Attacke an der Engelenschanze
Sechs Jahre Haft für Messerstecher

Münster -

Nach einer brutalen Messerattacke auf seinen Kontrahenten ist ein 33 Jahre alter, abgelehnter Asylbewerber aus Drensteinfurt am Montag vom Landgericht in Münster zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer wertete die Bluttat von September 2017 als versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Montag, 02.07.2018, 19:00 Uhr

Attacke an der Engelenschanze: Sechs Jahre Haft für Messerstecher
Foto: dpa

Mit der Haftstrafe blieb das Gericht um zwei Jahre unter dem Antrag des Staatsanwaltes. Für die Richter war nach vier Verhandlungstagen klar: Der gebürtige Algerier hatte an der Engelenschanze bei einem Streit 24 Mal mit einem Schälmesser auf den 22-Jährigen eingestochen. Der Afrikaner erlitt zum Teil erhebliche Stich- und Schnittverletzungen. Lebensgefahr bestand dank schneller ärztlicher Versorgung nicht.

Der Angeklagte erkannte, dass er den Nebenkläger töten konnte und nahm das billigend in Kauf. Er ist uneingeschränkt schuldfähig.

Vorsitzende Richterin

Wie zuvor der Staatsanwalt zählte die Richterin in ihrer einstündigen Urteilsbegründung all das auf, was zum Urteil geführt hatte: wie der Angeklagte am Morgen des Tattages zwei kleine Flaschen Wodka und zwei Joints konsumierte und sich dann in den Park begab, um Cannabis zu erwerben. Wie er zum ersten mal an dem Tag mit dem Opfer in Berührung kam und ihm Pfefferspray ins Gesicht sprühte. Und wie der später neu entbrannte Streit eskalierte und der Angeklagte unter den Augen von Zeugen in schneller Folge auf Hals-, Nacken, Brust und Bauchbereich des 22-Jährigen einsticht.

Angeklagter äußerlich ungerührt

„Der Angeklagte erkannte, dass er den Nebenkläger töten konnte und nahm das billigend in Kauf. Er ist uneingeschränkt schuldfähig“, sagte die Vorsitzende Richterin.

Während der Urteilsverkündung blieb der Angeklagte äußerlich ungerührt. Er wolle sich das Ganze hier nicht anhören, sagte er während der Urteilsbegründung. Nach Aufforderung der Vorsitzenden Richterin wurde er aus dem Gerichtssaal geführt.

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