Whisky geht auf Weltreise
Einmal Shanghai und zurück

Walstedde -

Vor über drei Jahren wurde er in Olpe hergestellt. Seitdem wurde er in der Walstedder Brennerei Eckmann gelagert. Bis in dieser Woche: Denn nun soll der Whisky in drei bis vier Monaten einmal um die komplette Welt reisen.

Samstag, 28.04.2018, 07:04 Uhr

Drei Jahre lang haben die Fässer in der Brennerei von Theo Brüggemann (re.) gelagert. Bevor sie umgefüllt wurden kontrollierte Tobias Reißenweber penibel den Alkoholgehalt.
Drei Jahre lang haben die Fässer in der Brennerei von Theo Brüggemann (re.) gelagert. Bevor sie umgefüllt wurden kontrollierte Tobias Reißenweber penibel den Alkoholgehalt. Foto: Simon Beckmann

Ein „Weltenbummler“ ist laut Definition eine Person auf Weltreise, für die der Schwerpunkt mehr auf das Reisen selbst und weniger auf das Erreichen des Zieles liegt. Für den „Weltenbummler“, der am Donnerstag in Walstedde auf große Reise ging, trifft das ebenso zu. Die Rede ist hier aber nicht von einer Person, sondern von Roggenwhisky.

Der wurde nämlich vor über drei Jahren von der Kornbrennerei Kemper´s in Olpe hergestellt und anschließend ins Lambertusdorf transportiert, um in der Kornbrennerei Eckmann eingelagert zu werden. Bis in dieser Woche: Denn nun soll der Whisky in drei bis vier Monaten einmal um die komplette Welt reisen – von Walstedde über Hamburg bis nach Shanghai und zurück.

Roggenwhisky auf Reisen

„Das macht man für den Geschmack“, verrät Theo Brüggemann , Inhaber der Brennerei Eckmann, und liefert im Anschluss sofort die passende Erklärung: „Das Schaukeln auf dem Schiff und die Klimaveränderung wirken sich positiv aus.“ Dass der Roggenwhisky überhaupt im Lambertusdorf Station gemacht hatte, ist dem Umstand geschuldet, dass Brüggemann bereits seit mehr als 20 Jahren eine Freundschaft mit der Brennerei aus Olpe pflegt. „Ich wurde gefragt, ob ich Platz hätte, um die 25 Bourbonfässer aus Eichenholz einzulagern. Und weil das der Fall war, ist Walstedde jetzt der Startpunkt für die Reise“, erzählt der gelernte Kaufmann.

Das Schaukeln auf dem Schiff und die Klimaveränderung wirken sich positiv aus.

Theo Brüggemann

Bis der Whisky aber seine große Fahrt antreten konnte, wurde in den vergangenen Tagen zuerst jedes der Fässer ausgepumpt und der hochprozentige Inhalt in große Sammelbehälter gefüllt. „Bei der Lagerung ist immer etwas Schwund. Und deswegen musste erstmal der aktuelle Alkoholbestand ermittelt werden“, erläutert Brüggemann diesen Arbeitsschritt. Um die Probedestillation durchzuführen, waren Panagiotis Mavridis und Destillateurmeister Tobias Reißenweber – beide arbeiten bei der Brennerei Kemper´s – vor Ort und wurden dabei ständig von zwei Zoll-Beamten beobachtet.

Nur 20 exklusive Fässer

„Schließlich muss alles haargenau dokumentiert werden“, bemerkt Reißenweber, der nach der Destillation mit einem Aräometer den aktuellen Alkoholgehalt des Whiskys bestimmte. Je nach Charge variierte dabei das Volumenprozent zwischen 61,5 und 63,2 bei einem Startwert von 63 Volumenprozenten. „Insgesamt haben wir durch Verdunstung rund 400 Kilogramm verloren“, schätzt der Destillateurmeister. Auf große Reise werden deswegen auch „nur“ noch 20 Fässer des exklusiven Whiskys gehen. Vermarktet wird der „Weltenbummler“, der anlässlich des 225-jährigen Jubiläums der Kornbrennerei Kemper´s kreiert wurde, übrigens nachher nur noch mit 43 Volumenprozenten.

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