Imker und Obstbauer kooperieren
Bienen machen Beeren schöner

Senden -

Das Wissen aus dem Biologie-Unterricht ist längst verblasst. Aber da war mal was – mit Bienen und Blüten und Früchten, die nicht von alleine gedeihen. Keine Erdbeeren also ohne Bienen? „Es gibt auch Windbestäubung“, war da am Dienstag bei der offiziellen Eröffnung der Freiluft-Erdbeer-Saison in Senden zu hören. Aber wenn die Biene beteiligt ist, werden die Beeren schöner. Deshalb kündigten die versammelten Verbände eine verstärkte Kooperation von Imkern und Obstbauern an. Das gemeinsame Ziel: „gutes Obst, guter Honig“.

Mittwoch, 23.05.2018, 07:05 Uhr

Mühsame Ernte unter freiem Himmel: Im Münsterland hat – wie hier nahe Senden – die Freiluft-Erdbeersaison begonnen.
Mühsame Ernte unter freiem Himmel: Im Münsterland hat – wie hier nahe Senden – die Freiluft-Erdbeersaison begonnen. Foto: Gunnar A. Pier

Der Winter war hart für die Erdbeerbauern in der Region. „Wir hatten von November bis Ende Februar Dauerregen“, erinnerte Stefan Kraege (Vorsitzender des Landesverbands Obstbau Westfalen-Lippe) am Dienstag. „Ein Albtraum“ sei das, weil die Pflanzen faulen und keine Wurzeln entwickelten. Im März kam eisiger Frost, kurz drauf wurde es mollig warm. „Eine Herausforderung für die Obstbauern.“

Optimale Bedingungen

Alexander Grothues hat sie angenommen. Zusammen mit seinen Geschwistern betreibt er den Hof Grothues-Potthoff am Ortsrand von Senden: Spargel- und Obstanbau, Landhotel, Hofladen, Bäckerei, Café – und 16 Hektar Erdbeerfelder. „Im Moment haben wir optimale Bedingungen“, sagt er. Kalte Nächte, 25 Grad am Tag: „Das ist Erdbeer-Wetter!“ Fast schon zu gut gedeihen die roten Früchtchen in diesen Tagen: Die Erntehelfer schwitzen, die Vermarktung brummt, die Preise purzeln – doch die Erzeuger fürchten, dass die Saison dadurch vergleichsweise kurz wird.

Auftakt der Erdbeer-Saison

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  • Um diese roten Früchtchen drehte sich am 22. Mai 2018 alles auf dem Hof Grothues-Potthoff in Senden...

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Freiluft-Erdbeer-Saison wurde offiziell eröffnet. Manche Erdbeeren erstrahlten zum Saison-Auftakt bereits in einem knalligen rot, andere präsentierten sich noch in einem schüchternen blass-grün.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am Erfolg der Erdbeerzüchter haben seit jeher auch die Imker, hier Adolf Scherlatzik, einen großen Anteil.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ihre fleißigen Bienen sorgen noch immer für die beste Bestäubung der Blüten. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Imker und Obstbauern haben darum eine engere Zusammenarbeit angekündigt. Ohne die Erntehelfer würde das aber nicht viel bringen...

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sie pflücken die reifen Früchte. In der prallen Sonne ist das schweißtreibende Arbeit. Deswegen gilt: kein schwarz tragen und den Kopf schützen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Mai und Juni sind die Haupterntezeit.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Alexander Grothues betreibt den Hof Grothues-Potthoff am Ortsrand von Senden – darauf befinden sich 16 Hektar Erdbeerfelder.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Karl Werring (Präsident der Landwirtschaftskammer NRW), Ulrich Bußmann (Beerenobstberater der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und Geschäftsführer des Landesverbands Obstbau Westfalen-Lippe), Landwirt Alexander Grothues, Hubert Otto (Vorsitzender des Landesverbands Westfälischer und Lippischer Imker) und Stefan Kraege (Vorsitzender des Landesverbands Obstbau Westfalen-Lippe) beim Pressegespräch zum Auftakt der Erdbeer-Saison am 22. Mai 2018 auf dem Hof Grothues-Potthoff in Senden (von links).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Karl Werring (Präsident der Landwirtschaftskammer NRW) 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ulrich Bußmann (Beerenobstberater der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und Geschäftsführer des Landesverbands Obstbau Westfalen-Lippe), Landwirt Alexander Grothues, Karl Werring (Präsident der Landwirtschaftskammer NRW), Stefan Kraege (Vorsitzender des Landesverbands Obstbau Westfalen-Lippe), Hubert Otto (Vorsitzender des Landesverbands Westfälischer und Lippischer Imker) und Bernd Möllers (Beerenobstberater der Landwirtschaftskammer NRW und Geschäftsführer des Landesverbands Obstbau Westfalen-Lippe) beim Pressegespräch zum Auftakt der Erdbeer-Saison am 22. Mai 2018 auf dem Hof Grothues-Potthoff in Senden (von links).

    Foto: Gunnar A. Pier

Um die Erntezeit in die Länge zu ziehen, greift Grothues auf einen verbreiteten Trick zurück: Er friert die Pflanzen bei zwei Grad unter Null ein, um sie nach Bedarf wieder aufzutauen und einzusetzen. Nach sechs Wochen liefert eine aufgetaute Pflanze Früchte – drei Wochen lang. Das macht der Landwirt in jedem Jahr und zieht die Saison mit frischen Früchten aus der Region so bis in den Oktober.

Trotzdem: Mai und Juni sind die Haupterntezeit, und Obstbau-Experte Kraege lässt sich zu einem flammenden Appell hinreißen: „Reinhaun! Jetzt!“

Was die Imker leisten

Am Erfolg der Erdbeerzüchter haben seit jeher auch die Imker einen großen Anteil: Ihre fleißigen Bienen sorgen noch immer für die beste Bestäubung, wie Ulrich Bußmann versichert. Windbestäubte Erdbeerpflanzen lieferten weniger runde Früchte, erklärt der Beerenobstberater der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und Geschäftsführer des Landesverbands Obstbau Westfalen-Lippe.

Umso erstaunlicher also, dass Imker und Obstbauern bisher ein wenig miteinander fremdelten. Doch jetzt sitzen ihre Verbände an einem Tisch und wollen die Zusammenarbeit strukturell verbessern. Denn nur wenn beiden wüssten, was den anderen umtreibt, könne optimal zusammengearbeitet werden.

„Vor Ort gibt es die Zusammenarbeit schon lange“, ist Hubert Otto, der Vorsitzende des Landesverbands Westfälischer und Lippischer Imker, sicher. Doch nur wenn die Verbände kooperierten, lasse sich das Wissen an die nächsten Imker weitergeben. Die sollen ja nicht auf dem verblassten Wissen aus dem Biologie-Unterricht hängenbleiben.

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