Grünflächenunterhaltung
Klang-Mosaik mit Urlaubsflair auf der Promenade

Münster -

(Aktualisiert) Ob es den Pflanzen guttut, bleibt dahin gestellt. Ganz offensichtlich tut aber den Menschen die "Grünflächenunterhaltung", bei der am Samstagnachmittag 75 Bands, Chöre und Solisten die Promenade bespielen, ausgesprochen gut. 

Sonntag, 03.06.2018, 16:37 Uhr

Grünflächenunterhaltung : Klang-Mosaik mit Urlaubsflair auf der Promenade
Bereits zum zwölften Mal findet die Grünflächenunterhaltung auf der Promenade statt. Foto: Oliver Werner

Ob sie den Pflanzen guttut, sei dahingestellt. Ganz offensichtlich tut aber die musikalische „Grünflächenunterhaltung“, bei der am Samstagnachmittag 75 Bands und Chöre die Promenade bespielen, den Menschen ausgesprochen gut. Dicht an dicht ziehen die Musikfans jeder Altersgruppe von einer Vorführung zur nächsten. „Alle paar Meter andere Livemusik und alle sind super entspannt. Das ist wie Kurzurlaub“, schwärmt Mareike Jäger , die gerade bei Jazzmusik vom Feinsten des Saxophon-Ensembles Blechlawine stehengeblieben ist und begeistert mitwippt.

Die Musikpalette scheint schier grenzenlos. Auf viereinhalb Kilometern zieht sich ein Klangteppich um die Promenade, der von Jazz, Blues und Rock über französische Chansons und Schlager an der Gitarre bis zu Country-Musik reicht.

Ungewöhnliche Klänge ziehen besonders große Menchentrauben an. Etwa die „Brukteria Pipes and Drums“, eine Truppe, die auf Höhe der Aegidiistraße mit schottischer und irischer Dudelsackmusik die Menschen begeistert.

Grünflächenunterhaltung: Musiker und Bands auf der Promenade

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  • Bereits zum zwölften Mal findet die Grünflächenunterhaltung auf der Promenade statt.

    Foto: Oliver Werner
  • 75 Gruppen spielen jeweils drei Stunden lang.

    Foto: Oliver Werner
  • Mehr als 150 Musikgruppen und Solisten beteiligen sich an dem Programm.

    Foto: Oliver Werner
  • Summon machen keine Kompromisse: Die Musiker experimentieren mit Harmonie und Rhythmik, verwenden Drumcomputer und verteilen Spargelröllchen, wenn die Querflöte ertönt.

    Foto: Oliver Werner
  • Patcho Star & Muganga: Die Musik von Kanga Vovos, der sechs Instrumente spielt, singt und tanzt, schlägt eine Brücke zwischen westafrikanischer Folkmusik, Reggae, Funk, Rock und experimenteller Word-Musik.

    Foto: Oliver Werner
  • Scottish Bagpipes: Schottische Dudelsackmusik und schottisches Entertainment mit Klaus Oestreich.

    Foto: Oliver Werner
  • Nichts und Niemand: Lieder passieren dem Liedermacher Tom Göthel einfach. 

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  • Er spielt für keine Zielgruppe, sondern einfach so - 

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  • für nichts und Niemand.

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  • Munster Men

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  • Liederschorsch singt und spielt deutsche Couplets und Schlager aus der Zeit um 1920.

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  • Zirkus Fassungslos

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  • Zirkus Fassungslos

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  • Zirkus Fassungslos

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  • god hates green

    Foto: Oliver Werner
  • Tempo 30

    Foto: Oliver Werner
  • Emal & Fawa Amiri sind zwei Brüder, die in Kabul aufgewachsen sind und seit zwei Jahren in Münster leben.

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  • Foto: Oliver Werner

Richtig schräg geht es beim Duo „Kaum ein Vogel“ zu. Mit Gesang, E-Piano und einer Vielzahl von Percussion-Instrumenten wird gesellschaftskritisch der Mensch und seine Gewohnheiten aufs Korn genommen. Mit Klatsch-, Tröt- und Schlürfgeräuschen wird bei diesem dadaistisch anmutenden Klangmix auch das Publikum eingebunden.

Eher klassisch ist dagegen der Chor Blue Notes unterwegs, dessen Palette vom Pop und Rock bis zum Schlager reicht. Und nebenbei wird die Grünflächenunterhaltung genutzt, um weitere Sänger zu akquirieren: „Wir bräuchten dringend noch ein paar Männerstimmen.“

Richtig in Wallung bringen die „Groovler“ ihr Publikum mit Soul- und Funkmusik an diesem Nachmittag. Während des Auftritts flitzt der Sänger durchs Publikum, hängt Damen rote Federboas um den Hals und heizt den Zuhörern kräftig ein. Die belohnen die Stimmungskanonen mit brandendem Applaus.

Auftritte, die Appetit auf mehr machen. Aber einige Schritte weiter warten noch viele andere akustische Überraschungen. Etwa die Coverband „Pam & the Radiofaces“ mit amerikanischer Countrymusik. So mancher sichert sich eine CD für Zuhause.

Wer sich selbst noch keinen lebendigen Eindruck verschafft hat – am 16. Juni folgt die zweite Auflage der Grünflächenunterhaltung von 15 bis 18 Uhr.

Interview mit Veranstalter Thomas Nufer

Mit 75 Acts wird drei Stunden lang die Promenade unterhalten. Es ist bereits die zwölfte Grünflächenunterhaltung, die Ideengeber und Veranstalter Thomas Nufer in Kooperation mit der Stadt realisiert.

Soll die Grünflächenunterhaltung noch weiter wachsen?

Thomas Nufer: Nein, Kapazitätsgrenzen sind mit insgesamt 150 Acts an beiden Veranstaltungstagen erreicht. Wir wollen eine entspannte Atmosphäre. Ein immer mehr auf Expansion ausgerichtetes Denken passt nicht zur Grünflächenunterhaltung.

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Thomas Nufer Foto: Karin Höller

Was sind diesmal die Highlights?

Nufer: Es gibt viele interessante Acts. Ich mag auch gern die schräge Musik mit gesellschaftskritischen Tönen.

Gibt es noch Verbesserungsideen?

Nufer: Es ist ein gutes Konzept, das nicht kommerzialisiert ist, es gibt weder Flaschenbier noch Weißwurst. Aber es macht die Menschen zutiefst glücklich – alle sind entspannt und entschleunigt. Und drei Minuten nach dem Ende sieht man nichts mehr von alledem, auch keinen Müll.

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