Musikcampus
Musik spielt die erste Geige

Münster/Düsseldorf -

Die Musik muss die erste Geige spielen, wenn ein neuer Musikcampus an der Hittorfstraße entstehen soll. Das betont NRW-Kulturministerin Pfeiffer-Poensgen. Die Kongresse könnten nur die Nebenrolle bekommen.

Dienstag, 01.05.2018, 10:14 Uhr

Musikcampus: Musik spielt die erste Geige
Die nordrhein-westfälische Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen findet, dass Musik die erste Geige spielen sollte, wenn Münster einen Musikcampus bekommen sollte. Foto: Marcel Kusch/dpa

Bloß keine Kompromisse: Die Pläne für eine neue Musikhalle auf einem Musikcampus der Westfälischen Wilhelms-Universität voraussichtlich an der Hittorfstraße hält NRW-Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen nur unter engen Voraussetzungen für machbar. „Unverzichtbar ist eine erstklassige Architektur“, sagt sie im Interview mit unserer Zeitung und meint damit weniger eine imposante Außenwirkung.

Das Innenleben eines Konzertsaals müsse architektonisch für die Musik konzipiert sein. Pfeiffer-Poens­gen, die vor ihrer Berufung zur Ministerin lange Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder und davor Kanzlerin der renommierten Hochschule für Musik in Köln war, berichtet von erfolglosen Projekten, wo Kongresse und Konzerte verschiedener Stilrichtungen in einem Saal geplant wurden. „Das funktioniert akustisch nicht trotz aller modernen Möglichkeiten“, stellt sie klar. „Wort und Musik passen akustisch nicht zusammen. Deshalb muss es eine Musikhalle sein“, nennt die Ministerin auch die Voraussetzungen für eine Landesförderung.

Vorfahrt für Musik

Für die millionenschweren Pläne der Spitze der Universität um Rektor Professor Johannes Wessels und von Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe, auf einem Musik-Campus Platz für Konzerte, Musikausbildung und ebenso Kongresse zu schaffen, sind Pfeiffer-Poens­gens Anforderungen kein Dämpfer. „Das Entscheidende ist, dass man ein Konzept hat, wie man eine solche Halle nutzen und bespielen will“, sagt sie.

Bei einem Gespräch in Düsseldorf, an dem die Uni- und Stadtspitze teilgenommen hatten, hatte Pfeiffer-Poensgen bereits deutlich gemacht, dass die Musik die erste Geige spielen müsse. Der Kongressbetrieb müsse sich unterordnen, was nach Informationen unserer Zeitung gut geht und gutachterlich bescheinigt ist. „Die technischen Rahmenbedingungen in der Planung sind so, dass die Musik im Vordergrund steht“, ist zu hören.

Nutzungszweck wichtiger als Ort

Für Pfeiffer-Poensgen sei der Standort eine wichtige Frage. Aber: „Die Nutzung ist das, was die Verankerung in der Bevölkerung bestimmt.“ Es sei eine konzeptionelle Aufgabe, dass man eine Halle tagsüber in ein städtisches kulturelles Leben einbinde. Eine Musikhochschule oder eine Musikschule einzubinden, sorge für die Akzeptanz.

OB Lewe sieht im Interview mit unserer Zeitung mit Erleichterung, dass bei den Musikfreunden die Standortfrage nicht mehr im Vordergrund stehe.

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