Ratsdebatte über Fahrradstraßen
Schwarz-Grün setzt auf rote Fahrbahnen

Münster -

Zehn bestehende und zwölf für die Zukunft geplante Fahrradstraßen in Münster werden in den kommenden Jahren für 5,4 Millionen Euro rot eingefärbt. Das hat der Rat am Mittwochabend mit den Stimmen von CDU, Grünen und Linken beschlossen.

Mittwoch, 14.03.2018, 21:58 Uhr

Ratsdebatte über Fahrradstraßen: Schwarz-Grün setzt auf rote Fahrbahnen
Foto: dpa

In einer sehr kontroversen Debatte erklärte CDU-Ratsherr Walter von Göwels, dass die Stadt Münster mit dieser Maßnahme einem Wunsch der Polizei nach mehr Verkehrssicherheit für Radler entspreche. Das Vorhaben sei bereits beim Bürgersymposion 2015 thematisiert worden und überdies Teil des Masterplanes Verkehrssicherheit 2016 gewesen.

Die SPD-Ratsfrau Gabriele Kubig-Steltig widersprach ausdrücklich nicht, dass eine Rotfärbung an kritischen Stellen die Sicherheit erhöhe. Bei 5,4 Millionen Euro indes „geht die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht auf“.

Mehr Geld für Radverkehr

5,4 Millionen Euro in die Verbreiterung von Radwegen zu investieren, sei allemal sinnvoller, meinte der Pirat Johannes Schmanck. Die Replik des CDU-Ratsherrn Franz Baumann: „Es kommt noch mehr.“ CDU und Grüne seien bereit, viel Geld für den Radverkehr in die Hand zu nehmen. Da sei es abwegig, einzelnen Elementen eine Abfuhr zu erteilen, weil andere noch nicht umgesetzt seien.

Baumann reagierte damit auch auf eine Äußerung des SPD-Fraktionschefs Michael Jung, der sehr erregt an die Adresse des schwarz-grünen Bündnisses fragte: „Wo bleiben denn ihre Velorouten?“

In der jetzigen Form, so Jung weiter, führe der Ratsbeschluss nur zu einem rot gefärbten „Flickenteppich“.

Stadtweit einheitliche Regelung

Von der FDP kam der Vorschlag, die insgesamt sechs Bezirksvertretungen in Münster darüber entscheiden zu lassen, wie sie in ihren Bezirken mit eingefärbten Fahrradstraßen verfahren wollen.

Kosten im Detail

Für das Programm zur Rotfärbung sind 5,4 Millionen Euro veranschlagt. Rund 56 000 Quadratmeter Fläche sollen einen roten Asphalt bekommen, was 3,4 Millionen Euro kostet. Weitere 56 000 Quadratmeter bekommen einen Dünnschichtbelag. Das kostet 1,7 Millionen Euro. Bei 12 500 Quadratmetern reicht eine einfache rote Markierung, was mit rund 300 000 Euro zu Buche schlägt. Die Folgekosten werden mit 370.000 Euro angegeben.

...

Dem widersprach von Göwels energisch: „Manche Straßen rot, manche ein bisschen rot und manche ganz ohne rot, das geht nicht.“ Die Polizei habe ganz ausdrücklich auf eine stadtweit einheitliche Regelung bestanden.

Die beschlossene Einfärbung ist Teil des Radverkehrskonzepts „Münster 2025“ und umfasst 120.000 Quadratmeter. Unter den bestehenden Fahrradstraßen ist die Achse Lindberghweg/Lütkenbeckerweg die größte Maßnahme.

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