Docklands 2018 - Kritik an Veranstaltern
Beschwerden nach Festival-Abbruch: Das muss aufhören

Münster -

Die Klamotten sind noch nicht wieder trocken, da geht es schon los. „Kein Sicherheitskonzept für schlechtes Wetter“, schreibt ein Besucher des Docklands im Internet. Eine anderer Gast bemängelt, dass es zu wenige Regencapes vor Ort gegeben habe.

Montag, 11.06.2018, 09:10 Uhr aktualisiert: 11.06.2018, 10:39 Uhr
Docklands 2018 - Kritik an Veranstaltern: Beschwerden nach Festival-Abbruch: Das muss aufhören
Dunkle Wolken zogen am Samstagabend über Münster auf.... Foto: Matthias Ahlke

Mal davon abgesehen, dass in Deutschland längst keine Veranstaltung mehr ohne ein schlüssiges Sicherheitskonzept stattfinden kann, zeigen sich an den Beschwerden vor allem zwei Dinge, die nicht nur in Münster, sondern landauf, landab vermehrt festzustellen sind: Zum einen, das mangelnde Verständnis dafür, dass Open-Air-Veranstaltungen nicht haarklein planbar sind.

Zum anderen, dass Verantwortung in unserer Gesellschaft nur allzu gerne abgegeben wird.

Dockland Festival 2018 endete am späteren Abend mit Blitz und Gewitter

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  • Nach berauschender elektronischer Musik am Abend folgte um 22.00 Uhr der Abbruch des Festivals nach einem schweren Gewitter Foto: Matthias Ahlke
  • Nach berauschender elektronischer Musik am Abend folgte um 22.00 Uhr der Abbruch des Festivals nach einem schweren Gewitter Foto: Matthias Ahlke
  • Nach berauschender elektronischer Musik am Abend folgte um 22.00 Uhr der Abbruch des Festivals nach einem schweren Gewitter Foto: Matthias Ahlke
  • Nach berauschender elektronischer Musik am Abend folgte um 22.00 Uhr der Abbruch des Festivals nach einem schweren Gewitter Foto: Matthias Ahlke
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  • Nach berauschender elektronischer Musik am Abend folgte um 22.00 Uhr der Abbruch des Festivals nach einem schweren Gewitter Foto: Matthias Ahlke
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  • Nach berauschender elektronischer Musik am Abend folgte um 22.00 Uhr der Abbruch des Festivals nach einem schweren Gewitter Foto: Matthias Ahlke
  • Nach berauschender elektronischer Musik am Abend folgte um 22.00 Uhr der Abbruch des Festivals nach einem schweren Gewitter Foto: Matthias Ahlke
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  • Nach berauschender elektronischer Musik am Abend folgte um 22.00 Uhr der Abbruch des Festivals nach einem schweren Gewitter Foto: Matthias Ahlke
  • Nach berauschender elektronischer Musik am Abend folgte um 22.00 Uhr der Abbruch des Festivals nach einem schweren Gewitter Foto: Matthias Ahlke

Als vor zwei Jahren Deutschlands größtes Festival wegen der Wetterlage vor der Absage stand und der „social“-mediale Druck auf den Veranstalter minütlich wuchs, echauffierte sich ein Elternteil öffentlich auf Facebook, dass der Veranstalter seinem Kind nicht gesagt habe, wie es sich bei Gewitter zu verhalten habe.

Das muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Ganz im Ernst: Das muss aufhören. Wer alt genug ist, Musikfestivals zu besuchen, der ist auch alt genug zu wissen, dass unter freiem Himmel Phänomene wie Wind, Regen und Gewitter auftreten.

So sollten Sie sich bei Unwettern verhalten

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  • Wie weit ist ein Gewitter weg? Darf ich währenddessen telefonieren? Und unter welchen Bäumen bin ich sicher? Wenn es blitzt und donnert, sind sich viele unsicher, wie sie sich richtig verhalten.

    Man kennt das und man weiß eigentlich, wie man mit Gewittern , Blitz und Starkregen umgeht - denken viele. Dabei sind so einigen Mythen unterwegs.

    Foto: colourbox.de
  • Findet man Schutz unter Buchen?

    Auf keinen Fall! Zwar besagt ein Sprichwort: Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen. Aber grundsätzlich macht es keinen Unterschied, unter welchem Baum man steht. Man ist bei Gewittern hier immer in Gefahr, vom Blitz getroffen zu werden, erklärt die Landesforstanstalt  ThüringenForst . Aber das Sprichwort kommt nicht von ungefähr. Blitzeinschlag ist an einigen Baumarten stärker zu erkennen als an anderen. Besonders gut etwa an Eichen, deren dicke und oft mit Moos bedeckte Borke Wasser wie ein Schwamm aufnimmt. Das leitet den Blitz im Rindenkörper ab. An glatten Rinden läuft das Wasser gut ab und damit wird der Blitz in den Boden geleitet.

    Foto: colourbox.de
  • Kann man die Entfernung eines Gewitters abschätzen?

     

    Zählt man die Sekunden zwischen Blitzeinschlag und Donnerhall und teilt das Ergebnis durch drei, ergibt das die Entfernung in Kilometern, erklärt der  Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) . Allerdings darf man die Distanz nicht unterschätzen: Liegen zwischen Blitz und Donner zehn Sekunden und weniger, besteht Lebensgefahr.

    Foto: colourbox.de
  • Soll man sich bei Gefahr im freien Feld auf den Boden legen?

