Osterfeuer sorgen für hohe Luftbelastung
Feinstaubwolke über der Stadt

Münster -

Über 250 Osterfeuer sorgten an den Feiertagen auf so mancher Wiese im Stadtgebiet für heimelige Atmosphäre. Danach aber gab es in Münster reichlich dicke Luft.

Dienstag, 03.04.2018, 20:04 Uhr

In Münster brannten an den Feiertagen über 250 Osterfeuer. Neben einer heimeligen Atmosphäre sorgten sie aber auch für eine hohe Feinstaubbelastung.
In Münster brannten an den Feiertagen über 250 Osterfeuer. Neben einer heimeligen Atmosphäre sorgten sie aber auch für eine hohe Feinstaubbelastung. Foto: Matthias Ahlke

Ludger Reloe , Abteilungsleiter im städtischen Umweltamt, hatte an Ostersonntag einen heißen Job. Er inspizierte so manches Osterfeuer – und die Flammen loderten in diesem Jahr wieder reichlich. Rund 250 Osterfeuer waren bei der Stadt regulär angemeldet worden. Reloe geht aber sicher davon aus, dass es „noch viele weitere, eher kleinere Osterfeuer“ gab, die nicht bei den Behörden angezeigt wurden.

Ein einziges Mal schritten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes im Osten der Stadt ein, bevor dort das erste Streichholz an den Scheiterhaufen gehalten wurde. „Wir wurden von aufmerksamen Beobachtern darüber informiert, dass dort auch Materialen aufgeschichtet waren, die sich nicht für ein offenes Feuer eignen – lackierte Bretter etwa. Der betreffende Betreiber hat das ungeeignete Material aussortiert, danach durfte das Feuer brennen“, resümiert Reloe, der es, wie er sagt, mit einer ähnlichen Zahl an Osterfeuern wie sonst zu tun hatte.

Höhere Feinstaubbelastung

Anders als in den vergangenen Jahren, nämlich deutlich höher, war die Feinstaubbelastung, die von den Feuern ausgingen. An der Mess-Station des Landesumweltamtes an der Weseler Straße wurden am Ostermontag 69 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen, der Grenzwert liegt bei 40. Die Tatsache, dass auch an der Mess-Station im eher verkehrsarmen Geistviertel mit 55 Mikrogramm der Grenzwert überschritten wurde, zeigt für Ralf Besler vom Umweltamt der Stadt, „dass die Luftbelastung nicht von Fahrzeugmotoren, sondern eindeutig von den Osterfeuern ausging“.

In den vergangenen Jahren hatte es in Münster an den Osterfeiertagen keine Überschreitung des Grenzwertes gegeben. Grund dafür ist für Besler das diesmal andere Wetter. „Wenig Wind und wenig Regen am Ostermontag“, fasst Besler zusammen, „da bleibt der Staub länger in der Stadtluft hängen“.

Osterfeuer-Feinstaub-Wolke

Die Tabelle mit den Feinstaubwerten des Landesumweltamtes zeigt, dass Osterfeier eine besonders in Westfalen beheimatete Tradition sind. In Münster, Borken und Bielefeld, ansonsten eher einigermaßen feinstaubarme Orte, wurden die höchsten Werte landesweit gemessen. Am Ostermontag überstieg in Münster die Feinstaubkonzentration auch bei Weitem den traditionell erhöhten Wert, für den das Silvesterfeuerwerk verantwortlich ist. Zum vergangenen Jahreswechsel blieb der Grenzwert weit unterschritten.

Am Dienstag hatte sich die Osterfeuer-Feinstaub-Wolke über Münster aber wieder verzogen. Am Nachmittag wurden nur noch 16 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter gemessen. Alles wieder im Normbereich.

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