn die Polizei den Kampf gegen die Drogen an der Engelenschanze früher und vehementer aufgenommen hätte?

Martin Kalitschke

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Nachdem es im vergangenen Jahr auf der Engelenschanze fast täglich zu Drogendelikten und sogar zu einer Messerstecherei kam, hatte sich die Situation nach mehreren Razzien der Polizei mit Beginn des Winters beruhigt. Dennoch werde der Grünschnitt nun wie geplant durchgeführt, betont Heuer – auch als präventive Maßnahme, damit es nicht erneut zu Entwicklungen wie 2017 komme.

Mit dem Baumschnitt soll mehr Transparenz und damit auch mehr Sozialkontrolle erreicht werden.

Andreas Bode

Wie Polizeisprecher Andreas Bode betont, waren die Grünbereiche zudem als Drogenverstecke genutzt worden. „Mit dem Baumschnitt soll mehr Transparenz und damit auch mehr Sozialkontrolle erreicht werden“, so Bode. Sollten Straftäter nun an andere Stellen ausweichen, „dann wird die Polizei auch dort dranbleiben“, versichert er.

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Franz-Josef Gövert vom Grünflächenamt unterstreicht, dass der Grünschnitt mit der Altstadtsatzung vereinbar sei. Zudem hätten die Denkmalbehörden den Maßnahmen zugestimmt. Die historische Bedeutung der Engelenschanze werde durch sie nicht herabgesetzt, gleichwohl spricht er von einem „stattlichen Eingriff“. Die Promenadenbäume sind vom Baumschnitt ausdrücklich nicht betroffen.  

Drogenrazzia an der Engelenschanze

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