    Zwar sollte man sich einen möglichst niedrigen Punkt im Gelände suchen, also etwa eine Mulde - und sich dort auch klein machen. Denn hohe Punkte ziehen Blitze an. Aber dort geht man am besten in die Hocke, stellt die Füße eng nebeneinander und legt die Arme um die Knie. Auf keinen Fall sollte man sich hinlegen, betont der VDE. Denn gefährlich sind nicht nur direkt einschlagende Blitze, sondern der Boden leitet auch die Energie von Blitzen aus der Umgebung. Die Berührungsfläche mit dem Boden muss man so klein wie möglich halten.

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  • Darf man bei Gewitter im Haus nicht telefonieren?

    Zwar sollte man am besten alle elektrischen Geräte vom Strom nehmen oder einen Überspannungsschutz verwenden - das betrifft also auch Festnetztelefone. Aber: Handys und schnurlose Telefone lassen sich gefahrlos benutzen, erklärt der VDE.

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  • Kann Regen nicht nur das Haus von außen fluten, sondern sich auch durch die Abflüsse drücken?

    Eine Nebenwirkung von Unwettern sind oft Überschwemmungen durch Starkregen. Und dieser läuft in der Tat nicht nur über Kellerabgänge, durch Fenster und Türen ins Haus. Oft kann die Straßenkanalisation so viel Regen nicht schnell aufnehmen, und dann drückt das Wasser durch die Abflüsse ins Haus. Eine Rückstauklappe verschließt bei solchem Druck von unten die Rohre. Für Regenwasser reicht eine normale Klappe, erklärt die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz. Sie öffnet und schließt sich allein durch den Wasserdruck. Für Schmutzwasser mit Fäkalien ist eine motorbetriebene Klappe sinnvoll, sie schließt im Ernstfall absolut dicht. Wichtig ist aber nicht nur ihre Installation, bei Gewitterwarnung sollte man ihre Funktion überprüfen.

    Foto: colourbox.de
  • Schutz vor Gewitter: Ist das Auto sicher? 

    Autofahrer sind bei Gewittern auch dann geschützt, wenn ein Blitz direkt ins Auto einschlägt. Das Fahrzeug wirkt wie ein Faradayscher Käfig und die Entladung, die bis zu einigen hundert Millionen Volt erreichen kann, fließt über die Gitterstruktur des Blechgehäuses in den Boden. Doch wie sieht es mit Wohnwagen und Wohnmobilen aus? Der ADAC klärt auf.

    Wohnmobile aus Kunststoff bieten keinen Schutz vor Blitzen

    Vorsicht ist allerdings bei Wohnwagen und Wohnmobilen geboten, die aus reinem Kunststoff bestehen, wie etwa Wohnmobile in GFK-Bauweise. Sie bieten keinen Schutz bei Blitzeinschlag. Eine Aluminium-Außenhaut oder eine Kunststoff-Beplankung auf einem Metall-Gerippe wirken bei Wohnmobilen jedoch ebenfalls wie ein "Faradayscher Käfig".

    Wohnwagen oder Wohnmobil bei Gewitter sichern

    Bahnt sich ein Gewitter an, sollten Camper offene Fenster, Türen und Klappdächer schließen und die Bettnische meiden. Geschirr spülen oder duschen ist tabu. Das 230-V-Kabel, außen am Wagen angebracht, sollte wegen der Überspannungsgefahr abgezogen werden. Camper sollten zudem keine metallischen Teile der Einrichtung anfassen und mit dem Kopf nicht in den Bereich des Dachs kommen.

    Fahrerkabine im Wohnmobil bei Gewitter sicherster Ort

    Einen sicheren Aufenthaltsort bietet in jedem Fall die Fahrerkabine. Trotz der Sicherheit sollten Autofahrer bei einem Gewitter keinen erhöhten Parkplatz aufsuchen, die Fenster sowie das Schiebedach schließen und alle Antennen (soweit möglich) einziehen. Im Innenraum sollten Metallteile, die mit der Karosserie in Verbindung stehen, nicht berührt werden.

    Foto: colourbox.de
  • Autofahren während eines Unwetters: Was muss ich beachten?

    Tempo reduzieren: Bei Starkregen sofort abbremsen. Auf der Autobahn fährt man mit Warnblinkanlage weiter und orientiert sich dabei am Standstreifen. Aber niemals sollten Autofahrer jetzt dort stehenbleiben. Am besten steuert man die nächste Ausfahrt an.

    Schwimmen vermeiden: Bei Regen droht Aquaplaning. Dabei schwimmt das Auto auf einem Wasserfilm auf, da die Reifen zeitweise den Kontakt zur Fahrbahn verlieren. Mit ABS sollte man nicht zu zaghaft bremsen und erst lenken, wenn die Reifen wieder Kontakt haben. Ansonsten lassen sich die Lenkbewegungen auf dem Wasser erst gar nicht übertragen. Aber bekommen dann die Reifen mit eingeschlagener Lenkung Grip, könnte das Auto abrupt die Richtung ändern.

    Profiltiefe checken:Das Reifenprofil spielt beim Aquaplaning eine wichtige Rolle. Ein neues Profil mit sieben Millimetern und mehr leitet noch bei etwa 80 km/h Wasser ab. Mit der gesetzlich vorgeschriebenen Mindesttiefe von 1,6 Millimetern kann das Auto schon bei 50 km/h aufschwimmen. Experten raten ab drei bis vier Millimetern Profiltiefe zum Reifenwechsel.

    Unterführungen meiden: Voll gelaufene Unterführungen bei Hochwasser oder nach Starkregen sollte man meiden. Beim Durchfahren könnte Wasser in den Motor eindringen und schwere Schäden anrichten.

    Foto: colourbox.de
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