Nach Urteil aus Leipzig
Diesel-Fahrverbote in Münster kein Thema

Münster -

Düsseldorf, Stuttgart, München: In vielen deutschen Großstädten werden Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts diskutiert. In Münster sieht das anders aus.

Dienstag, 27.02.2018, 18:02 Uhr

Nach Urteil aus Leipzig: Diesel-Fahrverbote in Münster kein Thema
Münster ist von einem eventuellen Fahrverbot für Diesel nicht betroffen. Foto: Oliver Werner

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat den Weg für Diesel-Fahrverbote geebnet. Für Münster hat das allerdings keine Auswirkungen, wie der städtische Pressesprecher Joachim Schiek sagt: „Münster ist noch nicht betroffen.“

Nur am Bült werde eine „geringfügige Überschreitung“ der Grenzwerte gemessen, wie Ralf Besler vom Grünflächenamt sagt. „Im Jahr 2016 wurde dort der Grenzwert für Stickstoffdioxid um drei Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten“, so Besler. An der ebenfalls viel befahrenen Weseler Straße seien die Werte nicht zu hoch. Der Jahresmittelwert sei dort zudem seit drei Jahren nicht gestiegen. Man versuche, die Überschreitung der Grenzwerte mit „weniger einscheidenden Maßnahmen“ zu verhindern, so Besler. Zum Beispiel sei der weitere Einsatz von E-Bussen geplant. Besler betont: „Derzeit wird davon ausgegangen, dass zukünftig ein Dieselfahrverbot nicht erforderlich sein wird.“

Kritik von Handwerkskammer und IHK

Die Handwerkskammer Münster sieht Fahrverbote kritisch, wie Sprecher Michael Hoffmann sagt. Und das, obwohl ein Verbot nicht für Handwerker-Fahrzeuge gelten soll. „Fahrverbotszonen sollten auf keinen Fall flächendeckend ausgewiesen werden. Dies würde zu noch mehr Wettbewerbsverzerrung mit dem Umland führen“, so Hoffmann. Ähnlich sieht es auch Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen: „Fahrverbote sollten nur als letztes Mittel sowie räumlich und zeitlich beschränkt in Betracht gezogen werden.“

Stadtwerke sehen sich als "Teil der Lösung"

Bei den Stadtwerken führt das Urteil zu einer anderen Einstellung. „Wir sehen uns als Teil der Lösung“, so Sprecherin Linda Schmees. Die gesamte Busflotte sei mit Rußpartikelfiltern ausgestattet, außerdem hätten zwei Drittel der Busse bereits einen Stickoxid-Filter. Zudem ersetze ein Linienbus bis zu 100 Diesel-Pkw-Fahrten: „Darauf sind wir stolz.“

Kfz-Innung zum Urteil

Ein generelles Aus des Diesels ist mit dem Urteil nicht besiegelt worden, auf diesem Standpunkt steht der Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung in Münster, Rainer Ahlers. Der Kfz-Meister, der in Hiltrup ein Autohaus betreibt, ist überzeugt, dass sich auch die Dieselmotoren weiter entwickeln werden. Rainer Ahlers schwört auf den modernen Dieselmotor. Natürlich würden sie in den Betrieben eine gewisse Kaufzurückhaltung bei Dieselfahrzeugen spüren.  „Das ist so“, sagt Ahlers.  Ohnehin müsste jeder für sich individuell überlegen, ob er ein E-Auto oder ein Fahrzeug mit Gas, Benzin oder Diesel fahren möchte. Nur für extreme Kurzstrecken, so Ahlers, müsste man nicht darüber nachdenken, dann würde sich ein Diesel nicht rechnen. - Gabriele Hillmoth

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