Eigenmächtige Ausdehnung der Schulferien
Immer mehr Bußgelder für Eltern

Den Familienurlaub vor dem Beginn der Schulferien anzutreten, ist lukrativ und bequem: Die Reise ist etwas günstiger, die Straßen sind nicht so voll. Dabei ist die Verletzung der Schulpflicht keine Lappalie. Dennoch werden immer öfter Bußgeldbescheide gegen Eltern verschickt. Und die können richtig teuer werden. 

Donnerstag, 22.03.2018, 16:33 Uhr aktualisiert: 22.03.2018, 17:30 Uhr
Eigenmächtige Ausdehnung der Schulferien: Immer mehr Bußgelder für Eltern
Immer mehr Eltern hängen an die Schulferien ihrer Kinder ein paar Tage dran, auch wenn es illegal ist. Dafür können auch Bußgelder verhängt werden. Foto: dpa

Immer öfter müssen Eltern Bußgelder zahlen, weil sie die Schulferien ihrer Kinder eigenmächtig verlängern. Im Jahr 2017 stellte die Bezirksregierung Münster 104 Bußgeldbescheide über insgesamt 18 000 Euro aus. Zwei Jahre zuvor waren es nur halb so viele Bescheide, teilte Behördensprecherin Ulla Lütkehermölle auf Anfrage mit.

Stärkere Kontrollen

„Das bedeutet aber nicht, dass auch doppelt so viele Kinder aus der Schule genommen wurden“, sagte Lütkehermölle. Die genauere Überprüfung der Schulpflicht könne ein weiterer Grund für den Anstieg sein. Preisgünstigere Urlaubstarife und staufreie Straßen sind die oft die Gründe, Kinder aus dem Unterricht zu nehmen.

Bis zu 1000 Euro Strafe

Doch der Schuss geht schnell nach hinten los: Das Bußgeld beträgt im Bezirk Münster 80 Euro pro Kind und Tag –  für jedes Elternteil wohlgemerkt. Je nach Fall drohen den Familien bis zu 1000 Euro Strafe. Das Bußgeld soll nach Angaben von Behördensprecherin Lütkehermölle den geldwerten Vorteil, der durch eine Urlaubsreise außerhalb der Ferienzeiten erzielt wird, aufgehoben werden.

Keine Sparmaßnahme

Doch wann geht eine Ferienverlängerung in Ordnung? "Unmittelbar vor und im Anschluss an die Ferien darf eine Schülerin oder ein Schüler nur beurlaubt werden, wenn die Beurlaubung ersichtlich nicht dem Zweck dient, die Schulferien zu verlängern, preisgünstigere Urlaubstarife zu nutzen oder möglichen Verkehrsspitzen zu entgehen“, sagte Stefan Behlau , Landesvorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung NRW. Es sei in absoluten Einzelfällen und nach genauer Klärung möglich, dürfe aber nur eine Ausnahme sein, so Behlau weiter. "Wenn aber derselbe Opa zwei Jahre hintereinander beerdigt wird, dann ist das einfach nur dreist."

Appell an Eltern

Er appelliert vor allem an das Gewissen der Eltern: "Es geht vielmehr um Werte und Normen. Eltern dürfen nicht vergessen, wie wichtig sie als Vorbilder sind. Gerade Erziehungsberechtigte können ihren Kindern beibringen, dass sie sich an Regeln halten müssen", so Behlau.

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